
Bundesministerin Karin Prien besuchte das Childhood-Haus Frankfurt: Wie interdisziplinärer Kinderschutz in unserer Stadt funktioniert und was Hessen plant.
Starker Besuch in Frankfurt: Bundesfamilienministerin Karin Prien und Hessens Familienministerin Diana Stolz haben sich am Dienstag gemeinsam das Childhood-Haus an der Universitätsmedizin Frankfurt angeschaut. Bei einem Rundgang und im direkten Austausch mit den Fachkräften vor Ort machten sich beide ein Bild davon, wie Kinder und Jugendliche nach Gewalterfahrungen hier begleitet werden. Und was sie gesehen haben, hat beeindruckt – das wurde bei beiden Ministerinnen deutlich.
Das Childhood-Haus Frankfurt ist seit November 2023 in Betrieb – und es funktioniert wie ein echtes Team-Modell für den Kinderschutz. Medizin, Psychologie, Jugendhilfe, Polizei und Justiz arbeiten unter einem Dach zusammen. Das Ziel: Kinder, die Schlimmes erlebt haben, müssen ihre Geschichte nicht immer wieder neu erzählen. Belastende Mehrfachbefragungen entfallen, alle notwendigen Schritte werden koordiniert und am Kindeswohl ausgerichtet.
Ministerin Stolz brachte es auf den Punkt: „Kinder und Jugendliche tragen Gewalt- und Missbrauchserfahrungen in der Regel ein Leben lang mit sich. Ein kompetenter Raum wie das Childhood-Haus kann dabei helfen, diese Last besser zu verarbeiten.“ Und Bundesministerin Prien ergänzte: „Nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit ist ein wirksamer Kinderschutz möglich. Childhood-Häuser sind ein gutes Beispiel, wie es gelingen kann.“
Die Nachfrage nach dem Angebot wächst stark – und das zeigt, wie wichtig diese Einrichtung für Frankfurt und die gesamte Region ist. Im Jahr 2024 wurden im Childhood-Haus Frankfurt und der angeschlossenen Kinderschutzambulanz 841 Kinder und Jugendliche betreut. 2025 waren es bereits 1.166. Die steigenden Fallzahlen unterstreichen sowohl den Bedarf als auch die wachsende Bekanntheit des Angebots.
Seit dem Aufbau unterstützt die Hessische Landesregierung das Childhood-Haus und die medizinische Kinderschutzambulanz in Frankfurt finanziell – sowohl bei den Investitionskosten als auch im laufenden Betrieb seit 2022 mit insgesamt 3.686.453 Euro.
Hessen denkt bereits über Frankfurt hinaus: In Kassel entsteht das zweite hessische Childhood-Haus – angesiedelt im entstehenden Kleine-Riesen-Haus in der Mönchebergstraße. Anfang Mai 2026 haben das Land Hessen ressortübergreifend, die Stadt Kassel, das Klinikum Kassel und die World Childhood Foundation dafür eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das neue Haus in Nordhessen wird die bestehende Kinderschutzambulanz des Klinikums Kassel einbinden und den in Frankfurt erfolgreich gelebten Ansatz auf eine zweite Region übertragen.
Auch auf Bundesebene hat Hessen die Initiative ergriffen: Auf Antrag Hessens haben alle Länder gemeinsam in der Jugend- und Familienministerkonferenz im Mai beschlossen, gemeinsam mit dem Bund ein bundesweites Konzept für kindgerechte und interdisziplinäre Einrichtungen zu entwickeln und dauerhaft zu sichern.
Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Frankfurt, fasst zusammen, worum es geht: „Das Childhood-Haus Frankfurt steht beispielhaft dafür, was möglich ist, wenn alle Akteure im Kinderschutz – Medizin, Jugendhilfe, Polizei, Justiz und Politik – gemeinsam Verantwortung übernehmen.“ Und Prof. Dr. Matthias Kieslich, Leiter des Childhood-Hauses Frankfurt, bringt den Kern der Arbeit auf den Punkt: „Hier kommen alle Beteiligten zum Kind und am Kind zusammen.“
Frankfurt zeigt: Kinderschutz funktioniert, wenn alle an einem Strang ziehen. Das Childhood-Haus ist ein echter Grund, stolz auf unsere Stadt zu sein – und ein Modell, das Schule macht. Wir bleiben für euch dran!






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