Stefanie Fries ist Kinderbeauftragte im Frankfurter Europaviertel und kämpft für günstigere Mensapreise, Schulen statt Seilbahn und den Campus Gallus.
Wer durch das Frankfurter Europaviertel schlendert und am Lotte-Specht-Park vorbeikommt, wirft vielleicht kurz einen Blick auf den Spielplatz – und geht weiter. Nicht so Stefanie Fries. Die parteilose Kinderbeauftragte des Europaviertels prüft den Boden, schaut nach den Spielgeräten und stellt fest: „Alles in Ordnung, der Boden ist mit frischem Mulch ausgelegt, die Sonnenschirme zum Hitzeschutz aufgespannt.“ Für Fries ist das keine Selbstverständlichkeit – sondern das Ergebnis zuverlässiger Arbeit des Grünflächenamts, das die Spielplätze im Europaviertel gut pflegt.
Seit dreieinhalb Jahren engagiert sich Fries als Kinderbeauftragte für das Europaviertel und das nördliche Gallus. Sie wurde erneut in den Ortsbeirat 1 gewählt – und macht damit klar: Hier bleibt jemand am Ball.
Stefanie Fries ist in Eisenach geboren, kam nach der Wende nach Frankfurt und wuchs im Gallus auf. 2016 zog sie mit ihrem Mann Joachim ins Europaviertel. Gemeinsam betreiben die beiden die Unionhalle an der Hanauer Landstraße. Als Mutter von drei Kindern – Sofia (16), Heidi (8) und Johann (6) – weiß sie aus eigener Erfahrung, worauf es im Viertel ankommt: gute Spielplätze, bezahlbare Betreuung und funktionierende Schulen.
Zur Kinderbeauftragten wurde sie von ihrer Vorgängerin Sara Steinhardt angesprochen. „Ich bin einfach gut vernetzt“, erklärt Fries. Und genau das macht sie als Bindeglied zwischen Einrichtungen, Ortsbeirat, Kindern und Eltern so wertvoll.
Ein Thema, bei dem Fries kein Blatt vor den Mund nimmt: die geplante Seilbahn über den Europagarten. Die Kinderbeauftragte lehnt das Projekt ab – und das gleich aus mehreren Gründen. „Abgesehen von einem möglichen Übertourismus finde ich, dass die Technik der Anlage für den Betrieb mit Kindern störungsanfällig ist und man das Geld besser für die Sanierung von Schulen verwenden sollte“, sagt sie deutlich.
Statt in spektakuläre Projekte zu investieren, fordert Fries, dass Gelder dort ankommen, wo sie wirklich gebraucht werden – bei Kindern und Familien.
Auch beim Thema Verpflegung schlägt Fries Alarm. Wenn das Essen in der Mensa oder im Hort mehr als 70 Euro im Monat kostet, sei das für ärmere und kinderreiche Familien schlicht nicht mehr finanzierbar. Ihre klare Forderung: Die Kosten dürfen 60 Euro nicht überschreiten.
Dazu kommt ein weiteres dringendes Problem: der Campus Gallus. Das Kinderzentrum Krifteler Straße musste im vergangenen Jahr schließen und in die Stevensonstraße umziehen – seitdem ist nach Angaben von Fries nichts passiert. „Doch seitdem ist nichts passiert“, bemängelt sie und fordert den Ortsbeirat auf, hier endlich Druck zu machen.
Ein festes Büro mit Sprechstunden kann Fries aus Zeitgründen nicht stemmen – das gibt sie offen zu. Ihr Vorbild ist der verstorbene frühere Kinderbeauftragte Dirk Schneider. Stattdessen setzt sie auf direkte Begegnung: Bei Kinderfesten und Events ist sie dabei, organisiert zwei Termine für das Spielmobil auf der Quäkerwiese – einmal vor und einmal nach den Sommerferien. Denn auch das Spielmobil, Sonnenschirme und andere Verschönerungsmaßnahmen kosten Geld. Deshalb hofft Fries, dass die Etatstreichungen aus dem Ortsbeiratsbudget durch den Magistrat zurückgenommen werden.
Eins steht fest: Stefanie Fries ist eine Stimme, die im Europaviertel gehört wird – laut, klar und immer nah dran an den Kindern und Familien in ihrem Viertel. Der Sound der Weltstadt braucht genau solche Menschen!






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