
Kerosin-Engpass in Frankfurt: Lufthansa lässt Piloten jetzt auswärts tanken. Alle neuen Details zum Tankering und den Hintergründen im Main-Gebiet.
Der Sprit wird knapp am größten deutschen Flughafen – und Lufthansa zieht jetzt die Zügel richtig an! Wie wir in einem früheren Beitrag schon berichtet haben, sorgt die angespannte Kerosinversorgung am Flughafen Frankfurt seit Wochen für Kopfzerbrechen. Jetzt gibt’s neue Details: Lufthansa hat ihren Piloten eine klare Ansage gemacht – es wird auswärts getankt!
Wie der Giessener Anzeiger berichtet, hat Lufthansa das sogenannte „Tankering“ angeordnet. Das heißt konkret: Maschinen tanken an ihrem Abflugort mehr Treibstoff, als für den Flug eigentlich nötig wäre – damit in Frankfurt weniger oder gar nicht nachgetankt werden muss. Für Flugzeuge der A320-Familie gilt dabei eine Obergrenze von acht Tonnen Kerosin, damit die Maschinen am Boden noch geschleppt werden können. Bei Airbus-Großraumflugzeugen kommen zusätzliche Gewichtsgrenzen für Schleppvorgänge dazu. Betroffen sind vor allem Kurzstreckenflüge, aber zunehmend auch Langstreckenverbindungen.
Die gute Nachricht für alle, die bald fliegen wollen: Für euch soll sich nichts ändern! Die Piloten sollen nur so viel Zusatzsprit tanken, dass die sogenannte „Payload“ geschützt bleibt – sprich, keine Passagier- oder Frachtplätze fallen wegen des Mehrgewichts weg.
Der Grund für die Misere bleibt derselbe wie schon länger bekannt: eine reduzierte Kapazität bei der Pipeline-Versorgung. Eine Lufthansa-Sprecherin erklärte laut Giessener Anzeiger: „Bei der Versorgung mit Kerosin kann es am Flughafen Frankfurt aktuell zu Einschränkungen kommen. Grund dafür ist unter anderem eine reduzierte Pipeline-Kapazität.“ Mit Flugstreichungen sei deshalb aber nicht zu rechnen.
Nach Angaben der FAZ kommt als Belastungsfaktor auch der niedrige Rheinpegel ins Spiel, der Tankschiffe nur eingeschränkt beladen über den Fluss lässt. Flughafenbetreiber Fraport teilte der FAZ mit, dass derzeit zudem eine turnusgemäße Wartung einer Pipeline laufe, die auch den Flughafen mit Kerosin versorgt. Ein Engpass durch diese Routine-Wartung werde aber wegen anderer Versorgungswege und großer Tank-Speichermöglichkeiten nicht erwartet – „die Betriebsfähigkeit des Flughafens ist somit davon nicht beeinträchtigt“, so Fraport.
Richtig spannend wird’s bei den Zahlen: Wie der Giessener Anzeiger berichtet, kann der Flughafen über eigene Tanks den Bedarf für bis zu 14 Flugtage puffern! Zuständig dafür ist die „Hydranten-Betriebs OHG“ (HBG), ein Zweckverband der großen Kerosinlieferanten am Lufthansa-Drehkreuz. Im Norden des Flughafens lagern bis zu 186.000 Kubikmeter Kerosin – umgerechnet sage und schreibe 186 Millionen Liter! Befüllt werden die zehn oberirdischen Tanks vorwiegend über den eigenen Mainhafen, ersatzweise über einen Abzweig der zentralen NATO-Pipeline. Ein mehr als 60 Kilometer langes Leitungssystem verteilt den Sprit dann zu den Tankpositionen auf dem Flughafengelände.
Die Maßnahmen gelten laut Lufthansa wohl bis auf Weiteres, die Lage werde fortlaufend beobachtet. Trotz der Knappheit bleibt der Flughafen Frankfurt auch weiterhin als Ausweichziel für andere Airlines nutzbar. Wir bleiben für euch am Ball und halten euch auf dem Laufenden, wie sich die Situation am Flughafen entwickelt – Radio Frankfurt, der Sound der Weltstadt!






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