
Auf Frankfurts Friedhöfen verschwinden massenhaft Gießkannen – am Saisonende fehlt laut Grünflächenamt rund die Hälfte. Jetzt wurden 1.000 neue Kannen bestellt.
Sonne pur, kein Regen in Sicht – und dann das: Man kommt ans Grab, will die Blumen gießen, geht zur Zapfstelle und stellt fest: keine Gießkanne weit und breit. Wer Frankfurts Friedhöfe regelmäßig besucht, kennt dieses frustrierende Szenario. Denn Gießkannen verschwinden hier in einem Tempo, das selbst das Grünflächenamt der Stadt Frankfurt inzwischen vor echte Probleme stellt.
Das ist keine Übertreibung: Nach Schätzungen des Grünflächenamts fehlt am Ende der Saison rund die Hälfte aller auf Frankfurter Friedhöfen aufgestellten Gießkannen. Ob mutwillig mitgenommen, vergessen oder schlicht geklaut – das Ergebnis ist dasselbe: Grabbesucher stehen buchstäblich mit leeren Händen da.
Besonders bitter ist das in Zeiten wie diesen. Denn gerade jetzt, während Frankfurt eine ausgeprägte Trockenperiode erlebt und die Sonne unbarmherzig vom Himmel brennt, sind funktionierende Gießkannen auf den Friedhöfen alles andere als Luxus – sie sind schlicht notwendig, damit Blumen und Bepflanzungen an Gräbern nicht eingehen.
Die gute Nachricht: Die Stadt schaut nicht einfach zu. Das Grünflächenamt Frankfurt hat jetzt reagiert und im großen Stil Nachschub geordert – genau 1.000 neue Gießkannen wurden bestellt. Das ist eine klare Ansage, aber gleichzeitig auch ein Zeichen dafür, wie massiv das Problem tatsächlich ist. Wenn eine Stadt vier Stellen mit einer vierstelligen Zahl an Ersatzkannen auffüllen muss, läuft offensichtlich etwas gewaltig schief.
Eine Frage, die sich wohl viele stellen: Wer nimmt denn bitte Gießkannen von einem Friedhof mit? Die Antworten dürften vielfältig sein – manche nehmen sie wohl einfach mit, weil sie gerade eine brauchen und die Hemmschwelle niedrig ist. Andere handeln vielleicht aus purer Gedankenlosigkeit. Und wieder andere – das legt der Begriff „Diebstahl“ nahe – tun es ganz bewusst. Wie auch immer: Das Ergebnis trifft am Ende diejenigen, die nur in Ruhe ein Grab pflegen wollen.
Für Frankfurter Friedhofsbesucher bedeutet das im Alltag: Wer auf Nummer sicher gehen will, bringt am besten seine eigene Kanne mit – zumindest solange, bis die 1.000 neuen Exemplare ihren Weg auf die Friedhöfe gefunden haben. Denn gerade in der aktuellen Hitzeperiode ist das Gießen keine nette Geste, sondern blanke Notwendigkeit.
Radio Frankfurt ist nah dran – an den großen Geschichten und den kleinen, die das Leben in unserer Stadt ausmachen. Und diese hier zeigt: Manchmal sind es die unscheinbaren Dinge, die richtig nerven können. Lasst die Gießkannen dort, wo sie hingehören – auf Frankfurts Friedhöfen. Für alle, die einfach nur ihre Lieben in Erinnerung behalten wollen. Das ist doch nicht zu viel verlangt, oder?


„Dynamit auf Rädern



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