Studio-Hotline 069–669 669 0

45 Drogentote in Frankfurt: Namen mit Kreide auf den Jürgen-Ponto-Platz geschrieben

Am Gedenktag für Drogentote erinnerte Frankfurt am Jürgen-Ponto-Platz an 45 Verstorbene. Bundesweit starben laut Bundesdrogenbericht 2025 insgesamt 2.

Redaktion
·
21. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Stunde

Ein Platz voller Namen – und voller Trauer

Corinna. Anja. Thorsten. Diese Namen stehen auf dem Pflaster des Jürgen-Ponto-Platzes im Frankfurter Bahnhofsviertel – geschrieben mit Kreide, aber gemeint für immer. Am bundesweiten Gedenktag für verstorbene Drogenkonsumenten haben Suchthilfeträger, Betroffene und Angehörige in Frankfurt zusammengefunden, um an die Menschen zu erinnern, die nicht mehr da sind.

Es sind keine abstrakten Zahlen. Es sind echte Menschen mit echten Geschichten. Und genau das macht dieser Gedenktag so eindringlich – mitten in unserer Stadt, mitten im Bahnhofsviertel, das viele von euch kennt.

2.150 Drogentote in Deutschland – 45 davon in Frankfurt

Der Bundesdrogenbericht 2025 macht deutlich, wie groß das Ausmaß dieser Tragödie ist: Im vergangenen Jahr starben in Deutschland 2.150 Menschen an den Auswirkungen ihres Drogenkonsums. 45 dieser Menschen lebten hier, bei uns – in Frankfurt.

Zum Gedenktag schrieben Angehörige und Betroffene die Namen der Verstorbenen mit Kreide auf den Jürgen-Ponto-Platz. Außerdem verzierten sie Steine mit den Namen der Toten – ein stilles, aber kraftvolles Zeichen der Erinnerung und des Mitgefühls.

Gedenken mitten in Frankfurt – ein Zeichen setzen

Die Kundgebung am Jürgen-Ponto-Platz im Bahnhofsviertel war mehr als eine Gedenkveranstaltung. Sie war ein klares Signal: Diese Menschen werden nicht vergessen. Suchthilfeträger aus Frankfurt organisierten die Aktion und gaben damit all jenen eine Stimme, die selbst keine mehr haben.

Das Bahnhofsviertel ist seit Jahren ein Ort, der eng mit dem Thema Drogenkonsum und Sucht verbunden ist. Umso wichtiger ist es, dass genau hier, in diesem Teil unserer Stadt, öffentlich und sichtbar Trauer zugelassen wird – und gleichzeitig auf die Realität hinter den Zahlen hingewiesen wird.

Zahlen, die bewegen – Menschen, die zählen

2.150 Tote in einem Jahr. Das ist keine Schlagzeile, die man einfach wegklickt. Hinter jeder dieser Ziffern steckt ein Mensch – mit Familie, mit Freunden, mit einer Geschichte. Der Gedenktag macht genau das sichtbar: Er holt die Namen aus der Statistik heraus und schreibt sie auf den Boden, wo alle sie sehen können.

Für Frankfurt bedeutet das: 45 Familien, die trauern. 45 Lücken, die nicht zu füllen sind. Und eine Stadt, die hinschauen muss – auch wenn es wehtut.

Quellen


Artikel teilen
Hilf uns, lokale Nachrichten zu verbreiten.

Dein Beitrag für Radio Frankfurt

Ob Meinung, Hinweis oder persönliche Geschichte: Reiche deinen Kommentar ein. Unsere Redaktion prüft deinen Beitrag vor der Veröffentlichung.

Das könnte dich auch interessieren

Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

1
Kontakt
2
Unterlagen
3
Datenschutz
WhatsApp vorhanden?
    Datenschutz*

    Kontaktformular

    Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.