
Nach dem Hitlergruß bei Oktagon 94 in Frankfurt hat sich die 50-jährige Tatverdächtige der Polizei gestellt und ihr Handeln eingeräumt.
Der Sound der Weltstadt sollte bei Oktagon 94 im Deutsche Bank Park eigentlich die Anfeuerungsrufe von 60.000 Fans sein. Stattdessen spricht ganz Frankfurt noch immer über die Szene, die sich während der Nationalhymne auf der Tribüne abgespielt hat: Eine Frau streckte für mehrere Sekunden den rechten Arm zum sogenannten Hitlergruß aus – gefilmt von anderen Zuschauern, verbreitet in Windeseile über die sozialen Netzwerke. Wir hatten in einem früheren Beitrag bereits berichtet, dass sich die 50-jährige Tatverdächtige bei der Polizei gemeldet hat. Jetzt gibt’s neue Details zu dem Fall, der weit über Frankfurt hinaus für Diskussionen sorgt.
Die Frankfurter Polizei teilte mit, dass sich die 50-Jährige am Montag nach dem Event selbst gestellt hat. Dabei räumte sie ihr Handeln ein. Am selben Tag nahmen Beamte außerdem zwei Männer wegen ähnlicher Vorfälle in Gewahrsam. Die Frankfurter Polizei macht damit klar: Bei solchen Symbolen gibt’s null Toleranz – die Stadt steht für Toleranz und Vielfalt, und das wird auch durchgesetzt.
Rechtlich ist die Sache für die Frau kein Zuckerschlecken: Das Zeigen des Hitlergrußes ist nach Paragraf 86a des Strafgesetzbuches strafbar, es drohen eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Gefängnis.
Auch nach der Selbstanzeige bleibt die Kritik an den Verantwortlichen nicht aus. Oktagon als Veranstalter kündigte an, die Ermittlungsbehörden zu unterstützen und die Frau nach zweifelsfreier Identifizierung von künftigen Veranstaltungen auszuschließen. Die Organisation betonte: Für extremistisches Verhalten sei bei Oktagon-Events kein Platz.
Übertragungspartner RTL teilte mit, dass die betreffende Szene nicht Teil der TV-Übertragung war. Wie die FAZ berichtet, reagierte Hauptkämpfer Christian Eckerlin nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme, während Oktagon-Moderator Philipp Haarburger auf Instagram kommentierte, man solle in solchen Momenten lieber einem Ordner Bescheid sagen statt zu filmen.
Besonders bitter: Wie die FAZ dokumentiert, versuchten Teile der MMA-Community den Vorfall in den sozialen Medien zu relativieren – von angeblich KI-generierten Aufnahmen bis zur These, es handle sich um einen harmlosen römischen Gruß. Die FAZ ordnet das ein als Teil eines größeren Problems: Rechtsextreme Tendenzen seien bei Oktagon-Veranstaltungen kein Einzelfall, auch mit Blick auf Kämpfer mit einschlägiger Tattoo-Vergangenheit, die bei früheren Events für Aufsehen gesorgt hatten.
Bei aller Aufregung um den Vorfall auf der Tribüne hatte der Abend sportlich einiges zu bieten. Zehn Kämpfe standen auf dem Programm, vier davon mit Frankfurter Beteiligung. Max Coga setzte sich gegen Christian Jungwirth durch, Fedor Duric gewann gegen den Briten Marc Diakiese, und Raul Lemberanskij holte sich einen Punktsieg gegen den Slowaken Roman Paulus. Nur Christian Eckerlin musste sich bei seinem Heimevent dem Tschechen David Kozma schon in der ersten Runde geschlagen geben.
Das beste Programm im Main-Gebiet sollte eigentlich über Fights und nicht über Hitlergrüße reden – doch genau das passiert gerade. Die Ermittlungen gegen die 50-Jährige und die zwei Männer laufen, Oktagon hat Konsequenzen angekündigt. Ob’s dabei bleibt, wird sich zeigen. DANKE AN 344.000 HÖRER, die uns an diesem Thema dranbleiben lassen – wir halten euch auf dem Laufenden. Jetzt reinhören, wenn’s Neues gibt.






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.