
Bei Oktagon 94 im Deutsche Bank Park zeigt eine Frau den Hitlergruß – die Frankfurter Polizei ermittelt, Oktagon kündigt Konsequenzen an.
Eigentlich sollte es bei Oktagon 94 im Deutsche Bank Park nur um Fäuste, Fights und die beste Kampfsport-Atmosphäre gehen. Rund 60.000 Zuschauer waren am Samstag ins Stadion von Eintracht Frankfurt gekommen – es war schon das zweite Mal nach 2024, dass die MMA-Organisation dort ihre Zelte aufschlägt. Doch statt nur über Kämpfe zu reden, spricht jetzt ganz Frankfurt über einen widerlichen Vorfall auf der Tribüne.
Auf einem Video, das sich rasend schnell in den sozialen Netzwerken verbreitet hat, ist zu sehen, wie eine Frau während des Abspielens der deutschen Nationalhymne den rechten Arm zum sogenannten Hitlergruß ausstreckt – und das für mehrere Sekunden. Andere Fans im Stadion haben die Szene gefilmt, seitdem geht der Clip im Netz rum wie nix Gutes.
Die Frankfurter Polizei hat prompt reagiert: „Wir ermitteln bereits“, hieß es auf dem Kurznachrichtendienst X unter dem Video. Wie t-online.de berichtet, liegt den Beamten das Video inzwischen vor, die Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Verwendung eines Kennzeichens einer verfassungswidrigen Organisation aufgenommen.
Das Zeigen des Hitlergrußes ist in Deutschland kein Kavaliersdelikt. Nach Paragraf 86a des Strafgesetzbuches kann das mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden. Blöd nur für die Ermittler: Die Karten für Oktagon 94 waren nicht personalisiert, und viele umliegende Sitzplätze waren zum Zeitpunkt der Aufnahme frei. Ob die Frau also wirklich auf dem im Video erkennbaren Platz saß, ist noch nicht restlos geklärt.
Auch Oktagon und Übertragungspartner RTL haben sich zu Wort gemeldet. RTL teilt mit, dass die betreffende Szene nicht Teil der TV-Übertragung war und der Vorfall nach eigenem Kenntnisstand derzeit von den zuständigen Behörden geprüft wird. Oktagon unterstütze die Ermittlungen und habe angekündigt, nach zweifelsfreier Identifizierung der Frau rechtliche Schritte einzuleiten und sie von künftigen Veranstaltungen auszuschließen. Klare Ansage von der Organisation: „Jegliche Form von extremistischem Verhalten hat bei Oktagon-Veranstaltungen keinen Platz.“
Bei aller Aufregung um den Vorfall auf der Tribüne – sportlich hatte der Abend auch einiges zu bieten. Zehn Kämpfe standen auf dem Programm, darunter vier mit Frankfurter Beteiligung. Max Coga, der im Bahnhofsviertel den Club „Pik Dame“ betreibt, gewann gegen Christian Jungwirth. Fedor Duric setzte sich gegen den Briten Marc Diakiese durch, und Raul Lemberanskij feierte einen Punktsieg gegen den Slowaken Roman Paulus. Einzig Christian Eckerlin, bekennender Eintracht-Fan und Ex-Fußballer, musste sich bei seinem Heimevent geschlagen geben – er verlor gegen den Tschechen David Kozma bereits in der ersten Runde. Wie es für den 39-Jährigen weitergeht, ist derzeit offen.
Der Sound der Weltstadt sollte an so einem Abend eigentlich die Anfeuerungsrufe der Fans sein – nicht ein Video, das für Entsetzen sorgt. Die Ermittlungen der Frankfurter Polizei laufen, und auch der Veranstalter hat unmissverständlich klargemacht: Für sowas ist bei Oktagon kein Platz. Wir bleiben dran und halten euch auf dem Laufenden.






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