
Ludo Kaiser veröffentlicht zum 75. Geburtstag seinen Gedichtband „Hausner verbeugt sich vor dem Tag
Zum 75. Geburtstag mal eben ein eigenes Buch rausbringen – das klingt nach einem Plan, den wir alle gut finden können! Genau das hat Ludo A. Kaiser gemacht. Der frühere Leiter des Offenbacher Kulturbüros hat sich selbst das wohl persönlichste Geschenk gemacht: ein Büchlein voller Gedichte, Geschichten und Gebabbel aus seiner eigenen Feder. Und das Beste daran? Es kommt auf Hessisch!
So heißt das gute Stück, und der Titel passt wie die Äppler-Schorle zum Frankfurter Sommer. Auf 111 Seiten treibt Kaiser allerlei Unfug mit der deutschen Sprache – liebevoll, skurril und mit einem ordentlichen Schuss Lokalkolorit. „Gibt es den Tausendsassa noch? Den Dosenöffner, die Hutschnur? Das Jägerlatein, das Binger Loch?“ Ja, in diesem Büchlein schon!
Kaiser beschreibt seine Texte selbst so: „Ich schreibe zum Schmunzeln skurrile, fantasievolle Texte.“ Sein Wunsch für alle Lesenden ist klar – sie sollen am Ende sagen: „Es hat mich gut unterhalten, man kann es weiterverschenken.“ Klingt nach dem perfekten Geschenk für den nächsten Geburtstag im Freundeskreis, oder?
Hinter dem Band steckt eine lange Geschichte. Über drei Jahrzehnte hat Kaiser Texte gesammelt und auf seiner Internetseite veröffentlicht. Viele davon hat er für das Buch überarbeitet und jetzt erstmals in gedruckter Form zusammengebracht. Das Projekt sei eine echte „Herzensangelegenheit“, stellt er klar. Kaiser beginnt immer mit Bleistift, überträgt seine Notizen dann auf den Laptop – und heraus kommen persönliche Eindrücke mit ironischem Unterton, oft inspiriert von Menschen, die er im Alltag beobachtet.
Den „Hausner“ im Taschenbuchformat hat er selbst finanziert. Verlegerin Renate Blaes hat Typografie und Layout übernommen.
Wer Ludo Kaiser nicht kennt: Der Mann aus Hausen ist seit Jahrzehnten tief in der Kulturszene des Main-Gebiets verwurzelt. Er hat Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften studiert, früh ein Auge aufs Theater geworfen und wurde in den 70ern von seinem Hausener Mitbürger Manfred von Keitz als freier Mitarbeiter ins Kulturamt der Lederstadt geholt.
Er ließ Lieder und Rock in der „Suppenschüssel“ brodeln, stand selbst mit der Gitarre im Leonhard-Eißnert-Park am Bieberer Berg auf der Bühne und war über zehn Jahre lang Organisator, Moderator und Künstler der Kultreihe „Wo’s Sträußche‘ hängt, wird ausgeschenkt“ im Hof des Büsing-Palais – sage und schreibe 17 Mal! Von 2008 bis 2015 leitete er das Kulturbüro und war unter anderem zuständig für die „Theateressenz im Capitol“. Dazu kommen Spielszenen für den Südwestfunk, Hörspiele und sogar ein Krimi über Offenbach.
Kaiser wirbt für sein Buch mit einem klaren Statement, das wir hier gerne unterstreichen: „Hessisch ist auch Deutsch. Wenn Hessisch ausstirbt, fehlt ein Stück Kultur!“ Das ist mehr als ein Werbeslogan – das ist ein echtes Plädoyer für unsere regionale Sprache und Identität. Hessische Mundart als Kulturgut – wir sind dabei!
„Der Band ist ideal für Menschen, die TikTok mögen“, sagt Kaiser selbst über seine kurzen Verse. Kurz, knackig, mit Witz – das klingt doch nach dem Sound unserer Zeit!
Ihr wollt Kaiser und seinen „Hausner“ live erleben? Am 2. Oktober präsentiert er eine Auswahl seiner Texte auf der Rebell(i)schen Bühne von Volker Rebell in Offenbach. Hingehen, reinhören, lachen – das ist Pflichtprogramm für alle Freunde der regionalen Kultur!
Und wer denkt, damit sei Kaiser fertig? Weit gefehlt! „Ich schreibe weiter“, kündigt er an. „Das ist ein Drang.“ Na dann – wir sind gespannt, was der Hausner als Nächstes zu sagen hat!






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