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Heinz Dienstbach wird 80: 44 Jahre als „Kerbevadder

Heinz Dienstbach aus Usingen feiert seinen 80. Geburtstag: 44 Jahre Kerbevadder, 19 Jahre Stadtbrandinspektor – ein Leben voller Einsatz für seine Heimatstadt.

Redaktion
·
27. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Wochen

Ein Ur-Usinger feiert seinen 80. Geburtstag

Acht Jahrzehnte voller Engagement, Herzblut und echter Heimatliebe – Heinz Dienstbach aus Usingen feiert am 27. Juli seinen 80. Geburtstag. Und wer glaubt, das sei ein Mann, der ruhig auf dem Sofa sitzt? Weit gefehlt! Dienstbach hat sein Leben lang für seine Stadt angepackt – als Feuerwehrmann, als Kerbevadder und als Mittler zwischen Tradition und Zukunft. Eine echte regionale Geschichte, die wir euch nicht vorenthalten wollen!

Liebe auf dem Dach – eine Usinger Romanze

Als drittes Kind einer Bauernfamilie am Marktplatz aufgewachsen, erlernte Heinz Dienstbach das Dachdeckerhandwerk – und das sollte sein Leben für immer verändern. 1966 erneuerte er in Pfaffenwiesbach das Hausdach der Familie Leidecker. Die Tochter des Hauses, Ruth, war dabei. Es war Liebe auf den ersten Blick. Vier Jahre später heirateten die beiden. 1972 kam Tochter Daniela auf die Welt, 1974 Tochter Tanja. Die Familie war komplett – und Heinz Dienstbach hatte nun noch mehr Grund, für seine Heimat da zu sein.

44 Jahre „Kerbevadder Heinz“ – eine Legende der Laurentiuskerb

Was ihn aber weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht hat: Stolze 44 Jahre lang, von 1980 bis 2024, war Heinz Dienstbach der Kerbevater der Laurentiuskerb. Diese Rolle füllte er mit Leidenschaft. Er moderierte die Kerb-Eröffnung, begrüßte Gäste im Festzelt und begleitete den Bieranstich mit den Bürgermeistern. Der Ehrenname „Kerbevadder Heinz“ war da nur eine logische Konsequenz.

„Die 44 Jahre als Kerbevadder waren mein Leben – die Kerb ist es weiterhin bis heute“, sagt er selbst. Besonders stolz ist Dienstbach darauf, dass auf seine Initiative hin – zusammen mit seinem Vorgänger Heinz Busch – das traditionelle Tauziehen wieder eingeführt wurde, das zuvor eingeschlafen war. Auch der heutige Kerbemast aus Metall mit Symbolen des örtlichen Handwerks und der ausrichtenden Vereine geht auf ihn zurück.

Gemeinsam mit Karl-Heinz Heckelmann, dem damaligen Leiter des Amtes für den ländlichen Raum, entwickelte er außerdem das Konzept der heutigen Landpartie – ein Familienfest, bei dem sich Landwirtschaft zum Anfassen präsentiert. Das kriselnde Konzept der Kreistierschau hatte damit endlich einen würdigen Nachfolger.

Feuerwehr-Karriere und der Stützpunkt an der Weilburger Straße

Parallel zur Kerb-Leidenschaft spielte die Feuerwehr eine riesige Rolle in seinem Leben. Bereits 1964 trat Dienstbach der Einsatzabteilung bei. Ab 1973 übernahm er als Wehrführer Verantwortung, ab 1979 als Stadtbrandinspektor. In dieser Funktion trieb er die Gründung der Jugendfeuerwehren in der Stadt voran – mit Ausnahme der in Eschbach.

Sein größtes Projekt: die Planung des Feuerwehr-Stützpunktes an der Weilburger Straße. „Ich habe den Bleistift-Entwurf gemacht, der dann auch umgesetzt wurde“, erinnert er sich. Im alten Feuerwehrhaus im Westerfelder Weg war der Platz für lediglich drei Fahrzeuge hintereinander längst nicht mehr ausreichend. Unter Bürgermeister Rolf Eggebrecht (CDU) wurde der neue Hauptstützpunkt 1983 eingeweiht. 19 Jahre bekleidete Dienstbach das Amt des Stadtbrandinspektors – für seine Verdienste verlieh ihm der Magistrat der Stadt den Titel des Ehrenbeamten. Am 5. Oktober 1998 wurde er zusätzlich mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet.

Beruf, Jagd und Vereinsleben – ein Leben für Usingen

Auch beruflich blieb Heinz Dienstbach vielseitig. Er nahm ein Angebot der Deutschen Bundespost an und arbeitete als Busfahrer, später übernahm er Fahrdienste auf der Erdfunkstelle Usingen sowie zwischen der Station und dem Funkamt in Frankfurt. Bis zum Ende seines Berufslebens blieb er beim Fernmeldeamt Eschborn – zuletzt verantwortete er dort einen Teil der Immobilien der Deutschen Telekom.

33 Jahre stand er an der Spitze zweier Usinger Jagdgenossenschaften und setzte sich dabei unter anderem für die Fassung des Eichborn-Brunnens und die Sanierung des Lissmann-Weihers ein. Als junger Mann spielte er Fußball bei der UTSG, 1962 wurde er Mitglied beim Schützenverein 1422.

Ein Mann, eine Stadt, eine Geschichte

Heinz Dienstbach ist das, was man einen echten Lokalpatriot nennt – einer, der nicht nur redet, sondern jahrzehntelang anpackt. „Ich kann durch mein Engagement wirklich auf eine wunderschöne Zeit mit vielen guten Erinnerungen zurückblicken“, sagt er. Alles Gute zum 80. Geburtstag, Heinz – Usingen ist stolz auf dich!

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