
In Griesheim kämpft ein neues Nachbarschaftsnetzwerk gegen die Hitze: Einkaufshilfe und Gassirunden für Ältere stehen auf dem Programm. Jetzt informieren!
Frankfurt schwitzt – und das schon zum dritten Mal in diesem Sommer. Während die Temperaturen auf über 30 Grad klettern, hat sich im Frankfurter Stadtteil Griesheim ein neues Netzwerk gegründet, das zeigt, wie echte Nachbarschaftshilfe aussehen kann. Das Ziel: Älteren Menschen das Leben leichter machen, wenn die Hitze kaum noch auszuhalten ist.
Ins Leben gerufen wurde der neue Arbeitskreis im Hausprojekt „Kolle“ in der Schöffenstraße 9b. Unter der Moderation von Madleina Spatz vom Quartiersmanagement Griesheim und Sofia Gall vom genossenschaftlichen Hausprojekt „Kolle“ kamen beim ersten Treffen vor allem jüngere Menschen zusammen – viele davon beruflich oder ehrenamtlich mit dem Klimathema vertraut. Und genau das ist ein Vorteil: Denn aus dieser Runde entstanden schnell ganz konkrete Ideen.
Die Vorschläge klingen simpel – und sind genau deshalb so wertvoll. Wer bei über 30 Grad nicht vor die Tür kann, braucht jemanden, der für ihn einkaufen geht. Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer, die die Hitze nicht mehr gut vertragen, freuen sich über Nachbarn, die die Gassirunde übernehmen. Kleine Gesten mit großer Wirkung!
Aber das Netzwerk denkt auch größer: Sofia Gall forderte im Stadtteil „Kühlräume ohne Konsumzwang“ – also Orte, an denen sich alle abkühlen können, ohne etwas kaufen zu müssen. Vorgeschlagen wurde unter anderem, die Saalbau AG anzusprechen: Deren Bürgerhaus am Griesheimer Bahnhof könnte auch außerhalb von Veranstaltungen als Kühlraum für viele Menschen dienen. Außerdem sollen Klimalotsen der Stadt für Info-Veranstaltungen gewonnen werden.
Damit das Netzwerk die Menschen in Griesheim auch wirklich erreicht, wurden kreative Wege gesucht. Eine Teilnehmerin schlug vor, Informationen über Apotheken zu verbreiten – die kennen ihre Kundschaft schließlich gut und genießen Vertrauen. Eine weitere Teilnehmerin, die sich bei den Grünen engagiert, versprach, einen Kontakt zum Kulturamt herzustellen.
Dass Griesheim offiziell als „Hot Spot“ – also als Hitzeschwerpunkt – eingestuft wurde, sorgte zu Beginn der Diskussion für Wirbel. Ursula Schmidt, Vorsitzende des Vereinsrings Griesheim, erklärte, die Einstufung sei verzerrt, weil das Gebiet des Industrieparks Griesheim mit der Wohnfläche verrechnet worden sei. Ein statistischer Fehler, der ein falsches Bild erzeugt habe – das ärgerte Schmidt sichtlich.
Bei der aktuellen Hitzewelle kann das frisch gegründete Netzwerk zwar noch nicht in vollem Umfang helfen. Aber der Start ist gemacht – und die nächsten Schritte folgen prompt. An den kommenden beiden Montagen sollen Bürgerinnen und Bürger jeweils von 15 bis 18 Uhr vor der Bäckerei Eifler gegenüber dem Saalbau über die geplanten Aktivitäten des Netzwerks informiert werden. Das läuft im Rahmen einer ohnehin geplanten Klimaveranstaltung der Stadt.
Griesheim zeigt: Nachbarschaft kann Leben retten – oder zumindest die heiße Jahreszeit erträglicher machen. Das ist der Sound der Weltstadt Frankfurt, wenn sie von ihrer besten Seite glänzt. Schaut vorbei, informiert euch und macht mit!






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