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Klimaplanatlas Frankfurt: Wo’s heiß wird – und wo kühle Luft aus dem Taunus hilft

Der Klimaplanatlas Frankfurt ist neu aufgelegt: Wo heizt sich die Stadt am stärksten auf und woher kommt kühle Luft aus dem Taunus? Alle Infos im Überblick.

Redaktion
·
30. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 32 Minuten

Frankfurt in der Hitzekarte: Dein Viertel auf einen Blick

Rote und orange Flächen so weit das Auge reicht – wer den neuen Klimaplanatlas für Frankfurt aufruft, weiß sofort, wo’s richtig heiß wird. Das Bahnhofsviertel, die dicht bebaute Innenstadt innerhalb des Anlagenrings und das Messegelände sind die absoluten Hotspots unserer Stadt. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Der Grüneburgpark und der Hauptfriedhof bieten echtes Waldklima – an heißen Tagen sind sie damit zwei der besten Zufluchtsorte Frankfurts!

Der Klimaplanatlas ist jetzt nach zehn Jahren komplett überarbeitet worden und liegt in einer brandneuen Version vor. Zu finden ist er auf dem Geoportal der Stadt Frankfurt unter geoportal.frankfurt.de/klimaplanatlas. Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez (Die Grünen) bringt es auf den Punkt: „Wer heute baut und plant, muss das Klima von morgen mitdenken.“ Der Atlas liefert genau dafür eine aktuelle Datengrundlage – und macht Entscheidungen der Stadt für alle Bürgerinnen und Bürger transparent nachvollziehbar.

Gemähte Wiesen und kühle Luft aus dem Taunus

Das Herzstück des Atlas ist die farbige Klimafunktionskarte. Anders als eine normale Wetterkarte zeigt sie keine aktuellen Temperaturen, sondern wie Wärme und Belüftung das Stadtklima insgesamt beeinflussen – inklusive der gefühlten Temperatur. Projektleiter Maurice Wagner vom Klimareferat erklärt, dass nicht nur Bäume und Parks wichtig sind. Auch die hellblauen, Kaltluft produzierenden Flächen spielen eine entscheidende Rolle: Gemähte Wiesen und abgeerntete Äcker mit der richtigen Hangneigung kühlen ab, sobald die Sonne untergeht – und schicken frische Luft in die bebauten Stadtgebiete.

Noch größer ist aber der Einfluss der Kaltluft, die aus dem Taunus und der Wetterau in Richtung Frankfurt strömt. Diese Luftströme lassen sich im Atlas sogar interaktiv anzeigen: Mit dem „Kaltluftvolumenstrom“ und der „Kaltlufthöhe“ sieht man, wie mächtig diese Luftschichten wirklich sind. An den tiefblauen Stellen reichen sie mehr als 50 Meter in die Höhe! Neu in dieser Version: In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst wurde erstmals berücksichtigt, wie Gebäude und Lärmschutzwälle die Luftströme beeinflussen.

Bis zu zehn Grad Unterschied – der Wetterau-Effekt

In der ersten Nachthälfte kommt die kühle Luft vor allem aus dem Taunus – laut Wagner ist sie besonders wertvoll. Das Mertonviertel profitiert dabei am stärksten. In der zweiten Nachthälfte setzt dann der sogenannte Wetterau-Effekt ein: Verschiedene Kaltluftströme vereinigen sich zu einer regionalen Ausgleichsströmung, die ganze 200 Meter mächtig ist. Bei Sonnenaufgang ist ihr Einfluss am größten. Der Temperaturunterschied zwischen der überhitzten Innenstadt und dem Umland kann dann bis zu zehn Grad betragen – das ist kein Pappenstiel!

Auf der Klimafunktionskarte sind diese Wetterau-Winde mit breiten, grauen Pfeilen markiert. Auch entlang des Mains sind Pfeile zu sehen: Tagsüber strömt die Luft dort flussaufwärts, nachts flussabwärts. „Alle diese Effekte zeigen sich gerade bei stabilen Hochdrucklagen“, sagt Projektleiter Wagner – und mit dem Klimawandel könnten solche Lagen in Zukunft noch häufiger werden.

So viel steckt noch im Atlas – von Grünstatistik bis Tigermücke

Der Klimaplanatlas kann noch viel mehr: Rötlich markierte Straßen und Flächen mit Vegetationsdefizit lassen sich genauso anzeigen wie die „Vegetationsstatistik Stadtbezirke“. Für jeden der 123 Frankfurter Stadtbezirke ist ablesbar, wie dicht und hoch Büsche und Bäume stehen – einfach auf die Karte klicken und staunen, wie’s im eigenen Viertel um das Grün bestellt ist.

Auch andere Ämter nutzen den Atlas: Das Gesundheitsamt hat zum Beispiel „kühle Orte“ eingetragen – vom Brunnen bis zum Kino. Und wer nach der Abenddämmerung draußen sitzt, sollte vielleicht das neue „Mückenmonitoring“ checken: Rote Punkte zeigen, wo seit dem vergangenen Jahr Populationen der Asiatischen Tigermücke nachgewiesen wurden. Gut zu wissen, oder?

Der Klimaplanatlas ist ein echtes Tool für alle Frankfurterinnen und Frankfurter – ob ihr einfach nur wissen wollt, warum es bei euch zuhause so brütet, oder ob ihr verstehen möchtet, wie unsere Stadt mit dem Klimawandel umgeht. Jetzt reinhören – äh, reinklicken – und selbst entdecken, was euer Viertel klimatisch draufhat!

Quellen


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