Gesa Krause holt EM-Gold über 3.000 Meter Hindernis – nach einem bitteren Marathon-DNF in Valencia. Wie die Hessin zurück zu sich selbst fand, liest du hier.
Schmerzen, Rückschläge, mentale Dauerbelastung – und am Ende trotzdem Gold. Gesa Krause hat 2026 eine Saison hingelegt, die man so schnell nicht vergisst. Die 34-jährige Hessin aus Dillenburg (Lahn-Dill-Kreis) zählt zu den bekanntesten Gesichtern der deutschen Leichtathletik – und dieses Jahr hat sie noch einmal bewiesen, warum.
Alles begann im Dezember 2025 mit einem mutigen Experiment: Krause wollte ihre Karriere neu beleben und startete ihre Marathon-Premiere in Valencia. Die Vorbereitung lief richtig gut, die erste Hälfte der Strecke war stark – doch ab Kilometer 26 war plötzlich Schluss. Bei Kilometer 30 musste sie aussteigen. DNF – did not finish – stand am Ende auf der Ergebnisliste. „Viel investiert, kein Outcome“, sagte Krause danach, „das schmerzt unheimlich.“ Und sie meinte damit nicht den Körper.
Das hätte viele aus der Bahn geworfen. Nicht Gesa Krause.
Rund acht Monate nach dem bitteren Valencia-Aus holte sie sich bei den Europameisterschaften im britischen Birmingham ihren dritten EM-Titel über die 3.000 Meter Hindernis – ihrer Lieblingsstrecke. Taktisch, nervlich, läuferisch: einfach eine Glanzleistung. Ja, sie profitierte auch vom Hürden-Sturz ihrer deutschen Kollegin Lea Meyer, die nach dem Rennen lautstark Kritik äußerte. Doch am Ende hat Krause ihren Status als Nummer eins auf dem Kontinent eindrucksvoll untermauert.
Und es blieb nicht bei diesem Triumph: Zwei Wochen später, beim traditionsreichen Istaf im Berliner Olympiastadion, gewann sie ganz nebenbei auch noch ihr Rennen. Vorher stand sie gemeinsam mit Zehnkampf-Star Leo Neugebauer und dem Para-Sprinter Felix Streng auf einem Event, um für das Istaf zu werben. Role Model – das Wort passt hier wie kein zweites.
Gesa Krause taucht nicht nur in Sportmedien auf. Gemeinsam mit der Frankfurter 800-Meter-Läuferin Smilla Kolbe – 24 Jahre alt und echter Shootingstar der deutschen Leichtathletik – gab sie der Vogue ein Interview. Zwei Generationen, eine Leidenschaft. Das zeigt: Krause ist längst mehr als eine Athletin. Sie ist ein Gesicht, das Menschen bewegt – und Tickets verkauft.
Auch als Mutter der dreijährigen Lola setzt sie Maßstäbe. Im Gespräch mit der ARD sagte sie: „Ich sehe es als Privileg, dass ich meine Leidenschaft noch ausleben darf. In diesem Jahr nochmal EM-Gold zu gewinnen, das war toll.“ Gleichzeitig macht sie keinen Hehl daraus, wie sehr die lange Saison an ihr zehrt – Schmerzen an Füßen, Gelenken und dem Rücken inklusive.
Gesa Krause denkt noch lange nicht ans Aufhören. 2027 steht die WM in Peking an, doch ihr großes Ziel heißt: Olympia 2028 in Los Angeles. Es wären ihre fünften Sommerspiele – mit dann fast 36 Jahren. Dort möchte sie sich noch einmal selbst überraschen. Keine Medaillen-Garantie, aber gelungene Auftritte, eine Finalteilnahme, das Beste aus sich rausholen.
Schmerzende Füße, ein gescheiterter Marathon-Versuch, der Dauerdruck einer langen Saison – für Gesa Krause sind das keine echten Hindernisse. Sie hat in ihrer Karriere tausendfach bewiesen, dass sie Hürden locker überspringen kann. Buchstäblich. Wir drücken die Daumen – und hören zu! Jetzt reinhören bei Radio Frankfurt – Der Sound der Weltstadt.






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