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Gen-Z-Proteste: In Frankfurt eskaliert die Lage am Abend

Gen-Z-Proteste in Frankfurt: Tagsüber friedlich, am Abend eskalierte es mit Böllern, Steinen und Plünderungen.

Redaktion
·
1. November 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Tag

Zehntausende auf den Straßen – auch mittendrin in Frankfurt

Der Sound der Weltstadt war am Samstag ein anderer: Unter dem Motto „Gen Z regelt“ sind bundesweit in mehr als 30 Städten junge Menschen auf die Straße gegangen – und mittendrin war auch Frankfurt. Nach Angaben der Initiative „Gen Z regelt“ kamen landesweit mehr als 100.000 Teilnehmende zusammen, wie ZDFheute berichtet. ORF.at spricht von mehreren zehntausend Menschen, die für mehr Geld für Schulen, gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz demonstrierten.

Auch in Frankfurt zogen die Menschen zunächst friedlich durch die Innenstadt. Laut ZDFheute war die Stimmung am Tag sehr friedlich, eine „bunte Menge“ habe für Bildung, gegen Militarisierung und Wehrpflicht sowie für Klimaschutz demonstriert – mit dabei auch ältere Generationen, die sich mit den jungen Leuten solidarisierten.

Böller, Steine und ein verletzter Polizist

Doch am Abend kippte die Stimmung. Wie ZDFheute berichtet, wurde der Protestzug in Frankfurt mehrfach wegen Pyrotechnik gestoppt. In der Nähe der Konstablerwache geriet die Lage ins Stocken, ein Wasserwerfer fuhr vor. Die Polizei Frankfurt erklärte die Demonstration nach wiederholten Böller- und Steinwürfen für aufgelöst. Nach Angaben der Polizei wurde mindestens ein Beamter verletzt. Auch Hessens Innenminister Roman Poseck sprach laut ZDFheute von mehreren verletzten Polizisten. Noch am frühen Abend seien in der Frankfurter Innenstadt Böller geworfen worden.

ORF.at berichtet zudem, dass es in Frankfurt zu Plünderungen kam. Viele Einzelhändler hatten ihre Schaufenster aus Angst vor Ausschreitungen vorsorglich mit Holzplatten verbarrikadiert – manche Geschäfte waren wegen des Reformationstages ohnehin geschlossen. Insgesamt wurden laut ORF.at bundesweit 27 Polizisten leicht verletzt, unter anderem in Bonn, Bremen und Karlsruhe, sowie 56 Personen festgenommen.

Nicht nur Frankfurt: Krawalle auch in anderen Städten

Frankfurt war damit kein Einzelfall. Laut ZDFheute kam es auch in Stuttgart, Köln und Hamburg zu Vermummungen und Pyrotechnik. In Köln wurde der geplante Demonstrationszug im Einvernehmen mit den Organisatoren abgesagt, später kesselte die Polizei mehrere Hundert Demonstranten ein, nachdem Beamte mit Feuerwerkskörpern beschossen worden waren. In Stuttgart wurde die Versammlung ebenfalls aufgelöst, in Hamburg zündeten Vermummte Baustellenabsperrungen und Mülltonnen an, die Polizei setzte dort Wasserwerfer ein.

Ruhiger blieb es dagegen in München, Mainz und bei der ersten Kundgebung in Berlin. Die Polizei München sprach laut ZDFheute insgesamt von einer friedlichen Demonstration, auch wenn sich rund 100 Menschen zunächst weigerten, den Platz zu verlassen. In Mainz zog die Polizei ein „insgesamt positives Fazit“, obwohl sich nach Ende der offiziellen Veranstaltung rund 1.000 Personen unangemeldet versammelten.

Organisatoren distanzieren sich – nächster Termin steht schon

Die Initiative „Gen Z regelt“ rief laut ORF.at ausdrücklich zu friedlichem Protest auf und lehnte jede Form von Gewalt ab. Man habe keinen Einfluss darauf, was nach dem offiziellen Ende der Kundgebungen passiert sei, hieß es. Ein Sprecher der Initiative kündigte an, in drei Wochen erneut mobilisieren zu wollen – am 20. November will man sich an europaweiten Protesten beteiligen.

Parallel gingen laut ORF.at auch in Frankreich erneut Hunderttausende auf die Straße, dort kam es ebenfalls zu Ausschreitungen und Festnahmen. Für Frankfurt bleibt festzuhalten: ein Protesttag, der tagsüber von vielen friedlichen Stimmen getragen wurde – und der am Abend von Böllern, Steinen und Plünderungen überschattet wurde.

Quellen

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