
Gen-Z-Demo in Frankfurt eskaliert: Nach stundenlang friedlichem Protest setzt die Polizei Wasserwerfer ein, Böller und Steine fliegen, mehrere Beamte verletzt.
Wir haben es euch in einem früheren Beitrag schon angekündigt: Die Lage bei der Gen-Z-Demo in Frankfurt ist am Abend gekippt. Jetzt gibt es mehr Details zu dem, was an der Weseler Werft begann und an der Konstablerwache eskalierte. Das Main-Gebiet hat einen aufwühlenden Samstag erlebt!
Stunden lang war alles ruhig. Tausende Menschen folgten dem Aufruf der Initiativen „Gen Z regelt“ und „Generation Aufbruch“ und zogen durch die Innenstadt, um für mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit sowie gegen eine Wehrpflicht zu demonstrieren. Nach Angaben der Polizei waren in der Spitze rund 8.000 Menschen dabei, die Veranstalter sprachen sogar von 9.000 Teilnehmern.
Wie die dpa berichtet, kam es immer wieder zu kurzen Stopps, weil sich einzelne Teilnehmer vermummten oder Pyrotechnik zündeten. Richtig brenzlig wurde es dann gut einen Kilometer vor dem geplanten Ende an der Weseler Werft. Die Polizei setzte einen Wasserwerfer gegen Störer ein, nachdem anhaltend Steine geworfen wurden. Gegen 18.20 Uhr löste die Polizei die Versammlung schließlich wegen des „unfriedlichen Verlaufs“ auf.
Auch nach der Auflösung blieb es unruhig. An der Konstablerwache versuchten Randalierer laut dpa-Reportern, mit einem umgekippten Müllcontainer eine Blockade zu errichten – die Polizei verhinderte das mit einem massiven Einsatz. Zwischen Konstablerwache und Hauptwache kam es zu tumultartigen Szenen, ein Hubschrauber beobachtete das Geschehen aus der Luft. Gegen 20.45 Uhr hieß es von einem Polizeisprecher, die Lage habe sich etwas beruhigt, das große Polizeiaufgebot blieb aber mit Schwerpunkt Konstablerwache vor Ort.
Hessens Innenminister Roman Poseck ordnete die Ausschreitungen noch am Abend ein: Man gehe von rund 100 linksextremistisch motivierten Gewalttätern aus, die die Polizei massiv mit Flaschen, Steinen und Pyrotechnik angegriffen hätten. Nach ersten Erkenntnissen des Innenministeriums wurden mehrere Beamte verletzt, ein Polizist laut Poseck möglicherweise sogar etwas schwerer – die genaue Aufarbeitung stand noch aus. Wie viele Demonstrierende verletzt wurden, war zunächst nicht bekannt.
Aus Angst vor Ausschreitungen hatten viele Einzelhändler in der Innenstadt, besonders in den Luxus-Einkaufsstraßen, ihre Schaufenster vorsorglich mit Holzplatten verbarrikadiert. Das Wiesbadener Innenministerium rechnete laut dpa im Vorfeld allerdings nicht mit Krawallen in der Dimension der jüngsten Sozialproteste in Frankreich.
Die Initiative „Gen Z regelt“ setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz, gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht ein. Bundesweit waren für den Samstag Proteste in mehr als 30 Städten angekündigt, mehrere Zehntausend Menschen beteiligten sich letztlich deutschlandweit. Auf der Homepage der Initiative hatten im Vorfeld mehr als 182.100 Menschen angegeben, dabei sein zu wollen – deutlich mehr, als vor Ort tatsächlich zusammenkamen.
Nicht überall lief es wie in Frankfurt: In Kassel versammelten sich nach Polizeiangaben zwischen 500 und 600 Menschen, dort blieb laut einem Polizeisprecher alles friedlich. Auch der wnoz berichtet, dass der Demonstrationszug in Frankfurt zunächst ohne besondere Zwischenfälle verlief – abgesehen von kurzen Unterbrechungen wegen vermummter Teilnehmer.
Ein Tag, der mit Sprechchören für mehr Gerechtigkeit begann und mit Wasserwerfer-Einsatz endete. Für Frankfurt heißt es jetzt: aufarbeiten, was zwischen Weseler Werft und Konstablerwache schiefgelaufen ist. Wir bleiben für euch dran, DANKE AN 344.000 HÖRER für euer Vertrauen – Jetzt reinhören, wenn’s Neues aus dem Main-Gebiet gibt!






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