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Gemeinsam gestalten: Frankfurter Bahnhofsviertel denkt seine Zukunft neu

Die Diakonie Frankfurt lädt zum Barcamp ins Bahnhofsviertel: Anwohner diskutieren Begegnung, Kultur und Drogenpolitik – das nächste Treffen ist am 19. August.

Redaktion
·
9. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Tag

Wenn Nachbarn miteinander reden – und das richtig gut klappt

Frankfurt lebt von seinen Vierteln – und das Bahnhofsviertel ist eines der aufregendsten, wildesten und gleichzeitig herausforderndsten davon. Genau deshalb hat die Diakonie jetzt einen besonderen Abend auf die Beine gestellt: ein Barcamp in der Weißfrauen-Diakoniekirche. Unter dem Motto „Gegenwart und Zukunft im Bahnhofsviertel gemeinsam gestalten“ kamen rund zwölf Menschen zusammen – Menschen, die hier wohnen oder arbeiten, die dieses Viertel täglich erleben und mitprägen.

Was ist eigentlich ein Barcamp?

Wer jetzt an eine nächtliche Bar-Tour denkt: falsch abgebogen! Ein Barcamp ist ein offenes, freies Veranstaltungsformat, bei dem nicht die Organisatoren die Tagesordnung bestimmen – sondern die Teilnehmer selbst. „Es wird keine Agenda vorgegeben“, erklärt Markus Eisele, Theologischer Geschäftsführer und Leiter der Fachbereiche der Diakonie Frankfurt und Offenbach. Und weiter: „Das hier soll kein Ort für schnelle Antworten sein, sondern für ehrliche Fragen.“

Moderiert wurde der Abend von Michael Zocholl, einem freiberuflichen Unternehmensberater, der solche Formate sonst für Konzerne veranstaltet. Mit der Diakonie hatte er es mit einem ganz anderen Publikum zu tun – aber sein empathischer und professioneller Stil hat sofort gepasst.

Drei Themen, die das Viertel bewegen

Aus den vorgestellten Anliegen der Teilnehmenden kristallisierten sich am Ende drei Gruppen heraus, die sich jeweils einem Kernthema widmeten – und dabei richtig spannende Ergebnisse erarbeitet haben:

  • Mehr Begegnung im Viertel: Eine Fünfergruppe diskutierte, wie man im Bahnhofsviertel wieder mehr Miteinander schaffen kann. Die ernüchternde Bestandsaufnahme: Es ist inzwischen normal geworden, die eigenen Nachbarn nicht zu kennen. Eine echte Eckkneipe fehlt. Genauso wie Orte ohne Konsumzwang. Eine konkrete Idee: selbst organisierte Yogakurse oder andere Sportangebote, die Menschen einfach zusammenbringen.
  • Mehr Kultur fürs Viertel: Zwei Teilnehmer überlegten, wie kulturelle Angebote gestärkt werden können. Mehr Kino wäre toll – und in der Weißfrauenkirche gibt es tatsächlich bereits ein Nachbarschaftskino, das aber noch mehr Potenzial hat. Gleichzeitig wurde diskutiert, wie Angebote niedrigschwelliger gestaltet werden könnten, damit wirklich alle mitmachen können.
  • Drogen und das Bahnhofsviertel: Eine weitere Fünfergruppe widmete sich einem Thema, das das Viertel stark prägt. Einigkeit herrschte schnell: Die Stadt tue nicht genug für Drogenkranke. Es brauche mehr Angebote – vielleicht sogar ein Buddy Program. Bis dahin könne sich aber auch jede und jeder Einzelne engagieren.

Nachbarschaftsdemokratie – so soll Frankfurt sein!

Was an diesem Abend in der Weißfrauen-Diakoniekirche passiert ist, klingt einfach, ist aber alles andere als selbstverständlich: Menschen sind unterschiedlicher Meinung, diskutieren aber respektvoll und kommen gemeinsam zu Ergebnissen. Nennen wir es ruhig Nachbarschaftsdemokratie – und genau das ist der Sound der Weltstadt Frankfurt.

Das Beste: Es war nicht der letzte Abend dieser Art. Das nächste Barcamp ist bereits angesetzt – und zwar am 19. August, von 17 bis 21 Uhr. Also: hingehen, mitmachen, das Bahnhofsviertel mitgestalten!

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