
In Offenthal hat ein Bagger bei Erdarbeiten eine Gasleitung gleich zweimal aufgerissen. 80 Feuerwehrleute waren im Großeinsatz – alle Details hier.
Ein lautes Zischen, Gasgeruch in der Luft und kurz darauf jede Menge Blaulicht – so lässt sich der Montagnachmittag in Offenthal zusammenfassen. Bei Erdarbeiten auf einem Grundstück in der Friedhofstraße hat ein Bagger eine Gasleitung gleich an zwei Stellen aufgerissen. Das Ergebnis: ein Großeinsatz mit rund 80 Feuerwehrleuten und etwa 20 Fahrzeugen, der die gesamte Straße über Stunden lahmlegte.
Beim Graben eines Loches auf dem Grundstück hat der Bagger die unterirdische Gasleitung erwischt – und das gleich doppelt. Sowohl die Zuleitung von der Straße als auch die Leitung in Richtung des Hauses wurden beschädigt. Gas trat aus, die Einsatzkräfte rückten sofort an.
Stadtbrandinspektor und Einsatzleiter Markus Tillmann erklärt: „Die Leitung ist sowohl im Bereich der Zuleitung von der Straße, als auch in Richtung des Hauses beschädigt. Die zunächst gesetzten Klemmen dienen deshalb nur der vorläufigen Sicherung.“ Die Feuerwehr näherte sich der beschädigten Leitung zunächst unter Atemschutz. Gemeinsam mit den Stadtwerken gelang es, den Gaszufluss mithilfe spezieller Klemmen vorläufig zu stoppen.
Damit war der Einsatz aber noch lange nicht vorbei. Parallel zu den Sicherungsarbeiten kontrollierte die Feuerwehr mit Messgeräten das betroffene Gebäude sowie alle benachbarten Häuser – vor allem die Keller. Denn: Ausgetretenes Gas kann sich durch das Erdreich in Gebäude schleichen. „Im unmittelbar betroffenen Haus konnten wir keine Gaskonzentration feststellen“, so Tillmann. Auch die Nachbargebäude wurden vorsorglich geprüft.
Neben der Feuerwehr aus Offenthal und den umliegenden Kommunen waren die Stadtwerke, die Polizei sowie die Stadtpolizei vor Ort. Zusätzlich zu den regulären Löschfahrzeugen kamen auch Sonder- und Messfahrzeuge zum Einsatz. Die Friedhofstraße war für den gesamten Verkehr gesperrt.
Eine gute Nachricht gab es trotz des großen Aufgebots: Eine akute Explosionsgefahr bestand zu keiner Zeit. Die Messgeräte registrierten keine explosionsfähige Gaskonzentration. Dazu kam ein glücklicher Umstand: Erdgas ist leichter als Luft und steigt nach oben. Der Wind am Montagnachmittag sorgte zusätzlich dafür, dass sich das ausgetretene Gas schnell verteilte und keine gefährliche Ansammlung entstand.
Die Stadtwerke ließen den Bereich schließlich komplett aufgraben, um die beschädigte Leitung freizulegen, abzutrennen und die Gasversorgung des Hauses anschließend wiederherzustellen. Zeitweise war die Gasversorgung in der gesamten Straße unterbrochen. Wie lange die Reparaturarbeiten insgesamt dauern würden, war am Montagnachmittag noch offen.
Der Vorfall in Offenthal zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, vor Baggerarbeiten den genauen Verlauf von Leitungen zu kennen. Ein kurzer Moment Unachtsamkeit kann einen stundenlangen Großeinsatz auslösen – und im schlimmsten Fall viel gefährlicher enden. Zum Glück ist diesmal alles gut ausgegangen. Respekt an alle 80 Einsatzkräfte, die schnell und professionell reagiert haben!






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