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Freiheitspreis für Reza Pahlavi: Frankfurt macht sich bereit für die Riesen-Demo

Freiheitspreis für Reza Pahlavi: Bis zu 30.000 Menschen demonstrieren in Frankfurt, Ostpark statt Weseler Werft, dazu Kritik per offenem Brief an die Stiftung.

Redaktion
·
5. November 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 11 Stunden

Großeinsatz in der Mainmetropole: Zehntausende erwartet

Frankfurt steht am 7. November ganz im Zeichen des Iran! Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit verleiht an diesem Samstag den Freiheitspreis 2026 in der Paulskirche – und zwar an das gesamte iranische Volk für dessen Freiheitskampf. Entgegengenommen wird die Auszeichnung treuhänderisch vom iranischen Exilpolitiker und Schah-Sohn Reza Pahlavi. Die Verleihung selbst läuft von 11 bis 12.30 Uhr, doch rund um dieses Ereignis rollt eine der größten Versammlungen an, die Frankfurt seit Langem gesehen hat.

Bis zu 30.000 Menschen auf den Beinen

Wie die Stadt Frankfurt mitteilt, wurden für diesen Tag gleich mehrere Versammlungen im Stadtgebiet angemeldet. Den Löwenanteil macht ein Demonstrationszug vom Römerberg zum Ostpark aus, angemeldet mit 24.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – Thema: die Verleihung des Freiheitspreises an Kronprinz Reza Pahlavi. Im Ostpark selbst findet von 10 bis 21 Uhr eine stationäre Kundgebung zum Empfang von Pahlavi statt, zu der die Stadt mit bis zu 30.000 Menschen rechnet. Diese Zahl setzt sich aus den 24.000 Demo-Teilnehmenden plus geschätzten 6.000 weiteren Menschen zusammen, die direkt zur Kundgebung kommen.

Daneben gibt es noch kleinere Versammlungen: In der Berliner Straße, Ecke Neue Kräme, treffen sich von 10 bis 15 Uhr 300 bis 350 Menschen unter dem Motto Solidarität mit dem Iran. Am Brockhausbrunnen auf der Zeil sind es 10 bis 15 Personen, die von 10 bis 14 Uhr gegen Menschenrechtsverletzungen im Iran protestieren. Und auf dem Roßmarkt kommen von 14 bis 18 Uhr nochmal 500 Menschen zusammen, ebenfalls mit dem Thema Solidarität mit dem Iran.

Warum der Ostpark statt der Weseler Werft?

Ursprünglich war die Weseler Werft als Ort für die Großkundgebung angemeldet. Die Versammlungsbehörde hat das aber per Beschränkungsverfügung geändert – aus gutem Grund! Wie die Stadt Frankfurt erklärt, ist die Weseler Werft für die zu erwartende Teilnehmerzahl schlicht nicht ausgelegt. Damit bei so vielen Menschen keine Personenschäden durch Überfüllung entstehen, wurde der Ostpark als ausreichend große Fläche ausgewählt. Logische Folge: Auch der Demonstrationszug führt jetzt direkt dorthin. Die Versammlungsanmelderin wurde darüber bereits am Donnerstag, 5. November, informiert.

Die Stadt macht außerdem klar: Bei allen Reden muss der öffentliche Frieden gewahrt bleiben. Hetze gegen Bevölkerungsgruppen, Gewaltaufrufe oder die Verletzung der Menschenwürde sind tabu. Und weil an diesem Tag so viele Menschen unterwegs sind, rechnet das Ordnungsamt mit ganztägigen, starken Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt. Die klare Empfehlung: den Bereich großräumig umfahren oder gleich auf Bus und Bahn umsteigen!

Kritik an der Preisvergabe

Die Entscheidung, ausgerechnet Reza Pahlavi als Stellvertreter für das iranische Volk auftreten zu lassen, sorgt aber nicht nur für Zustimmung. In einem offenen Brief an die Friedrich-Naumann-Stiftung und die Stadt Frankfurt, veröffentlicht auf der Plattform Petitions.com, fordert die Gruppe Hamrah United, die Entscheidung zu überdenken. Die Kritik: Das iranische Volk habe ganz unterschiedliche politische Strömungen – von republikanisch über feministisch bis liberal und monarchistisch – und niemand könne diese Vielfalt für sich beanspruchen. Pahlavi lebe zudem seit fast fünf Jahrzehnten außerhalb des Iran. Die Unterzeichnenden schlagen stattdessen vor, Menschen einzubeziehen, die den Widerstand im Land selbst erlebt haben – etwa Frauenrechtlerinnen, Angehörige politischer Gefangener oder Gewerkschafter. Die Stadt Frankfurt und die Friedrich-Naumann-Stiftung werden in dem offenen Brief aufgefordert, transparent zu machen, wie die Auswahl zustande kam, und auf die Kritik an Pahlavis politischem Umfeld einzugehen.

Was bleibt

Ob Zustimmung oder Kritik – klar ist: Frankfurt erlebt am 7. November einen der größten Tage für die iranische Community in der Stadtgeschichte. Zwischen Römerberg, Ostpark, Zeil und Roßmarkt wird die Mainmetropole für einen Tag zur Bühne eines Konflikts, der weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung findet.

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