
Frankfurts Jugendverkehrsschule im Grüneburgpark ist dringend sanierungsbedürftig – doch das Geld fehlt.
Wer durch den Grüneburgpark spaziert, läuft oft achtlos daran vorbei: die Frankfurter Jugendverkehrsschule am Rande des Parks zur Siesmayerstraße. Ein kleines Straßennetz mit Ampeln, Kreisverkehr und sogar Straßenbahnschienen – aber keine Häuser, nur Wiese. Dazu ein lang gestrecktes, zweistöckiges Gebäude, das mit Graffiti übersät ist. Von außen wirkt die Anlage verlassen. Doch der Schein trügt gewaltig!
Hinter den bröckelnden Fassaden steckt ein quicklebendiges Bildungsangebot. Sieben Teams aus je zwei Beamten der Dienststelle Verkehrserziehung und Verkehrsaufklärung der Frankfurter Polizei kümmern sich um die Verkehrserziehung der Dritt- und Viertklässler. Sechs Teams fahren direkt zu den Schulen, eines betreut die Kinder, die in den Verkehrskindergarten im Grüneburgpark kommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Im vergangenen Schuljahr haben die Beamten insgesamt 7.573 Schülern aus 110 Schulen beigebracht, wie man sich sicher im Straßenverkehr bewegt. 949 Schüler aus 20 Schulen kamen dabei direkt zum Grüneburgpark.
Auf dem Programm stehen Schulterblick beim Fahrradfahren, Vollbremsung, Vorbeifahren an Hindernissen, Rechts-vor-links, Kreisverkehr und das knifflige Linksabbiegen. Drei Vormittage mit Theorie und Fahrpraxis im Wechsel – und am Ende wartet die Fahrradführerscheinprüfung. Die Kinder lieben es, wie die Polizisten berichten: Der Besuch hier ist für die Mädchen und Jungen ein echtes Highlight!
Besonders beliebt ist die funktionstüchtige Kinderstraßenbahn aus dem Jahr 1960 – von den Polizisten liebevoll „Apfelsaft-Express“ genannt. Leider muss sie derzeit im Schuppen bleiben, weil die schmalen Gleise, die die Anlage in einem weiten Oval durchmessen, zu stark beschädigt sind. Und auch die echte Ampelanlage an der Kreuzung mitten im nachgebildeten Straßennetz sorgt bei jedem Besuch für strahlende Kinderaugen – die Frage „Wann wird sie endlich eingeschaltet?“ gehört zum festen Ritual.
So viel Begeisterung auf der einen Seite – so viel Nachholbedarf auf der anderen. Die Jugendverkehrsschule, im Oktober 1960 eröffnet, ist stark in die Jahre gekommen. Das Bildungsdezernat verweist auf das Amt für Bau und Immobilien, das zuständig sei. Und dort ist die Lage klar: „Der Jugendverkehrsgarten ist stark sanierungsbedürftig. Eine Planung für eine erste Sanierungsmaßnahme liegt vor. Diese beinhaltet, eine Unterbringung für Fahrräder, einen Seminarraum sowie ein Büro mit Toilettenanlage herzurichten. Die Sanierung kann momentan aber aufgrund fehlender Haushaltsmittel nicht umgesetzt werden.“
Immerhin: Im März hieß es vom Magistrat, dass ein Neubau der Jugendverkehrsschule für die Haushaltsanmeldung im Jahr 2028 vorgesehen ist. Das ist ein erstes Signal – aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.
Die engagierten Polizistinnen und Polizisten, die hier tagtäglich mit Herzblut arbeiten, verdienen bessere Bedingungen. Und die Kinder erst recht! Wenn ein Neubau kommt, dann sollte er eines unbedingt beinhalten: neue Gleise, damit der Apfelsaft-Express endlich wieder rollen kann – natürlich an einer richtigen Ampel vorbei. Frankfurt, das sind wir alle – und unsere Kinder lernen hier, wie sie sicher durch den Sound der Weltstadt navigieren. Das ist es wert, in die Zukunft zu investieren!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.