
Die Frankfurter Grünen starten einen großen Beteiligungsprozess, um ihre Strukturen an das starke Mitgliederwachstum anzupassen und sich für vier Wahlen fit…
Die Frankfurter Grünen machen ernst – und zwar richtig! Nachdem der Kreisverband in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes Wachstum hingelegt hat, geht es jetzt darum, die Strukturen fit für die Zukunft zu machen. Bei einer Kreismitgliederversammlung im Nordend haben die Mitglieder den Kreisvorstand am Samstag einstimmig beauftragt, einen breit angelegten Beteiligungsprozess zu starten. Das Motto dabei: „Wurzeln stärken – gemeinsam weiterwachsen.“
Die Zahlen sprechen für sich: Noch im Jahr 2020 zählte der Kreisverband lediglich rund 1.500 Mitglieder. Am 6. August 2026 waren es bereits genau 2.707. Kreisgeschäftsführerin Natalie Ferko präsentierte diese Zahlen bei der Versammlung – und die zeigen, vor welcher Aufgabe die Partei steht. Denn viele der bestehenden Strukturen stammen noch aus einer Zeit, in der die Grünen deutlich kleiner waren. Allein im Nordend hat die Partei inzwischen fast 400 Mitglieder.
Auch ein anderer Blick auf die Mitgliederzahlen ist spannend: Der Frauenanteil ist auf 48 Prozent gestiegen, die größte Altersgruppe bilden die 30- bis 39-Jährigen mit 660 Mitgliedern. Und falls das Wachstum so weitergeht? Dann könnten die Frankfurter Grünen perspektivisch sogar die SPD als mitgliederstärkste Partei in der Stadt ablösen – die lag zuletzt bei nur noch 3.100 Mitgliedern.
Der Beteiligungsprozess ist klar getaktet. Von September bis Dezember sollen die Mitglieder zunächst digital, niedrigschwellig und anonym ihre Erfahrungen, Erwartungen und Ideen einbringen können. Gleichzeitig plant der Kreisvorstand moderierte Strukturgespräche – mit den 16 Stadtteilgruppen, den Arbeitsgemeinschaften, der Fraktion und der Grünen Jugend.
Ab Januar bis April kommen dann themenbezogene Arbeitsgruppen zum Zug. Sie sollen konkrete Vorschläge erarbeiten – etwa zur Mitgliederaktivierung, zur Kommunikation innerhalb des Kreisverbands, zur politischen Programmarbeit und zur Kampagnen- und Wahlkampffähigkeit. All diese Ergebnisse werden bei einer Zukunftswerkstatt vorgestellt und diskutiert, bevor der Kreisvorstand im Mai oder Juni 2027 der Kreismitgliederversammlung einen finalen Antrag vorlegt.
Warum jetzt? Kreisgeschäftsführerin Natalie Ferko macht klar: Der Zeitpunkt ist günstig. Die nächste Wahl – voraussichtlich die Landtagswahl – folge erst im Herbst 2028. Diese Zeit wollen die Frankfurter Grünen nutzen, um sich grundlegend neu aufzustellen.
Kreisvorsitzende Tara Moradi, die gemeinsam mit Burkhard Schwetje die Doppelspitze des Kreisvorstands bildet, blickt noch weiter voraus: Nach der Landtagswahl folgen die Oberbürgermeisterwahl, die Bundestagswahl und die Europawahl. Der Strukturprozess soll dazu beitragen, gut vorbereitet in alle vier Wahlkämpfe zu ziehen. Ein ambitionierter Plan – aber angesichts der Entwicklung der letzten Jahre kein unrealistischer.
Die Frankfurter Grünen zeigen: Wachstum ist kein Selbstläufer, sondern auch eine echte Herausforderung. Wer mehr Mitglieder hat, braucht bessere Strukturen, klarere Kommunikation und eine starke Gemeinschaft. Mit dem Beteiligungsprozess „Wurzeln stärken – gemeinsam weiterwachsen“ nehmen sie diese Aufgabe jetzt mutig in die Hand. Hier in Frankfurt bleibt die politische Landschaft in Bewegung – und Radio Frankfurt ist nah dran. Der Sound der Weltstadt!






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