
Klaus Oesterling, Ex-Verkehrsdezernent Frankfurts, ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Sein Erbe: U-Bahn-Ausbau, rote Fahrradstreifen und mehr als 30 Jahre…
Traurige Nachrichten aus unserer Stadt: Klaus Oesterling, ehemaliger Verkehrsdezernent und langjähriger SPD-Stadtverordneter, ist am Freitag nach schwerer Krankheit gestorben. Er wurde 74 Jahre alt. Die Stadt Frankfurt hat seinen Tod am Samstag offiziell mitgeteilt – und Frankfurt verliert damit eine Persönlichkeit, die die Stadtpolitik über mehr als drei Jahrzehnte geprägt hat.
Bereits seit 1989 gehörte Oesterling der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung an. Zehn Jahre lang war er SPD-Fraktionsvorsitzender im Römer, bevor er ab 2016 das Amt des Verkehrsdezernenten übernahm. Der Sound der Weltstadt trägt auch seine Handschrift – denn wer heute in Frankfurt U-Bahn fährt oder auf dem Fahrradstreifen unterwegs ist, bewegt sich auf Spuren, die Oesterling mitgestaltet hat.
Als Verkehrsdezernent setzte Oesterling klare Schwerpunkte: Er trieb den Ausbau des Nahverkehrs konsequent voran. Dazu zählten die Verlängerung der U-Bahn-Linien U5 und U2 sowie der Lückenschluss auf der Linie U4. Auch der Bau der Regionaltangente West und die Verlängerung der Straßenbahn Richtung Höchst gehen auf sein Engagement zurück.
Besonders in Erinnerung bleibt vielen Frankfurterinnen und Frankfurtern die Sperrung des Mainkais für den Autoverkehr – ein mutiger Schritt, der zunächst großen Widerstand auslöste und nach einem Jahr wieder rückgängig gemacht wurde. Was blieb? Die markanten roten Fahrradstreifen im Stadtbild – ein sichtbares Zeichen seiner Arbeit, das bis heute zu sehen ist.
Übrigens: Oesterling selbst besaß keinen Führerschein. Die Faszination für U-Bahnen, Straßenbahnen und Schienenverkehr begleitete ihn sein ganzes Leben. Und trotzdem – oder gerade deshalb – widersprach er laut der Stadt einer Verkehrspolitik, die das Auto grundsätzlich zum Feind erklärt. Ein Pragmatiker mit klarer Haltung.
Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) fand bewegende Worte für seinen Parteikollegen und Freund: „Mit ihm verliert Frankfurt nicht nur ein demokratisches Urgestein und ich einen wichtigen Ratgeber und Freund.“ Josef würdigte Oesterling als großartigen Debattenredner mit tiefer Sachkenntnis und als Vorkämpfer für eine ökologische Verkehrswende. „Klaus Oesterling war auf allen politischen Feldern versiert, aber vor allem in der Verkehrs- und Haushaltspolitik einer der brillantesten Köpfe, denen ich je begegnet bin.“
Oesterling lebte bis zuletzt in der Nordweststadt. „Klaus Oesterling hat seine Heimatstadt geliebt und war einfach durch und durch ein Frankfurter“, so Josef. „Sein Tod macht uns traurig, ist aber zugleich nach langer und tapfer ertragener Krankheit für ihn auch das Loslassen einer schweren Last.“
Frankfurt verliert mit Klaus Oesterling einen Menschen, der nicht nur Verkehrspolitik gemacht hat – er hat die Art, wie wir uns in unserer Stadt bewegen, nachhaltig verändert. Wir denken an seine Familie und alle, die ihn kannten. Frankfurt vergisst ihn nicht.






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