
Eintracht Frankfurt U21 verliert gegen die Stuttgarter Kickers 2:3 – doch der Kampfgeist nach dem 0:2-Rückstand macht Hoffnung für die Regionalliga-Saison.
Der Start der Eintracht Frankfurt U21 in die Regionalliga Südwest läuft alles andere als rund – und trotzdem macht er Lust auf mehr! Nach dem 0:3-Auftaktdebakel bei Hessen Kassel setzte es für die Frankfurter Talente im ersten Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers die nächste Niederlage: 2:3 (2:2). Und doch war da nach dem Abpfiff vor 1208 Zuschauern im Dreieicher Sportpark etwas, das Hoffnung macht.
Wer die ersten 20 Minuten gesehen hat, ahnte schnell: Das kann ein langer Abend werden. Ohne die verletzten Benjamin Kirchhoff und Nico Ochojski sowie den zu den Profis abgestellten Jeremiaha Maluze war die SGE-Defensive nur eingeschränkt besetzt – und das merkte man sofort. Die Stuttgarter Kickers nutzten die Verunsicherung eiskalt aus.
Das erste Gegentor war umstritten: Nur der Linienassistent wollte gesehen haben, dass der Ball nach einem „Schnippler“ von Yannick Glessing die Linie überschritten hatte. Trainer Patrick Glöckner machte danach keinen Hehl daraus: „Die Videobilder legen nahe, dass er nicht drin war.“ Beim zweiten Treffer ließ sich die Eintracht von einem schönen Solo von Melkamu Frauendorf übertölpeln. 0:2 nach 13 Minuten – der Trainer selbst gab zu: „Ich habe gedacht, oh je, was passiert hier?“
Doch dann passierte etwas, das diese junge Mannschaft auszeichnet: Sie hat nicht aufgehört, Fußball zu spielen! Nach einem missglückten Abschlag des Stuttgarter Keepers Felix Dornebusch schnappte sich Keito Kumashiro die Unordnung in der Kickers-Abwehr und hämmerte den Ball mit einem Flachschuss ins lange Eck. Plötzlich war alles wieder offen.
Der absolute Schlüsselmoment folgte kurz darauf: Eintracht-Keeper Emil Möhler verhinderte mit einer glänzenden Parade das vermeintliche 1:3 – und im Gegenzug legte Paul Wünsch mit einem fantastischen Solo den Ausgleich auf. Jonas Bauer musste den Ball aus kurzer Distanz nur noch einschieben. Halbzeit: 2:2. „Wir haben nach dem Anschlusstreffer endlich angefangen, Fußball zu spielen“, zog Glöckner sein Fazit zur Anfangsphase und dem folgenden Aufschwung.
Die zweite Hälfte war ein echter Abnutzungskampf – bei Temperaturen von rund 40 Grad auf dem Rasen. „Es war bei diesen Temperaturen eine Mentalitätsfrage“, sagte Kickers-Trainer Holger Bachthaler. Den entscheidenden Treffer zum 3:2 erzielte der eingewechselte David Stojak rund 20 Minuten vor dem Ende per Kopf nach einer weiten Flanke, als Möhler einen Tick zu spät kam.
Die Eintracht-Talente kämpften weiter bis in die Nachspielzeit – Niklas Scheller wäre in der Schlussminute fast noch der Ausgleich gelungen, doch ein Stuttgarter Verteidiger kratzte den Ball von der Linie. Am Ende räumte sogar Kickers-Trainer Bachthaler ein: „Wir waren der glückliche Sieger.“ Und das war mehr als ein Trostpflaster.
Zwei Niederlagen, null Punkte – auf dem Papier sieht das mager aus. Aber wer dieses Team gegen die ambitionierten Stuttgarter Kickers gesehen hat, weiß: Da steckt mehr drin. „So dürfen wir am Anfang nicht spielen“, war Glöckner zwar sauer auf den Beginn, aber er ergänzte auch: „Wir hatten immer die Option auf einen Punkt.“ Die Lernphase bei Eintracht Frankfurt U21 hat gerade erst begonnen – und der Sound der Weltstadt dürfte noch öfter im Dreieicher Sportpark zu hören sein!






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