Eintracht Frankfurt startet mit null Siegen in die Saison: zwei Führungen verschenkt, sieben Gegentore kassiert. Was steckt hinter dem Einbruch nach der Pause?
Die Saison hat gerade erst begonnen und bei Eintracht Frankfurt ist die Stimmung schon angespannt. Nach nur zwei Bundesligaspielen, einem verschenkten 3:1 in Berlin (Endstand 3:3) und einer 1:4-Heimpleite gegen den FC Augsburg, steht die SGE mit gerade mal einem Punkt da – und sieben Gegentoren auf dem Konto. Das Muster ist dabei erschreckend klar: Die Eintracht führt, bricht dann ein und herschenkt den Sieg. Wer sich da als Fan Sorgen macht, dem kann man es wirklich nicht verdenken.
Gegen den FC Augsburg zeigte die Eintracht über weite Strecken der ersten Halbzeit sogar richtig guten Fußball. Jonathan Burkardt traf nach nur sechs Minuten zum 1:0, und das Team von Trainer Adi Hütter dominierte den Gegner fast nach Belieben. „Die erste Halbzeit ist der Fußball, den ich mir vorstelle“, sagte Hütter nach dem Spiel. Doch genau das macht den Einbruch danach so schwer zu verstehen.
Der FCA drehte die Partie mit einem Doppelschlag in der 46. und 47. Minute – also direkt nach dem Wiederanpfiff. Die Verunsicherung war greifbar, zwei weitere Gegentore folgten. Hütter brachte in der 69. Minute den 36-jährigen Timothy Chandler, um noch einmal Energie ins Waldstadion zu bringen. Das sagt eigentlich alles über die Lage. „Ein Fußballspiel dauert eben 90 Minuten und nicht nur 45. Die zweite Halbzeit war weit weg von dem, was ich sehen möchte“, so Hütter deutlich.
Kaderplaner Markus Krösche stellte sich nach dem Abpfiff den kritischen Fragen – und blieb betont gelassen. Auf die Frage, ob er sich nun doch noch nach arbeitslosen Außenverteidigern umsehen wolle, antwortete er schlicht: „Nein.“ Sein Argument: „Wir haben junge Spieler und vertrauen denen. Wir haben zwar verloren, aber wir müssen jetzt auch nicht alles in Frage stellen.“ Nach zwei Spieltagen mag das noch durchgehen. Aber wenn die Gegentore weiter so fließen, wird dieser Standpunkt schwerer zu halten sein.
Auch Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann hatte sich vor der Augsburg-Partie öffentlich hinter Team und Trainer gestellt: „Die Mannschaft und der Trainer haben Vertrauen verdient.“ Nach dem 1:4 klingt dieser Satz natürlich noch mal ganz anders.
Die kommenden Aufgaben in der Bundesliga haben es in sich: Mainz 05, SC Freiburg und RB Leipzig heißen die nächsten Gegner. Da braucht die Eintracht dringend eine Reaktion – und zwar über volle 90 Minuten. Wie wir in einem früheren Beitrag bereits berichtet haben, wartet im DFB-Pokal außerdem der Hamburger SV auf die SGE – und kurz darauf kommt es in der Bundesliga ebenfalls zum Duell mit dem HSV. Für die Fans wird der Oktober also richtig spannend. Aber nur, wenn die Mannschaft endlich lernt, Führungen auch über die volle Spielzeit zu verteidigen.
Das Potenzial ist da – das haben die ersten Halbzeiten beider Partien gezeigt. Jetzt muss Adi Hütter den Schalter finden, um seine Jungs auch in der zweiten Hälfte auf dem Platz zu halten. Frankfurt verdient besseren Fußball – für volle 90 Minuten. Jetzt reinhören und up to date bleiben – Radio Frankfurt, der Sound der Weltstadt!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.