
Hessischer Kinofilm „Bärenjagen
Der hessische Kinofilm „Bärenjagen
In Frankfurt gibt es über 2200 öffentliche Ladepunkte – doch Stadtteile wie Seckbach fehlen noch. Was das für E-Auto-Fahrer bedeutet, erfährst du hier.
E-Autos sind in Frankfurt längst kein Randphänomen mehr. Laut Ordnungsamt waren Ende Juli 2026 insgesamt 26.954 Elektroautos in Frankfurt angemeldet – das entspricht rund acht Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge in der Stadt. Die Nachfrage steigt, und damit auch der Blick auf eine entscheidende Frage: Wie gut ist Frankfurt eigentlich mit Ladeinfrastruktur aufgestellt?
Stand Juli 2026 sind laut Mobilitätsdezernat bei der Bundesnetzagentur gut 2200 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Frankfurt gelistet – auf privaten Flächen wie Parkhäusern und Supermärkten sowie im öffentlichen Straßenraum. 266 davon sind DC-Schnellladepunkte. Die Infrastruktur wächst, das ist Fakt. Aber sie wächst nicht gleichmäßig – und genau das ist das Problem.
Wer in der Frankfurter Innenstadt oder rund um die Messe wohnt, hat es leicht. Wer aber in Seckbach oder Eschersheim zuhause ist, schaut derzeit oft in die Röhre. Die Ladestationen ballen sich in den zentralen Lagen, während viele Stadtteile noch deutlich unterversorgt sind. Das ist nicht nur unbequem – es ist ein echtes Problem für alle, die weder eine Wallbox zuhause noch die Möglichkeit haben, beim Arbeitgeber zu laden.
„Ohne eigene Station oder die Möglichkeit, beim Arbeitgeber zu laden, müssen Sie auf das zurückgreifen, was der Stadtteil bietet“, sagt Oliver Reidegeld, Pressesprecher von ADAC Hessen/Thüringen. „Eine günstige Station im Westend bringt jemandem, der in Bonames wohnt, nichts.“ Klare Ansage – und die trifft den Kern des Problems.
Die Stadt hat 200 Standorte identifiziert, an denen aktuell weitere öffentlich zugängliche Ladesäulen entstehen sollen. Bis 2035 seien laut Magistrat im öffentlichen Raum bis zu 2500 weitere Ladepunkte erforderlich. Eine Pilotphase hat außerdem ergeben, dass die vorhandenen Ladesäulen in Frankfurt bis zu 1,5 Mal stärker ausgelastet sind als in anderen Städten – auch wegen der vielen Pendler.
Die Stadt selbst betreibt dabei keine eigene Ladeinfrastruktur auf öffentlichen Flächen, sondern vergibt das an Anbieter. Dabei werden attraktive, innenstadtnahe Standorte mit Standorten in den Stadtteilen gebündelt – damit auch die Randlagen künftig besser versorgt werden. Die Prognose: Rund 85 Prozent der künftigen Ladeinfrastruktur soll auf privaten, 15 Prozent auf öffentlichen Flächen entstehen.
„Es kommt darauf an“, sagt Reidegeld vom ADAC Hessen/Thüringen. Nach rein finanziellen Gesichtspunkten lohne sich ein E-Auto für die meisten Fahrprofile – auch unter Einbeziehung von Wertverlust, Wartungskosten und Versicherung. Je mehr Kilometer man fährt, desto größer der Kostenvorteil. Aber: Komfort spielt eine große Rolle. Wer jeden Abend eine halbe Stunde zur nächsten Ladesäule muss, verliert Zeit und Nerven.
Beim Preis fürs öffentliche Laden liegt Frankfurt mit 60 bis 64 Cent pro Kilowattstunde an AC-Ladesäulen im eher teuren Bereich im Städtevergleich. Wer zuhause lädt, zahlt mit rund 35 Cent pro Kilowattstunde deutlich weniger – allerdings müssen sich die Kosten für Wallbox und Installation, die schnell bei 2000 Euro liegen können, erst einmal rechnen.
Das Fahrprofil entscheidet also viel: Wer nur gelegentlich zum Baumarkt oder Supermarkt fährt, kann auf dem Parkplatz laden. Wer täglich pendelt, braucht eine zuverlässige Lösung in der Nähe des Zuhauses. Genau hier hapert es in einigen Frankfurter Stadtteilen noch gewaltig.
Der Sound der Weltstadt bedeutet auch, dass Mobilität für alle funktioniert – egal in welchem Stadtteil. Frankfurt tut sich schwer, die Ladeinfrastruktur flächendeckend und fair zu verteilen. Die Pläne der Stadt sind ein Schritt in die richtige Richtung, doch bis Seckbach und Eschersheim genauso gut versorgt sind wie die Innenstadt, ist noch einiges zu tun. Bleibt dran – wir halten euch auf dem Laufenden!

Der hessische Kinofilm „Bärenjagen



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