
In Frankfurt-Schwanheim gibt es zwei neue Malaria-Fälle – und die Zahl der Todesopfer steigt. Was ihr jetzt wissen müsst und wie ihr euch schützt.
Die Malaria-Situation rund um den Frankfurter Flughafen hat sich weiter verschlechtert. Das Gesundheitsamt Frankfurt am Main hat am Dienstag, 15. September, zwei weitere Erkrankungen an Malaria tropica bestätigt – beide Betroffenen wohnen im Stadtteil Schwanheim, der sich in unmittelbarer Nähe zum Flughafen befindet. Damit wächst die Zahl der Malaria-Fälle im Zusammenhang mit dem Frankfurter Flughafen weiter an. In einem früheren Beitrag haben wir bereits über die ersten Malaria-Fälle in Frankfurt-Schwanheim und was ihr wissen müsst berichtet – jetzt gibt es leider neue, ernste Entwicklungen.
Das Besondere an den beiden neuen Fällen: Die erkrankten Personen arbeiten laut dem Gesundheitsamt Frankfurt nicht am Flughafen und haben sich auch zuvor nicht in einem Malaria-Endemiegebiet aufgehalten. Beide sind mit dem Malariaerreger Plasmodium falciparum infiziert. Wie das Gesundheitsamt mitteilt, wird noch untersucht, wie es zu den Infektionen kam.
Wie hessenschau.de berichtet, spricht das Gesundheitsamt trotzdem von sogenannter „Flughafen-Malaria“: Infizierte Anopheles-Mücken dürften demnach mit Flugzeugen aus tropischen Regionen eingeschleppt worden sein – und sich dann im Umkreis von bis zu fünf Kilometern rund um den Flughafen ausgebreitet haben. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist dabei laut Gesundheitsamt nicht möglich. Für eine Infektion ist immer der Stich einer infizierten Mücke erforderlich.
Die neuen Fälle kommen zu einem bereits dramatischen Verlauf hinzu. Seit Anfang Juli waren sechs Personen an Malaria erkrankt, die im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit am Frankfurter Flughafen standen – fünf von ihnen Anfang Juli, eine weitere Mitte August. Wie das Gesundheitsamt Frankfurt bestätigt, verliefen zwei dieser Erkrankungen tödlich. Nach Angaben von hessenschau.de ist nun ein dritter Todesfall im Zusammenhang mit den Malaria-Erkrankungen rund um den Frankfurter Flughafen zu beklagen. Keine der bisher sechs betroffenen Personen hatte zuvor ein Malaria-Endemiegebiet bereist oder eine Bluttransfusion erhalten.
Malaria tropica ist bei frühzeitiger Diagnose und schnell eingeleiteter Behandlung gut behandelbar – darauf weist das Gesundheitsamt Frankfurt ausdrücklich hin. Entscheidend ist, eine mögliche Infektion bei entsprechenden Beschwerden frühzeitig in Betracht zu ziehen. Laut hessenschau.de können folgende Symptome auf eine Malaria-Infektion hinweisen:
Das Gesundheitsamt Frankfurt hat die Kassenärztliche Vereinigung Hessen sowie die für den Infektionsschutz zuständigen Behörden über die aktuelle Lage informiert. Ärztinnen und Ärzte werden gebeten, bei Patientinnen und Patienten mit unklarem Fieber auch dann eine Malariaerkrankung in Betracht zu ziehen, wenn keine Reise in ein Risikogebiet stattgefunden hat. Das gilt vor allem für Menschen, die am Flughafen arbeiten, sich dort aufhalten oder in der Nähe wohnen.
Auch Bürgerinnen und Bürger, die in der Umgebung des Flughafens leben, sollten bei entsprechenden Beschwerden zeitnah ärztlichen Rat suchen und dabei auf ihren Wohnort hinweisen. Das Gesundheitsamt hat eine Hotline eingerichtet, die von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr unter 069/212-30030 erreichbar ist. Dort könnt ihr euch informieren und bei Bedarf beraten lassen.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gibt es in Deutschland stellenweise Anopheles-Arten, die unter geeigneten Umweltbedingungen Malaria-Erreger übertragen können – solche Fälle waren bislang jedoch extrem selten. Die aktuelle Häufung in Frankfurt zeigt: Wachsamkeit ist gefragt!






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