Frankfurts Stadtteil-Labore ziehen Bilanz: Ein Jahr lang wurde in Ginnheim, Höchst, Kalbach-Riedberg und dem Ostend gefragt, wo Bildung scheitert.
Frankfurt hat jede Menge Bildungsangebote. Klingt gut, oder? Aber was nützt das beste Programm, wenn es die Menschen gar nicht erst erreicht? Informationen sind zu kompliziert, Wege zu weit, Angebote passen nicht zur eigenen Lebenssituation – und manchmal fehlt einfach die passende Ansprechperson. Genau hier setzt die Stadt Frankfurt an. Und genau hier zeigen die Stadtteil-Labore, was wirklich zählt.
Ein Jahr lang hat das Programm „Bildungskommune Frankfurt“ in vier Frankfurter Stadtteilen hingehört, nachgefragt und zugehört: in Ginnheim, Höchst, Kalbach-Riedberg und im Ostend. Menschen aus der Nachbarschaft und Bildungsakteurinnen und -akteure vor Ort kamen zusammen, um gemeinsam herauszufinden: Wo entstehen Hürden? Und was braucht es wirklich, damit Bildung für alle zugänglich wird?
Die Stadtteil-Labore sind Teil des Aufbaus eines datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements – kurz DKBM. Die Idee dahinter ist stark: Kommunale Daten zeigen, wo Unterschiede bestehen. Die Gespräche vor Ort zeigen, wie Menschen diese Unterschiede tatsächlich erleben. Zusammen ergibt das ein viel klareres Bild als Zahlen allein.
Sylvia Weber, Dezernentin für Bildung, Immobilien und Neues Bauen, bringt es auf den Punkt: „Die Stadtteil-Labore ergänzen unsere Daten um die Erfahrungen der Menschen vor Ort. So wissen wir genauer, wo Hürden entstehen – und gewinnen neue Perspektiven für die Weiterentwicklung der Frankfurter Bildungslandschaft. Daher haben wir auf dieses Beteiligungsformat gesetzt, das bewusst dort ansetzt, wo Bildung stattfindet: im Alltag der Menschen.“
Das ist der entscheidende Punkt: Bildung findet nicht nur in Schulen oder Volkshochschulen statt. Sie passiert zwischen Tür und Angel, im Gespräch auf der Straße, im Stadtteilzentrum um die Ecke. Und genau dort muss sie auch gedacht werden.
Die Erkenntnisse aus den vier Stadtteilen fließen nun direkt in die weitere Arbeit am DKBM ein. Sie geben konkrete Hinweise darauf, wie Frankfurt seine Bildungsangebote künftig noch besser an den Lebensrealitäten der Menschen ausrichten kann. Kein theoretisches Planspiel – sondern echte Erfahrungen als Grundlage für echte Veränderungen.
Die Ergebnisse werden am Donnerstag, 20. August, von 14 bis 18 Uhr bei der Veranstaltung „Zwischen Tür und Bildung“ im Instituto Cervantes, Staufenstraße 1, vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen fünf Thesen zur Zugänglichkeit von Bildung – gebündelte Erkenntnisse aus einem Jahr Stadtteil-Labore.
Was euch erwartet:
Was die Stadtteil-Labore gezeigt haben, ist kein kleines Randthema. Es geht um die Frage, wer in dieser Stadt wirklich Chancen hat – und wer durch die Maschen fällt, weil Angebote an der Lebenswirklichkeit vorbeigehen. Frankfurt nimmt das ernst. Und macht aus Gesprächen und Erfahrungen echte Bildungspolitik.
Ihr wollt wissen, was dabei rausgekommen ist? Dann schaut am 20. August im Instituto Cervantes vorbei. Der Sound der Weltstadt bedeutet auch: eine Stadt, die zuhört.






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