Fast 30 Jahre nach dem Bierkönig-Mord rollt „Aktenzeichen XY“ den Cold Case neu auf. Frankfurter Ermittler hoffen jetzt auf neue Zeugenhinweise.
Fast 30 Jahre ist es her, dass der Frankfurter Gastronom Manfred Meisel auf Mallorca erschossen wurde. Jetzt kommt wieder Bewegung in den Cold Case! Wie das Polizeipräsidium Frankfurt am Main mitteilt, griff die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY…international“ den sogenannten Bierkönig-Mord am 7. Oktober 2026 um 20:15 Uhr erneut auf. Die Frankfurter Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Frankfurt erhoffen sich dadurch neue Ermittlungsansätze – nachdem wir in einem früheren Beitrag schon über die Hoffnungen der Ermittler berichtet hatten.
In der Nacht zum 12. November 1997 wurden Manfred Meisel, sein achtjähriger Sohn Patrick und die Tierpflegerin Claudia Leisten auf seiner Finca bei S’Aranjassa erschossen. Meisel war der Betreiber der berühmt-berüchtigten Partylocation „Bierkönig“ am Ballermann – einem der erfolgreichsten Lokale auf der sogenannten Schinkenstraße, der Carrer del Pare Bartomeu Salvà.
Bevor Meisel am Ballermann durchstartete, war er mitten unter uns! Wie die Tagesschau berichtet, führte er in den 1980er-Jahren die Apfelweinwirtschaft „Struwwelpeter“ im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen. Nach dem Mord übernahm seine Familie das Lokal. Weil Meisel deutscher Staatsbürger war, liegt die Zuständigkeit für die Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt – und das, obwohl der Mord in Spanien selbst inzwischen verjährt ist.
Der Sound der Weltstadt kennt viele Geschichten – aber diese hier bleibt mysteriös. Laut Tagesschau existieren mehrere Theorien zu dem Fall: Meisel soll sich unter Gastronomen nicht nur Freunde gemacht haben, die Mallorca-Zeitung bezeichnete ihn demnach als „aggressiven Geschäftsmann“. Als weiteres mögliches Tatmotiv gilt Meisels Vogelzucht: Auf seiner Finca züchtete er Papageien und galt zeitweise als einer der größten Papageienzüchter Europas. Wegen des Handels könnte er sich die sogenannte Papageien-Mafia zum Feind gemacht haben – bewiesen ist das allerdings bis heute nicht.
Spanische Ermittler hatten zwischenzeitlich Meisels damaligen Geschäftsführer im Verdacht, ließen ihn aber nach seiner Vernehmung wieder frei, weil er ein Alibi hatte. Mehr als 300 Zeugenhinweise gingen laut Tagesschau im Laufe der Jahre ein – eine endgültige Lösung brachten sie bislang nicht.
„Es wurde eine Vielzahl von Zeugen vernommen und es gab auch immer wieder Anhaltspunkte, um zur Lösung des Falls zu kommen. Diese zerschlugen sich jedoch immer wieder“, wird Dominik Mies von der Staatsanwaltschaft Frankfurt in dem Bericht zitiert. Oberstaatsanwalt Mies setzt dennoch auf den Faktor Zeit: Loyalitäten könnten sich ändern, und frühere Mitwisser könnten nach so langer Zeit doch noch auspacken.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und die Frankfurter Kriminalpolizei erhoffen sich durch die TV-Ausstrahlung genau solche neuen Hinweise. Meisels Lebensgefährtin hielt sich zur Tatzeit übrigens in Deutschland auf und blieb deshalb verschont.
Ob die Sendung tatsächlich den entscheidenden Hinweis bringt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Fall Meisel zeigt, wie eng Frankfurt und der Ballermann über Jahrzehnte verbunden sein können – und wie viele Fragen auch nach fast 30 Jahren noch offen sind. Wir halten euch auf dem Laufenden, sobald es Neuigkeiten aus Frankfurt zu diesem Cold Case gibt. Jetzt reinhören – bei Radio Frankfurt bleibt ihr immer bestens informiert!






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