
Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Hessen 2026 rasant aus – auch Frankfurt und Wiesbaden sind stark betroffen.
Wer dieser Tage durch Hessens Parks, Wälder und Straßen spaziert, sollte die Augen offen halten: Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Hessen immer weiter aus – und das trotz intensiver Bekämpfungsmaßnahmen. Milde Winter, warme Frühjahre und zunehmende Trockenheit machen dem kleinen, aber gefährlichen Schädling das Leben leichter. Für uns Menschen kann der Kontakt mit seinen Brennhaaren richtig unangenehm werden.
Die feinen Brennhaare der Raupe enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Sie brechen leicht ab, bohren sich mit Widerhaken in die Haut – und schon ist das Gift freigesetzt. Starke allergische Reaktionen sind die Folge. Besonders für Allergiker ist das kein Spaß. Deshalb gilt: Befallene Bäume unbedingt meiden und auf keinen Fall die Gespinste anfassen!
Auch in unserer Heimatstadt Frankfurt war die Population in diesem Jahr deutlich stärker ausgeprägt als in den Vorjahren – und das, obwohl die Stadt vorsorglich Bekämpfungsmaßnahmen mit Fraßgift durchgeführt hat. Rund 1.600 Eichen auf städtischen Flächen wurden behandelt. In Wiesbaden sieht es ähnlich aus: Dort hat das Grünflächenamt ebenfalls einen zunehmenden Befall verzeichnet und rund 1.700 städtische Eichen vorbeugend behandelt. Besonders betroffen waren Baumbestände in Waldrandnähe sowie auf waldähnlichen Friedhöfen und Spielplätzen.
Noch drastischer ist die Situation in anderen hessischen Städten. In Kassel hat sich die Zahl der betroffenen Bäume im Vergleich zum Vorjahr von 63 auf 602 nahezu verzehnfacht – ein „außergewöhnlich starker Befall“, wie die Stadt selbst sagt. Künftig sollen verstärkt präventive Maßnahmen helfen, die Lage in den Griff zu bekommen.
In Gießen ist die Population laut Stadtsprecherin in diesem Jahr regelrecht „extrem explodiert“ – einen so starken Befall habe es dort bislang noch nie gegeben. Das Gartenamt setzt auf den biologischen Wirkstoff Bacillus thuringiensis, der die Larvenentwicklung stoppt. Wo nicht gespritzt werden kann, kommen Spezialsauger zum Einsatz.
In Fulda gab es ebenfalls deutlich mehr Raupen im gefährlichen späten Larvenstadium – was zu erheblichem Mehraufwand bei der Bekämpfung geführt hat, besonders während des Hessentags. Präventiv wurden rund 3.300 Bäume im Stadtgebiet mit biologischen Mitteln behandelt. Die Erfolgsquote, die in früheren Jahren bei rund 95 Prozent lag, war in diesem Jahr deutlich niedriger – schuld war laut der Stadt die feucht-kalte Witterung im Mai und Anfang Juni.
Eine etwas beruhigendere Meldung kommt aus Darmstadt: Dank jährlicher prophylaktischer Bekämpfung mit biologischen Wirkstoffen sei die Lage dort insgesamt gut beherrschbar. Allerdings mussten in diesem Jahr an sieben verschiedenen Standorten Nester abgesaugt werden, was 2025 gar nicht nötig gewesen war.
Hessen Forst schlägt ebenfalls Alarm: Im hessischen Staatsforst hat sich der Eichenprozessionsspinner in seinem bisherigen Verbreitungsschwerpunkt in Süd- und Mittelhessen weiter ausgedehnt. Neu ist, dass er in diesem Jahr auch in Nordhessen auftritt – in Gebieten, die bislang kaum betroffen waren. Mittel- bis langfristig rechnen die Experten aufgrund der fortschreitenden Klimaerwärmung mit einer weiteren Ausbreitung in nördlichere Landesteile.
Der Eichenprozessionsspinner bleibt also ein ernstes Thema für ganz Hessen. Bleibt informiert – und bleibt gesund! Jetzt reinhören bei Radio Frankfurt – dem Sound der Weltstadt!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.