
Aggression im Straßenverkehr steigt laut GDV-Studie – fast die Hälfte gesteht eigenes Fehlverhalten. Was Frankfurt und wir alle dagegen tun können.
Hupen, drängeln, anpöbeln – wer täglich durch Frankfurt fährt, kennt das Gefühl. Doch eine aktuelle Langzeitstudie zeigt jetzt schwarz auf weiß, was viele schon ahnen: Aggressives Verhalten im Straßenverkehr nimmt zu – und zwar in nahezu allen abgefragten Bereichen. Die GDV-Langzeitstudie zu Aggression im Straßenverkehr ist laut der Frankfurter Rundschau auf den ersten Blick alarmierend. Besonders spannend dabei: Knapp die Hälfte der befragten Rad- und Autofahrenden gesteht eigenes Fehlverhalten ein. Das heißt: Schuld sind eben nicht immer die anderen!
Der erste Schritt liegt bei uns selbst. Klingt simpel, ist aber gar nicht so leicht umzusetzen: Einfach nicht bei jedem kleinen Fehler anderer direkt contra geben. Bei der nächsten Stresssituation mal einen Gang zurückschalten – oder gar nicht reagieren. Denn wer zurückpöbelt, ist schließlich genauso Teil des Problems. Gute Vorsätze helfen hier mehr als man denkt.
Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) fordert anlässlich der Studie schärfere Kontrollen und Sanktionen für Fehlverhalten sowie verkehrspsychologische Konzepte gegen aggressives Verhalten. Das ist sinnvoll – aber nur ein Teil der Lösung. Es gibt noch viele weitere Stellschrauben, an denen gedreht werden muss.
Ein zentrales Problem bleibt die Konkurrenz um die Fläche. Immer mehr Menschen nehmen am Straßenverkehr teil, der Raum wird enger. Das erfordert eine kluge Raumzuordnung und klare Prioritäten. Frankfurt hat hier bereits reagiert: Die Stadt hat Radwege an vielbefahrenen Straßen ausgebaut und verbreitert – ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.
Auch beim Thema Tempo gibt es Nachholbedarf. Die Frage, ob die gängigen Tempolimits noch zeitgemäß sind, lässt sich klar beantworten: Sie reichen nicht aus. Tempo 130 auf Autobahnen und Tempo 80 auf Landstraßen würden viele Stresssituationen schon im Ansatz verhindern – und nebenbei den Schadstoffausstoß reduzieren.
Mehr Platz für alle entsteht vor allem durch weniger Autos auf der Straße. Das geht nur, wenn es attraktiver wird, das Auto öfter stehenzulassen. Bessere Radwege sind dabei genauso wichtig wie ein zuverlässiger öffentlicher Nahverkehr. Hier ist unter anderem die Bahn gefordert, Menschen wieder pünktlich und verlässlich ans Ziel zu bringen – denn wer auf den ÖPNV vertrauen kann, lässt das Auto viel leichter in der Garage.
Die gute Nachricht: Es gibt viele Wege, die Lage zu entspannen. Von besserer Verkehrsplanung über angepasste Tempolimits bis hin zu mehr Gelassenheit hinter dem Steuer – jede Maßnahme zählt. Wenn wir gemeinsam an diesen Stellschrauben drehen, kann die nächste Langzeitstudie deutlich bessere Ergebnisse liefern. Bis dahin gilt für alle auf Frankfurts Straßen: Gute – und entspannte – Fahrt!






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