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Abschied von Hans Traxler: Frankfurt trauert um einen seiner größten Künstler

Hans Traxler, Mitbegründer von „Titanic

Redaktion
·
26. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 39 Minuten

Frankfurt verliert eine Legende

Traurige Nachrichten aus unserer Stadt: Hans Traxler ist am Montag, 24. August, im Alter von 97 Jahren in Frankfurt gestorben. Der Zeichner, Maler, Autor und Mitbegründer der Satiremagazine „Pardon“ und „Titanic“ war eine der prägendsten Stimmen der Komischen Kunst in Deutschland – und er war durch und durch Frankfurter. Die Stadt Frankfurt hat die Nachricht im Namen der Familie bekanntgegeben.

Traxler wurde 1929 im böhmischen Herrlich geboren und machte Frankfurt zu seiner Wahlheimat. Was er hier hinterlassen hat, ist riesig – und bleibt für immer ein Teil dieser Stadt.

Die „Neue Frankfurter Schule“ – Humor, der alles veränderte

Hans Traxler war Mitglied der Künstlergruppe „Neue Frankfurter Schule“, die ihr Zentrum mitten in Frankfurt hatte. Gemeinsam mit F. W. Bernstein, Bernd Eilert, Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid, Pit Knorr, Chlodwig Poth und F. K. Waechter hat er das Verständnis von Humor und Satire in der Bundesrepublik nachhaltig verändert. Die Gruppe, intern auch als „Elch-Gruppe“ bekannt, lebte ihren Leitspruch: „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche“ – der Vers stammt von F. W. Bernstein, die zeichnerische Umsetzung lieferte Traxler. Der Elch ist bis heute im Logo des Caricatura Museums verewigt, vor dem 2008 eine Bronzefigur eingeweiht wurde.

Von Hänsel und Gretel bis zur Birne – ein Leben voller Meisterwerke

Traxlers frühestes und bekanntestes Werk ist die Wissenschaftsparodie „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ aus dem Jahr 1963 – ein absoluter Klassiker. Schon ein Jahr zuvor, 1962, gehörte er zu den Gründern des Satiremagazins „Pardon“. Die späten 1970er und die 1980er Jahre wurden zur produktivsten Phase seines Lebens: Mit der Mitgründung der „Titanic“, Arbeiten für das Zeit-Magazin sowie für die Magazine der FAZ und der Süddeutschen Zeitung war er überall präsent.

1982 erschien „Birne – das Buch zum Kanzler“ mit Texten von Pit Knorr. Traxlers Karikaturen von Bundeskanzler Helmut Kohl als Birne wurden zu einem festen Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses der Bundesrepublik – so würdigte es auch Oberbürgermeister Mike Josef in seiner Stellungnahme. 1992 schaffte Traxler als einer der ersten deutschen Cartoonisten den Sprung auf den amerikanischen Markt mit „Aus dem Leben der Gummibärchen“.

Das ICH-Denkmal – Frankfurts demokratischstes Denkmal

2005 schenkte Traxler seiner Wahlheimat Frankfurt etwas ganz Besonderes: das ICH-Denkmal im Frankfurter Grüngürtel. Auf einem Sandsteinsockel mit der schlichten Aufschrift „ICH“ kann sich seither jeder Mensch fotografieren und selbst zum Denkmal werden. Unter dem Motto „Jeder Mensch ist einzigartig“ steht es für Integration, Vielfalt und Toleranz. Oberbürgermeister Mike Josef nannte es „vielleicht demokratischstes aller Denkmäler“ – und das trifft es perfekt.

Bis zuletzt kreativ – und international gefeiert

Traxler hörte nie auf zu arbeiten. Noch 2024 erschien „Wie die Malerei verschwand. Eine Kunstgeschichte“, eine satirisch-realistische Auseinandersetzung mit dem Kunst- und Lehrbetrieb. 2025 folgten gleich mehrere Werke: „Eine Ode an den Ammersee“, „Die Bildergedichte“ sowie eine neu illustrierte Ausgabe von Mark Twains „Bummel durch Europa“. Seine Werke wurden unter anderem ins Koreanische, Japanische und Amerikanische übersetzt – internationale Strahlkraft, die Frankfurt stolz macht.

Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke brachte es auf den Punkt: „Sein warmer, manchmal spitzer Humor hat zusammen mit seinen weichen und großartigen Zeichnungen immer ein perfektes Gesamtwerk ergeben.“ Kulturdezernentin Ina Hartwig ergänzte: „Das Werk von Hans Traxler wird weit über die Gegenwart hinaus Bestand haben und künftige Generationen inspirieren.“

Hans Traxler war Träger der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt. Er hinterlässt ein riesiges Werk aus Cartoons, Bildgedichten, Illustrationen und Kinderbüchern – und eine Stadt, die ihn nie vergessen wird. Danke, Hans Traxler. Du warst und bleibst Teil des Sounds dieser Weltstadt.

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