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„A Sky Full of Hope

„A Sky Full of Hope

Redaktion
·
12. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 59 Minuten

Ein Netz, das die Gemüter bewegt

Frankfurt hat jetzt einen neuen Himmel – und der hängt über der Konstablerwache! Die Netzskulptur „A Sky Full of Hope“ der amerikanischen Künstlerin Janet Echelman hat bei ihrer offiziellen Eröffnung für ordentlich Wirbel gesorgt. Rot und blau verschlungene Netze schwingen sanft im Wind, von der Zeil aus schon von Weitem zu sehen. Der Sound der Weltstadt bekommt damit ein neues visuelles Highlight – aber nicht ohne Diskussion.

2,3 Millionen Euro und jede Menge Zündstoff

Schon eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung hatten sich zahlreiche Frankfurterinnen und Frankfurter auf dem Platz eingefunden – auf extra aufgestellten Sonnenstühlen und Sitzsäcken. So entspannt geht es auf Frankfurts bekanntem Problemplatz selten zu. Doch die gute Stimmung hatte auch eine andere Seite: Viele wollten wissen, wie Oberbürgermeister Mike Josef mit der massiven Kritik umgeht, die im Vorfeld laut geworden war.

Insgesamt 2,3 Millionen Euro kostet Echelmans Kunstwerk inklusive der nötigen Umbauarbeiten auf der Konstablerwache. Kritiker werfen der Stadt Steuerverschwendung vor und fragen, warum das Geld nicht für eine nachhaltige Umgestaltung des Platzes oder die Obdachlosenhilfe genutzt wird. Dass das Budget aus einem Restfonds für Stadtillumination stammt, ist dabei längst zur Nebensache geworden.

Josef und Hartwig stellen sich der Kritik

Oberbürgermeister Mike Josef trat dem Unmut direkt entgegen: Das Kunstwerk habe bereits vor seiner Eröffnung gewirkt, indem es eine wichtige gesellschaftliche Debatte ausgelöst hat. Er räumte ein, dass die Diskussion „absolut berechtigt“ sei, warnte jedoch vor einem „strukturellen Negativismus“, der die „Superlative der Negativität als Geschäftsmodell“ nutze. Ja, die Konstablerwache sei unperfekt – aber Kunst gehöre dazu. Und: Kritik am Kunstwerk dürfe nicht in Kulturverachtung umschlagen. Im Publikum gab es dazu sowohl Murren als auch Applaus.

Kulturdezernentin Ina Hartwig bezeichnete die Installation an einem „schmucklosen Ort“ wie der Konstablerwache als ein „Experiment mit offenem Ausgang“ – und hoffte, es werde gut ausgehen. Das Publikum quittierte das mit einem Lachen, das nicht ganz ohne Hohn klang.

Marktbetreiber, Protestaktion und eine Künstlerin mit Statement

Für den lautesten Jubel des Abends sorgte ausgerechnet Thomas Wolff, Standbetreiber auf dem Erzeugermarkt, der donnerstags und samstags auf der Konstablerwache stattfindet. Der Bio-Direktvermarkter freute sich, nach dem baubedingten Ausweichen auf den Roßmarkt endlich wieder am angestammten Platz zu sein. Immerhin belebt der Erzeugermarkt die Konstablerwache seit fast vierzig Jahren – auch ganz ohne Kunstwerk.

Für einen kurzen Zwischenfall sorgte eine weiß vermummte Frau, die unter das Kunstwerk lief und in ein mit Stacheldraht befestigtes Megafon rief, die Konstablerwache sei durch die Installation „amerikanisch besetzt“. Nach wenigen Sekunden war der Protest wieder vorbei.

Janet Echelman selbst trat mit einer Brille auf, deren Gläser und Bügel genau in den Farben ihres Kunstwerks gehalten waren – blau und rot. In Anlehnung an John F. Kennedy rief sie in die Menge: „Ich bin ein Frankfurter!“ Ihre Kunst, so Echelman, verschwinde nicht hinter Museumstüren, sondern verbinde sich mit der Umgebung, um den städtischen Raum zu verändern.

Wenn der Abend die Skulptur verwandelt

Dann begann die eigentliche Magie: Klavierklänge tasteten sich in die Nacht, alle wurden still – und je dunkler es wurde, desto intensiver leuchteten die blauen Lichter auf dem Netz. Was im Hellen noch wie ein schlaff herabhängendes Fischernetz wirkte, verwandelte sich in der Dämmerung in etwas fast Lebendiges. Pärchen nahmen sich in den Arm, und für einen Moment sah es aus, als schlüge ein menschliches Herz mit rotem Fleisch und blauen Blutgefäßen über der Konstablerwache.

Ob man das Kunstwerk liebt oder kritisch sieht – eines ist sicher: Über Frankfurts Konstablerwache spricht gerade die ganze Stadt. Und das ist vielleicht genau das, was Kunst können soll. Jetzt reinhören und mitdiskutieren – bei Radio Frankfurt, dem besten Programm im Main-Gebiet!

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