
Das Rotlintstraßenfest im Frankfurter Nordend feiert seinen 40. Geburtstag! Alles über Frankfurts einziges nicht-kommerzielles Straßenfest und seine Geschichte.
Frankfurts Nordend hat Grund zum Feiern – und zwar richtig! Das Rotlintstraßenfest wird in diesem Jahr 40 Jahre alt und ist damit eine der traditionsreichsten Veranstaltungen im Main-Gebiet. Was 1983 als kleines Nachbarschaftsfest begann, ist heute nicht mehr aus dem Frankfurter Stadtleben wegzudenken. Und das Beste daran: Es ist bis heute das einzige nicht-kommerzielle Straßenfest der Stadt, das sich so lange gehalten hat!
Die Geschichte des Fests ist so besonders wie das Fest selbst. Die Grünen – schon 1979 in Frankfurt gegründet – hatten damals ihr Büro in der Rotlintstraße. Da lag es nahe, das erste Fest direkt vor der eigenen Haustür zu organisieren. Es war eine Zeit der Aufbruchstimmung: studentische Wohngemeinschaften, Kinderläden, alternative Ideen – und der Wunsch, Nachbarn, Geschäfte und Initiativen zusammenzubringen. Genau dieser Geist lebt bis heute weiter.
Seither findet das Fest immer am Samstag zwei Wochen nach dem Ende der hessischen Sommerferien statt – auf dem rund 300 Meter langen Straßenabschnitt zwischen Friedberger Platz und Egenolffstraße. Offiziell nur neun Stunden lang, von 14 bis 23 Uhr. Aber was für neun Stunden!
Erwartet werden in diesem Jahr bis zu 3.000 Besucher, die meisten aus dem Nordend selbst. Doch in starken Jahren – besonders nach der Corona-Pause und in Wahljahren – strömten mehr als doppelt so viele Menschen auf die Straße. Denn das Rotlintstraßenfest ist seit jeher auch ein politischer Treffpunkt. Die Grünen-Prominenz gibt sich hier traditionell die Klinke in die Hand.
Legendär sind die Geschichten von Joschka Fischer, der auf dem Fest Bier zapfte, bevor er Minister wurde. Auch Daniel Cohn-Bendit, Jutta Ebeling und Tom Koenigs zählten zum festen Inventar. Heute ist die nächste Generation am Start: Bundestagsabgeordneter Omid Nouripour, der das Nordend in Berlin vertritt, bringt es auf den Punkt: „Das Rotlintstraßenfest ist längst fester Bestandteil des Frankfurter Stadtlebens. Es ist Kultur, Tradition, ein Ort der Begegnung und vor allem ein wunderbares Nachbarschaftsfest.“ Für diesen Samstag haben sich unter anderem Marcus Bocklet aus dem Landtag und Frankfurts Sozialdezernentin Elke Voitl angekündigt.
„Wir sind das einzige nicht-kommerzielle Straßenfest in Frankfurt, das es immer noch gibt“, sagt Karin Guder, Ortsvorsteherin im Nordend – und man hört den Stolz in jedem Wort. Das Fest lebt von seiner Gemeinschaft: Geschäfte und Betriebe rund um die Rotlintstraße unterstützen es als Sponsoren, eine benachbarte Bäckerei spendete zum Jubiläum sogar Hunderte von Brötchen. Das ist Frankfurt, wie wir es lieben!
Auf dem Fest selbst gibt es wie immer jede Menge zu erleben:
Die Tombola, einst ein Herzstück des Fests, gehört zwar der Vergangenheit an. Aber sonst hat sich wenig verändert – und genau das macht den Charme des Rotlintstraßenfests aus.
Dieses Fest ist mehr als eine Party. Es ist ein Stück Frankfurter Identität, ein Beweis dafür, dass echte Nachbarschaft und gelebte Gemeinschaft keine Selbstverständlichkeit sind – sondern etwas, für das man sich Jahr für Jahr einsetzen muss. Wer also am Samstag nichts vorhat: Ab ins Nordend, rein ins Rotlintstraßenfest und mitfeiern! Der Sound der Weltstadt kommt manchmal eben auch ganz leise daher – als Stimmengewirr auf einer Straße, auf der Menschen seit 40 Jahren füreinander da sind.






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