
Das Rotlintstraßenfest im Frankfurter Nordend feiert 2026 sein 40. Jubiläum – mit Flohmarkt, Apfelwein und bis zu 3.000 Besuchern.
Frankfurt liebt seine Viertel – und das Nordend liebt sein Rotlintstraßenfest! Zum 40. Mal verwandelt sich der rund 300 Meter lange Abschnitt zwischen Friedberger Platz und Egenolffstraße in eine große Nachbarschaftsfeier. Und das hat Tradition: Seit 1983 steigt das Fest immer am Samstag zwei Wochen nach dem Ende der hessischen Sommerferien. Dieses Jahr ist es also wieder soweit – und das Jubiläum macht es noch ein bisschen besonderer.
Aber warum eigentlich die Rotlintstraße? Ganz einfach: Die Grünen, schon 1979 in Frankfurt gegründet, hatten dort einst ihr Büro. Da lag es nahe, das erste Straßenfest direkt vor der eigenen Haustür zu feiern. Was als politische Initiative begann, ist längst zu einem echten Stück Frankfurt geworden.
„Wir sind das einzige nicht kommerzielle Straßenfest in Frankfurt, das es immer noch gibt“, sagt Karin Guder, Ortsvorsteherin im Nordend und Mitglied bei den Grünen. Und das spürt man! Kein Eintritt, keine großen Sponsoren-Banner – dafür echtes Nachbarschaftsgefühl. Offiziell dauert das Fest nur neun Stunden: Programm gibt es von 14 bis 23 Uhr. Aber was für Stunden das sind!
Zum Jubiläum hat zum Beispiel eine benachbarte Bäckerei Hunderte von Brötchen gespendet. „Ist das nicht toll?“, freut sich Guder. Und genau das ist der Geist dieses Fests: Geschäfte, Betriebe und Nachbarn ziehen gemeinsam an einem Strang.
Bis zu 3.000 Besucher werden erwartet – die meisten aus dem Nordend selbst. In Spitzenjahren, etwa nach der Corona-Pandemie, waren es sogar mehr als doppelt so viele. Kein Wunder, denn das Angebot stimmt:
Das Rotlintstraßenfest ist seit jeher auch ein Treffpunkt für Grünen-Politiker – schließlich gilt das Nordend als absolute Hochburg der Partei. Legenden ranken sich um Joschka Fischer, der dort einst, noch vor seiner Ministerzeit, Bier zapfte. Auch Daniel Cohn-Bendit, Jutta Ebeling und Tom Koenigs gehörten zum festen Inventar des Fests.
Inzwischen ist die nächste Generation nachgerückt. Für dieses Jahr haben sich unter anderem Bundestagsabgeordneter Omid Nouripour, Landtagsmitglied Marcus Bocklet und Frankfurts Sozialdezernentin Elke Voitl angekündigt. Nouripour bringt es auf den Punkt: „Das Rotlintstraßenfest ist längst fester Bestandteil des Frankfurter Stadtlebens. Es ist Kultur, Tradition, ein Ort der Begegnung und vor allem ein wunderbares Nachbarschaftsfest.“
Was 1983 als politisches Straßenfest einer jungen Partei startete, ist heute ein echtes Stück Frankfurter Stadtidentität. Das Nordend weiß, was es am Rotlintstraßenfest hat – und Frankfurt kann stolz auf ein Fest sein, das Nachbarschaft, Kultur und Engagement so lebendig hält. Also: Hingehen, mitfeiern, Apfelwein trinken – und einfach mal mit den Nachbarn reden. So geht Frankfurt!



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