Das Saba Bildungsstipendium der Crespo Foundation feiert 20 Jahre – und geht an den Frankfurter Verein Beramí über. Die Jubiläumsausstellung läuft bis 20.
Seit 20 Jahren macht das Saba Bildungsstipendium der Crespo Foundation einen echten Unterschied – für Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung, die ihren Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg nachholen wollen. Jetzt feiert das Programm sein Jubiläum, und gleichzeitig steht ein wichtiger Neustart an: Die Crespo Foundation übergibt das Stipendium an den Frankfurter Verein „Beramí berufliche Integration“. Der Sound der Weltstadt besteht eben nicht nur aus Musik – er besteht auch aus solchen Erfolgsgeschichten.
Was Bildungsförderung konkret bedeuten kann, zeigt Najat Daniel ganz eindrucksvoll. Sie arbeitet heute als Pflegefachkraft in einer Wiesbadener Klinik – ein Weg, der sie über den nachgeholten Hauptschulabschluss, eine einjährige Ausbildung als Krankenpflegehelferin und schließlich die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft geführt hat. Das Saba Stipendium hat sie dabei begleitet. Beim Jubiläumsevent in der Crespo Foundation war sie als eine von vielen ehemaligen und aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten dabei.
Seit 2006 unterstützen die Saba-Mitarbeiterinnen Menschen auf genau diesem Weg – mit Nachhilfe, Workshops, Beratung und finanzieller Unterstützung. Mittlerweile haben rund 430 Stipendiatinnen und Stipendiaten – seit 2022 übrigens auch Männer – von dem Programm profitiert. Eine von ihnen ist Rand Matlef: Dank der Förderung schaffte sie erst den Realschulabschluss, dann das Fachabitur, dann das Architekturstudium – und jetzt macht sie ihren Master in Energy Science and Engineering. Solche Geschichten machen Mut!
Die Übergabe an Beramí hat einen klaren Hintergrund: Die Crespo Foundation ist eine Verbrauchsstiftung und muss laut Testament der Gründerin Ulrike Crespo ihr Vermögen bis Oktober 2039 ausgegeben haben. Cora Stein, Leitung Fördermanagement Bildung und Empowerment bei Crespo, betont, dass die Stiftung bis dahin weiterhin Projekte in den Bereichen Bildung, Kultur und Soziales finanziell fördern wird. Mit Beramí habe man bereits länger bei Saba kooperiert – die Zusammenarbeit ist also keine Unbekannte. In ihrer Rede machte Stein außerdem klar: „Der Wert eines Menschen bemisst sich nicht nach der Schullaufbahn.“ Bildung sei der Schlüssel für Teilhabe – und das bleibt die Botschaft hinter dem Stipendium.
Die hessische Antidiskriminierungsbeauftragte Berivan Dahl hob bei der Feier die „gelebte Bildungsgerechtigkeit“ des Projekts hervor. Sie erinnerte daran, dass der Weg in den deutschen Arbeitsmarkt für Migrantinnen und Migranten oft steinig ist: Abschlüsse und Berufe werden nicht immer anerkannt, Diskriminierung erschwert den Bildungsweg zusätzlich. Saba setze hier gezielt an. „Bildung stärkt die Selbstbestimmung. Eine Investition in die Bildung ist auch immer eine in die Demokratie“ – und gleichzeitig ein Beitrag zur Fachkräftesicherung, so Dahl.
Zum Jubiläum gibt es eine besondere Ausstellung zu sehen: „Hier geblieben – Geschichten aus 20 Jahren Saba Bildungsstipendium für Migrant:innen“ läuft noch bis zum 20. September im Open Space der Crespo Foundation in der Weißfrauenstraße 1–3 in Frankfurt. Kuratorin ist Puneh Henning, das Ausstellungsdesign stammt von Marina Rengel Lucena. Viele Stipendiatinnen und Stipendiaten haben an der Konzeption mitgearbeitet.
Die Ausstellung ist wirklich sehenswert: Es gibt Comics von Stipendiatinnen und Stipendiaten, die Alltagserfahrungen thematisieren, Kleider mit aufgestickten oder gemalten Botschaften – darunter „We are not free, until everybody is free“ – und eine bunte „Saba-Oase“ mit Teppichen, Sitzkissen und Stühlen. Kuratorin Henning dazu: „Hier sind die Menschen gleich, können zusammenkommen und sich stärken.“
Das Saba Stipendium ist ein echtes Frankfurter Erfolgsmodell – und mit Beramí geht es in die nächste Runde. Bildung, Teilhabe, Chancen für alle: Das ist der Sound, den wir in unserer Stadt hören wollen. Schau dir die Ausstellung an und lass dich inspirieren!






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