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125 Jahre SkF Frankfurt: Jubiläum und mehr Inobhutnahmen für Kinder

Der Sozialdienst katholischer Frauen Frankfurt feiert 125 Jahre – und kämpft gleichzeitig gegen steigende Inobhutnahmen und den Mangel an Pflegefamilien in…

Redaktion
·
22. August 2026
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Zuletzt aktualisiert: vor 45 Minuten

Ein Frankfurter Urgestein feiert Geburtstag

125 Jahre im Dienst von Frauen, Kindern und Familien – das ist eine Ansage! Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Frankfurt feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Das Motto: „Gestern, heute, morgen – 125 Jahre SkF für soziale Gerechtigkeit.“ Und das ist mehr als nur ein schöner Slogan – dahinter steckt eine beeindruckende Geschichte mitten in unserer Stadt.

Gegründet im Juni 1901 zunächst als „Fürsorgeverein für sittlich gefährdete Mädchen und Frauen katholischer Confession“, schloss sich der Ortsverein sechs Jahre später dem Gesamtverband Sozialdienst katholischer Frauen an. Seitdem hat sich vieles verändert – das Engagement für Menschen in schwierigen Lebenslagen aber ist geblieben.

Vom Monikaheim zum modernen Familienzentrum

Die Geschichte des SkF in Frankfurt ist eng mit dem Gallus verbunden. Schon 1914 eröffnete das Monikaheim in der Kostheimer Straße 11 – damals geleitet von Ordensschwestern. Heute befindet sich dort unter anderem das „MoniKaffee“, ein offener Familientreff für Schwangere, Mütter, Väter und Familien.

Der Neubau des SkF Familienzentrums Monikahaus in der Kriegkstraße 32 wurde 2014 eröffnet und bündelt seitdem ein breites Angebot unter einem Dach: Schwangerenberatung, Frühe Hilfen, Familienbildung, eine Unterkunft für geflüchtete Frauen und ihre Kinder, Kinderkrippe, Kindergarten und Erziehungshilfen. Ein multiprofessionelles Team, das mit vielen anderen Einrichtungen in der Stadt gut vernetzt ist – das ist SkF Frankfurt heute.

Alarm: Mehr Inobhutnahmen, weniger Pflegefamilien

Das Jubiläum fällt in eine Zeit, die es in sich hat. Heike Sienel, Geschäftsführerin des SkF Familienzentrums Monikahaus, schlägt Alarm: Die Inobhutnahmen für jüngere Kinder in Frankfurt haben zugenommen. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Mangel an Pflegefamilien.

Dabei fehlt es nicht an Bereitschaft – das Interesse ist durchaus vorhanden. Doch die Realität sieht so aus: Potenzielle Pflegeeltern arbeiten häufig beide in Vollzeit, und die Aufgabe lässt sich mit dem eigenen Alltag oft nicht vereinbaren. Eine gesellschaftliche Herausforderung, die direkte Auswirkungen auf die Jüngsten hat.

Das SkF Familienzentrum Monikahaus hat deshalb Wohngruppen eingerichtet – darunter auch eine für Kinder ab vier Jahren. In diese Gruppen werden die Mädchen und Jungen durch das Jugendamt vermittelt. Manche von ihnen haben bereits mehrere Einrichtungen erlebt.

Kinder brauchen Zuhören und Sicherheit

„Mehr denn je ist es Zeit, dass man ihnen zuhört und ihnen Sicherheit gibt“, sagt Sienel. Sich ausreichend Zeit für das eigene Kind zu nehmen, sei im heutigen Alltag für viele Familien kaum noch möglich – aus ganz verschiedenen Gründen.

Birgit Bertelsmann, Leitung „Frühe Hilfe“ am SkF-Monikahaus, kennt die Geschichten hinter den Zahlen: „Sie bringen alle ihre ganz eigene Geschichte mit.“ Die Sehnsucht der Kinder nach einem funktionierenden Elternhaus sei groß. Und die Frage, wann und wo es in einer Familie „gekippt“ ist und welche Maßnahmen helfen können, treibt das Team tagtäglich an.

Statistisch nimmt die Kindeswohlgefährdung zu – vor allem dann, wenn sich Rahmenbedingungen verschlechtern, etwa wenn finanzielle Not in Familien wächst. Gleichzeitig ist auch das gesellschaftliche Bewusstsein für das Thema gestiegen. Sienel ist klar: Es braucht mehr Prävention, um dem entgegenzuwirken.

125 Jahre – und kein bisschen müde

Von den Ordensschwestern des Jahres 1920 bis zum modernen Familienzentrum im Gallus: Der SkF Frankfurt hat bewiesen, dass er sich mit den Bedürfnissen der Zeit weiterentwickeln kann. 125 Jahre soziales Engagement für Frankfurt – das verdient Respekt und Aufmerksamkeit. Und der Blick nach vorne ist klar: Mehr Prävention, mehr Unterstützung, mehr Zeit für die Menschen, die sie brauchen.

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