
Suizidprävention in Deutschland: Zahlen, geplantes Gesetz und Hilfsangebote wie NAKOS und Telefonseelsorge – Radio Frankfurt klärt auf und zeigt Wege aus der…
Manchmal läuft das Leben einfach auf Grund. Dann helfen keine schönen Worte mehr, sondern nur echte Unterstützung. Genau darum geht’s heute – denn Suizidprävention ist ein Thema, das in Deutschland viel zu lange kleingeredet wurde. Wir bei Radio Frankfurt wollen hinschauen, statt wegzuhören.
Nach Angaben von medical-tribune.de nahmen sich 2024 in Deutschland 10.372 Menschen das Leben. Das waren 0,7 Prozent mehr als im Jahr davor und 7,1 Prozent mehr als im Schnitt der letzten zehn Jahre. Jeder 100. Sterbefall in Deutschland ist demnach ein Suizid. Die meisten Selbsttötungen erfolgten durch Erhängen, Strangulieren und Ersticken, gefolgt von Arzneimittel- beziehungsweise Drogenmissbrauch sowie Sturz aus der Höhe. Dazu kommen laut medical-tribune.de rund 100.000 Suizidversuche pro Jahr – häufig von Frauen und jüngeren Menschen. Weltweit nehmen sich der Weltgesundheitsorganisation zufolge sogar 720.000 Menschen jährlich das Leben.
Das sind keine abstrakten Statistiken. Das sind Menschen aus unserer Nachbarschaft, aus unseren Familien, aus unserem Main-Gebiet. Und genau deshalb müssen wir darüber reden.
Wie medical-tribune.de berichtet, wird eine bessere Suizidprävention seit rund zehn Jahren im Bundestag gefordert. Schon 2015 gab es einen ersten Antrag der Grünen, 2017 folgte ein gemeinsamer Vorstoß von Union, SPD und Grünen. Ein erster Entwurf für ein Suizidpräventionsgesetz lag bereits im Dezember 2024 auf dem Tisch, wurde aber wegen des Endes der Ampel-Koalition nicht weiterverfolgt.
Seit Juni gibt es laut medical-tribune.de einen neuen Referentenentwurf. Die Bundesregierung setzt darin auf Information, Aufklärung, Forschung und Unterstützung. Geplant ist unter anderem eine Bundesfachstelle für Suizidprävention im Geschäftsbereich des Bundesgesundheitsministeriums. Die Länder sollen die Krisendienste flächendeckend ausbauen. Außerdem sind Modellvorhaben und eine bundesweite Hotline für Menschen mit Suizidgedanken vorgesehen.
Bis diese Strukturen stehen, gibt es schon jetzt Anlaufstellen. Die Telefonseelsorge bietet anonym und kostenlos Hilfe über die Hotlines 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 sowie über telefonseelsorge.de.
Auch die Selbsthilfe spielt eine wichtige Rolle, wenn das Leben schwer wird. Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen, kurz NAKOS, vermittelt bundesweit Adressen von Selbsthilfegruppen – auch zu seelischen Erkrankungen und Problemen. Über die Datenbanksuche auf nakos.de lassen sich passende Gruppen und Kontaktstellen finden, egal ob man selbst betroffen ist oder jemanden in seinem Umfeld unterstützen möchte.
Das beste Programm im Main-Gebiet macht auch vor schwierigen Themen nicht halt. Denn Radio Frankfurt versteht sich als Stimme dieser Stadt – und dazu gehört, dass wir hinschauen, wenn Menschen Hilfe brauchen. Wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, dem es schlecht geht: Sprich es an. Ruf an. Sucht euch Unterstützung. Ihr seid nicht allein damit.
DANKE AN 344.000 HÖRER, die uns jeden Tag einschalten – auch bei ernsten Themen bleiben wir für euch da.






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