Sopranistin Elza van den Heever kehrt als Turandot zur Oper Frankfurt zurück. Alle Infos zu Terminen, Inszenierung und ihrer beeindruckenden Karriere gibt es…
Die Oper Frankfurt hat einen echten Weltstar zurück auf der Bühne: Sopranistin Elza van den Heever übernimmt in der laufenden Wiederaufnahme-Serie von Giacomo Puccinis „Turandot“ die Titelpartie. Für van den Heever ist die Rückkehr an den Main mehr als ein Gastspiel – sie bedeutet Heimkommen. „Frankfurt ist wie eine Umarmung, ich war so jung, als ich herkam. Hier ist ein sicherer Platz, hier wird sich um dich gekümmert“, sagt die gebürtige Südafrikanerin, die 1979 in Johannesburg zur Welt kam.
Von 2008 bis 2013 war sie festes Ensemblemitglied der Oper Frankfurt. Intendant Bernd Loebe habe damals wesentlich zu ihrer weiteren Karriere beigetragen, die sie nach Bayreuth und Salzburg, an die Wiener Staatsoper, die Mailänder Scala und die New Yorker Metropolitan Opera führte. Letzterer bescheinigt sie übrigens die beste Akustik aller Bühnen, die sie bisher bespielt hat.
Die Frankfurter „Turandot“-Inszenierung stammt von Regisseurin Andrea Breth und feierte in der vergangenen Spielzeit Premiere. Van den Heever schwärmt von der akribischen Personenregie: „Die Turandot kann man nur als unsicheres, verletztes Mädchen darstellen oder aber als sehr stark und kühl – so wie hier.“ Gleichzeitig beschreibt sie die Rolle als echte körperliche Herausforderung – die starre Bühnenpräsenz als Prinzessin bedeutete, „lange die Spannung in Rücken und Armen“ zu halten.
Breths Inszenierung lässt Puccinis unvollendet gebliebene letzte Oper mit dem Tod der Sklavin Liù enden. Dem Fragment vorangestellt ist „Io tacerò“, ein Auftragswerk der italienischen Komponistin Lucia Ronchetti – eine mutige, inspirierende Lösung, wie van den Heever findet. Die musikalische Leitung der Wiederaufnahme hat Kapellmeister Simone Di Felice von Generalmusikdirektor Thomas Guggeis übernommen.
Direkt vor ihrer Rückkehr nach Frankfurt stand für van den Heever ein besonderer Auftritt: In diesem Sommer sang sie bei den Bayreuther Festspielen die Sieglinde in Richard Wagners „Die Walküre“ – und das bei einer halbszenischen Neuproduktion, die mit Künstlicher Intelligenz arbeitete. Bilder aus der „Ring“-Geschichte wurden auf Gazevorhänge projiziert, die Darsteller mussten viel improvisieren. Als Tenorpartner stand ihr Klaus Florian Vogt als Siegmund zur Seite.
Und nach Frankfurt geht es direkt weiter: Noch Ende dieses Jahres übernimmt sie die Turandot in Paris – und wird dort erstmals das nachkomponierte Finale von Franco Alfano singen, das Puccinis Oper mit einem abrupten Happy End für Turandot und Calaf beschließt. Van den Heever urteilt augenzwinkernd: „Das ist einfach wie eine Pizza!“
Wer glaubt, van den Heever sei als dramatische Wagner-Sopranistin einzuordnen, liegt nur halb richtig. Weitere schwere Wagner-Partien wie Brünnhilde oder Kundry lehnt sie lachend ab: Ihre Stimme habe den Schwerpunkt „on the top“, ganz oben. „Deutsches Repertoire geht nur mit Mozart und Belcanto“, sagt sie – also Rollen, die die Stimme jung und auf der Linie halten.
Mehr von Richard Strauss will sie zukünftig erarbeiten: die Marschallin im „Rosenkavalier“ und die Titelpartie in „Ariadne auf Naxos“. Die Partie der Kaiserin in Strauss‘ „Die Frau ohne Schatten“ hat sie bereits auf anderen Bühnen gesungen – und schwärmt: „Diese Partie hat Strauss für mich komponiert, ohne es zu wissen.“ Auch mehr Verdi steht auf ihrer Wunschliste. Eine echte Weltklasse-Sopranistin mit klaren Vorstellungen, wo sie hin will.
Elza van den Heever ist als Turandot an der Oper Frankfurt zu erleben – und zwar am 29. August sowie am 6. und 12. September. Tickets und alle Infos gibt es direkt über die Oper Frankfurt. Wer Operngröße hautnah erleben möchte: Diese Vorstellungen sind ein absolutes Muss!






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