
Drei Frankfurter Schulen lernen jetzt in den Lateral Towers – dem ehemaligen Börsenstandort mit 46.000 m² Schulfläche. Alles zum Bildungscampus Bockenheim!
Was lange Zeit als Bürogebäude diente, ist jetzt ein riesiger Schulcampus: Die Lateral Towers in Frankfurt sind nach rund zweieinhalb Jahren Umbauzeit vollständig als Bildungsstandort in Betrieb gegangen. Drei Schulen teilen sich dort nun 46.000 Quadratmeter Bestandsfläche – und Frankfurt zeigt damit, wie eine Stadt mit knappem Platz kreativ umgeht.
Das Stadtgymnasium Frankfurt, das Margot-Friedländer-Gymnasium und die Julius-Leber-Schule sind jetzt alle unter einem Dach vereint. Das Gelände in der Elisabeth-Norgall-Straße 1 in Frankfurt trägt inzwischen den Namen „Schulzentrum Bockenheim“.
Die Geschichte des Gebäudes ist bemerkenswert: Bis zum Jahr 2001 diente der Standort laut Stadt Frankfurt als Sitz der Deutschen Börse. Danach wurde er als Bürokomplex weitergenutzt. Jetzt lernen dort tausende Schülerinnen und Schüler. Die Stadt hat das Gebäude vom Immobilienunternehmen Cells angemietet, das den Umbau im Auftrag des Eigentümers durchgeführt hat. Der Mietvertrag sichert die Nutzung für 30 Jahre.
Der Schulbetrieb startete bereits zum Schuljahr 2024/25 – damals noch in einer Containeranlage auf dem Gelände, weil das Bürogebäude noch umgebaut wurde. Ein Schuljahr später konnten die Container verschwinden, und die beiden neuen Gymnasien bezogen zunächst die Bauteile 7 und 8. Jetzt, im laufenden Schuljahr, ist der gesamte Komplex in Betrieb.
Der Umbau war keine einfache Aufgabe: Erschließung, Brandschutz und Wegeführung mussten komplett neu gedacht werden, um den deutlich höheren Personenströmen eines Schulbetriebs gerecht zu werden. Zwischen den acht Bauteilen entstanden zwei neue, außen liegende Treppenhäuser. Die Grundrisse wurden großflächig verändert, um rund 4.570 Quadratmeter offene Lernbereiche zu schaffen.
Zur Orientierung in dem weitläufigen Komplex trägt ein Farbleitsystem mit acht abgestuften Farben bei: Im Westflügel dominieren warme Rottöne, im Ostflügel kühle Grüntöne. Wie das Portal entwicklungsstadt.de berichtet, brachte die frühere Büroarchitektur bereits gute Voraussetzungen mit – darunter großzügige Raumhöhen, passende Gebäudetiefen, viel Tageslicht und weitgehende Barrierefreiheit.
Auch der Außenbereich wurde neu gestaltet. Es entstanden zwei „Grüne Klassenzimmer“ und Hochbeete sowie neue Sportflächen: ein Fußball- und Basketballfeld, eine 100-Meter-Laufbahn und eine Weitsprunganlage. Für Fahrräder stehen laut Stadt Frankfurt über 980 Stellplätze bereit, dazu kommen rund 150 Pkw-Parkplätze.
Noch nicht ganz fertig ist die geplante Sporthalle: Auf dem Gelände des ehemaligen Büro-Parkhauses soll in den nächsten zwei Jahren eine zweigeschossige, wettkampftaugliche Sechsfeld-Sporthalle mit Tribüne entstehen – die dann auch dem Frankfurter Vereinssport zugutekommen soll.
Die aktuelle Dreifachnutzung ist nicht auf Dauer angelegt. Das Stadtgymnasium und das Margot-Friedländer-Gymnasium sind jeweils sechszügig geplant. Wenn sie vollständig aufgewachsen sind, werden sie den gesamten Komplex benötigen. Bis dahin nutzt die Julius-Leber-Schule die freien Bereiche, während ihr eigener Standort saniert wird. Sobald die Sanierung abgeschlossen ist, kehrt die berufliche Schule wieder an ihren angestammten Platz zurück.
Für Frankfurt ist das Projekt ein deutliches Signal: Schulbau muss nicht immer Neubau bedeuten. Stattdessen können leerstehende Bürogebäude klug und schnell zu modernen Bildungsorten werden – und das sogar in einer Rekordzeit von rund zweieinhalb Jahren.






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