
Verdi ruft zum Warnstreik im hessischen Einzelhandel auf – mit Kundgebungen in Frankfurt, Kassel und Wiesbaden. Was jetzt neu ist und was du heute wissen musst.
Die Lage im hessischen Einzel- und Versandhandel spitzt sich weiter zu! Wie wir in einem früheren Beitrag bereits berichtet haben, kämpft Verdi für bessere Löhne im Einzelhandel – und jetzt legt die Gewerkschaft nach. Am Freitag, dem 31. Juli, haben Beschäftigte des Einzel- und Versandhandels in ganz Hessen die Arbeit niedergelegt. Der Grund ist klar: Die Tarifrunde steckt im absoluten Stillstand.
Was ist passiert? Die Arbeitgeberseite hat bundesweit vereinbarte Verhandlungstermine im Juli kurzerhand abgesagt. Erst Mitte August sollen die Gespräche überhaupt weitergehen. Für Verdi ist das ein No-Go – und die Beschäftigten machen ihrem Unmut jetzt auf der Straße Luft.
Neu und besonders spürbar: Diesmal sind die Protestaktionen flächendeckend über ganz Hessen verteilt. Kundgebungen sind in Kassel, Wiesbaden, Frankfurt und Rhein-Main, Mittelhessen sowie Südhessen geplant. Der Sound der Weltstadt Frankfurt bleibt also nicht unberührt – wer heute in die Stadt zum Shoppen wollte, sollte sich auf längere Wartezeiten an der Kasse einstellen.
Verdi-Verhandlungsführer Thomas Vieweg macht keinen Hehl aus seiner Kritik an den Arbeitgebern: „Diese Vorgehensweise der Arbeitgeber sorgt bei den Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel für großen Unmut, denn wer eine schnelle Tarifrunde ankündigt, sollte seinen Worten auch Taten folgen lassen.“ Klare Ansage!
Das bisher vorgelegte Angebot der Arbeitgeber reicht Verdi bei Weitem nicht aus. Vieweg warnt: In den unteren Entgeltgruppen könnten die Gehälter sich durch das aktuelle Angebot sogar dem Mindestlohn annähern – das würde faktisch einen realen Lohnverlust bedeuten. Besonders bitter, wenn man bedenkt: Während der Corona-Pandemie galten genau diese Beschäftigten als systemrelevant und wurden von allen gefeiert. Jetzt kämpfen sie laut Gewerkschaft angesichts steigender Lebenshaltungskosten zunehmend um ihre Existenz.
Verdi fordert deshalb konkret: 250 Euro mehr Lohn und Gehalt pro Monat, 150 Euro mehr Ausbildungsvergütung – und das bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. „Wir fordern die Arbeitgeber auf, endlich ein tragfähiges Angebot zu unterbreiten, um eine zügige Tariflösung im Sinne der Einzel- und Versandhandelsbeschäftigten zu ermöglichen“, so Vieweg.
Die meisten Geschäfte bleiben geöffnet, aber: Plane mehr Zeit ein! Längere Wartezeiten an der Kasse sind heute wahrscheinlich. Unser Tipp: Schnapp dir die Radio Frankfurt App, hör das beste Programm im Main-Gebiet – und die Warteschlange wird gleich halb so lang gefühlt.
Wir halten euch weiter auf dem Laufenden, wie sich die Tarifrunde entwickelt. Jetzt reinhören und nichts verpassen!






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