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Ulrike Crespo: Die Frankfurterin, die Garten und Kunst verband

Vom irischen Glenkeen Garden bis zur Städel-Sammlung: Wie Ulrike Crespo Kunst, Bildung und Natur verband und mit der Crespo Foundation ein Frankfurter Erbe…

Redaktion
·
19. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 6 Tagen

Eine Frau mit vielen Talenten

Frankfurt verdankt einer Frau mehr, als viele wissen: Ulrike Crespo. Wie Frankfurt-Lese berichtet, wurde sie 1950 als Ulrike Barth in Fulda geboren und zog 1980 nach Frankfurt. Ihr Lebenslauf liest sich wie der von mehreren Menschen in einem: Hotelfachfrau, Studium der Romanistik, Archäologie und Kunstgeschichte, Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache, später auch Psychotherapeutin nach einem weiteren Studium der Psychologie. Dazu kam ihre Leidenschaft für die Fotografie – 15 Fotobände hat sie veröffentlicht, mit Motiven von Grönland bis Patagonien, von Miami bis Nordkorea.

Der Garten an Irlands Südküste

Und dann war da noch ihre Liebe zum Gärtnern. An der Südküste Irlands schuf Ulrike Crespo den Glenkeen Garden, einen Landschaftsgarten, der laut Frankfurt-Lese auch Kunstwerke integriert. Dieser besondere Ort verbindet damit genau das, was ihr ganzes Leben ausmachte: Natur, Kunst und Gestaltungswille in einem.

Eine Erbin mit Weitblick

Möglich wurde ihr vielseitiges Engagement durch ein Erbe – sie war Miterbin der Wella GmbH. Ihr Großvater Karl Ströher hatte gemeinsam mit seinem Bruder das Kosmetikunternehmen geführt und zugleich den Grundstein für eine bedeutende Kunstsammlung gelegt. Im Jahr 2000 wurde Wella verkauft. Die geerbte Kunstsammlung, über 90 Werke unter anderem von Otto Dix, Max Ernst, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Gustav Klimt, vermachte Ulrike Crespo dem Frankfurter Städel Museum, wie Frankfurt-Lese schreibt.

Die Crespo Foundation

Schon 1998 gründete sie die Crespo Chamber Music Foundation zur Förderung internationaler Musikprojekte, 2001 folgte die Ulrike Crespo Foundation für Bildungsprojekte. Beide wurden später zur Crespo Foundation zusammengelegt, deren Motto lautet: Menschen stark machen. Die Stiftung engagiert sich laut Frankfurt-Lese in vier Themenfeldern: Kunst, Kulturelle Bildung, Stärkung der Persönlichkeit und Bildungschancen – Felder, die direkt aus Crespos eigenem Leben und ihren Interessen hervorgingen.

Besonders ist dabei die Konstruktion der Stiftung selbst: Sie ist als Verbrauchsstiftung angelegt und soll bis 2039 bestehen, mit einem Jahresbudget von 12 bis 14 Millionen Euro. Seit 2024 vergibt sie den Ulrike Crespo Photography Prize, seit 2018 den „Wortmeldungen“-Preis für literarische Kurztexte zu gesellschaftlichen Themen. Zu den Preisträgern zählten laut Frankfurt-Lese unter anderem Thomas Stangl, Kathrin Röggla, Marion Poschmann und Judith Schalansky.

2024 bezog die Crespo Foundation einen neuen Sitz in der Weißfrauenstraße zwischen Römer und Schauspielhaus. Das Gebäude aus den 1950er Jahren wurde umfangreich renoviert, im Erd- und Untergeschoss entstand ein offener kultureller Raum. Sollte die Stiftung dereinst aufgelöst werden, soll das Haus an die Stadt Frankfurt übergehen und weiter kulturell genutzt werden.

Ein bleibendes Erbe

Ulrike Crespo starb 2019 im Alter von 68 Jahren nach schwerer Krankheit. Posthum erhielt sie die Arthur Weinberg-Plakette der Stadt Frankfurt. Auch wenn die Stiftung wie ihr Leben endlich angelegt ist, soll sie laut Frankfurt-Lese Projekte fördern, die so bedeutend sind, dass andere Geldgeber einspringen, sobald das Stiftungskapital aufgebraucht ist. So bleibt von Ulrike Crespo weit mehr als ein Garten in Irland – ein Erbe, das Frankfurt bis heute prägt.

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