
Tschechien ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026: Fünf Autor:innen wie Jaroslav Rudiš und Radka Denemarková, die ihr jetzt kennenlernen solltet!
Leute, das ist mal eine Ansage: Tschechien ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse vom 7. bis 11. Oktober 2026! Unter dem Motto „Tschechien: ein Land an der Küste“ bringen rund 75 Autor:innen ihre Geschichten mit in unsere Stadt. Das Programm wurde in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt vorgestellt, wie das Kulturmagazin FeuilletonFrankfurt berichtet. Buchmessedirektor Juergen Boos, der sich dem Land schon seit 30 Jahren verbunden fühlt, brachte es bei der Präsentation auf den Punkt: Tschechien habe keine Küste auf der Landkarte, aber eine in der Literatur. Grund genug, euch fünf Namen vorzustellen, die ihr euch für den Herbst merken solltet!
Einer der bekanntesten tschechischen Schriftsteller überhaupt: Jaroslav Rudiš. In seinem neuen Roman „Wo die Toten sprechen“ lässt er die Toten quasi mitreden – sein Protagonist Lorenzo hat sich komplett in die Literatur verliebt und trägt sich Zitate toter Dichter auf den Körper tätowiert. Im Gespräch mit dem STANDARD erzählt Rudiš, wie er als Gymnasiast verbotene Bücher wie „Die Feiglinge“ von Josef Škvorecký entdeckte und sich in diese verbotene Literatur regelrecht verliebte. Rudiš sieht sich selbst in der Tradition der tschechischen Wirtshaus-Schriftsteller wie Hrabal oder Hašek – für ihn sind Kneipen echte Orte der Demokratie, an denen unterschiedliche Leute ins Gespräch kommen. Nach eigenen Worten geht es ihm um Hoffnung und Humor, auch wenn die Zeiten düster sind. Laut FeuilletonFrankfurt zeigt sich Rudiš schon im Vorfeld der Buchmesse bei den Texttagen Nürnberg und ist zudem Thema der Filmvorführung „Durch die Landschaft der Literatur“ in Frankfurter Arthouse-Kinos.
Rudiš nennt sie selbst als Beispiel für eine Autorin, die viel weiter denkt und Mitteleuropa mit der ganzen Welt verbindet: Radka Denemarková. Ihr Satz „Ich bürge für ein Wort mit meinem Leben“ taucht laut FeuilletonFrankfurt im Rahmen des tschechischen Kulturjahrs auf. Im Frankfurter Haus am Dom dreht sich eine Ausstellung um widerständige Literatur aus Tschechien – von Božena Němcová bis zu Denemarková. Auch beim Literaturfestival „Ahoj! Tschechien setzt über“ in Wien und Bad Ischl ist sie mit dabei.
Rudiš empfiehlt im STANDARD-Gespräch ausdrücklich auch Alice Horáčková und ihren Roman „Geteiltes Haus“. Darin taucht sie tief in die Geschichte ihrer eigenen Familie ein – mit Themen wie Schuld, Hoffnung, Wahrheit und Lügen, mit denen laut Rudiš auch Leser:innen in Deutschland und Österreich etwas anfangen können.
Die in Brünn geborene, heute in Berlin lebende Dora Kaprálová schreibt auf Tschechisch und moderierte bei der Programm-Präsentation in Frankfurt selbst mit. Wie FeuilletonFrankfurt berichtet, gewann sie in diesem Jahr sowohl den Magnesia-Litera-Preis als auch den European Union Prize for Literature. Sie ist nicht nur bei der Programmvorstellung in Frankfurt dabei, sondern auch beim Festival „Ahoj! Tschechien setzt über“ in Wien und Bad Ischl.
Ihr Roman „Gerta, das deutsche Mädchen“ war die Inspiration für den zweiteiligen Fernsehfilm „Gerta Schnirch“, der laut FeuilletonFrankfurt in Zusammenarbeit mit dem tschechischen Fernsehen ČT, ARTE und HBO entstanden ist. Der tschechische Ehrengastauftritt ist Partner der deutschsprachigen Premiere dieses Films – ein schönes Beispiel dafür, wie tschechische Literatur auch über Buchseiten hinaus wirkt.
Das Ganze ist eingebettet in ein „Jahr der tschechischen Kultur“ mit zehn Ausstellungen in hessischen Kulturinstitutionen. Die Schirn Kunsthalle widmet sich der Skulpturenkünstlerin Anna Hulačová, das Museum für Kommunikation zeigt mit „Samizdat“ die Unterdrückung des freien Lebens in der Tschechoslowakei, und im Klingspor Museum in Offenbach dreht sich alles um tschechisches Buchdesign und Illustration. Am 10. Oktober 2026 gibt es zudem in der Alten Oper Frankfurt eine deutsche Premiere mit Werken tschechischer Komponist:innen, umgesetzt mit dem Ensemble Modern. Der Ehrengast-Pavillon selbst trägt laut FeuilletonFrankfurt den Titel „Grenze der Vorstellungskraft“, entworfen vom Architektenbüro JinJan, mit aufblasbaren Elementen, einem „poetischen Leuchtturm“ und einem zeichnenden Roboter.
Fünf Namen, unendlich viele Geschichten – und das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was euch im Oktober in unserer Stadt erwartet. Tschechien bringt eine Literatur mit, die laut Buchmessedirektor Juergen Boos etwas zu erzählen hat: über Geschichte, über Gegenwart, über uns alle. Schaut vorbei, hört rein, und erlebt den Sound der Weltstadt auch literarisch! DANKE AN 344.000 HÖRER, die mit uns das beste Programm im Main-Gebiet feiern – und jetzt reinhören, wenn’s um die Buchmesse geht!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.