Über zwei Tonnen Taubenfutter illegal in Bockenheim verstreut: Die Stadt Frankfurt warnt vor den Folgen für Taubenhaus und Populationskontrolle.
Erst haben wir euch erzählt, wie Frankfurt in einem früheren Beitrag seine gefiederten Mitbewohner gezählt hat – 10.500 Tauben leben in unserer Stadt, mit Bockenheim als einem echten Hotspot. Und genau dort gibt’s jetzt den nächsten Taubenkrimi! Das Ordnungsamt hat am Alten Friedhof Bockenheim rund 150 Kilogramm Taubenfutter sichergestellt. Klingt viel? Ist aber nur die Spitze vom Eisberg.
Laut Stadt Frankfurt wurde am Standort seit Juli 2025 insgesamt mehr als zwei Tonnen Taubenfutter illegal außerhalb des Taubenhauses ausgestreut. Zwei Tonnen! Das ist kein Ausrutscher, das ist System. Allein zwischen dem 16. und 28. September wurden 800 Kilogramm Futter widerrechtlich verteilt – und das offenbar regelmäßig, teilweise mehrmals pro Woche.
In einem aktuellen Pressebericht wurde die Sorge geäußert, die Tauben könnten ohne zusätzliche Fütterungen verhungern. Die Stadt Frankfurt stellt klar: Für den Standort am Alten Friedhof Bockenheim trifft das nicht zu. Im offiziellen Taubenhaus steht genug Futter bereit – die Versorgung ist fester Bestandteil des städtischen Stadttaubenmanagements.
„Wir verstehen die Sorge um das Wohlergehen der Tiere. Entscheidend ist aber, wo und wie die Tauben gefüttert werden“, sagt Dominik Legrum, Stadttaubenmanager bei der Stadtverwaltung. Er macht deutlich: Zusätzliche Fütterungen außerhalb des Taubenhauses erschweren das kontrollierte Management enorm. Die Tauben haben dann weniger Grund, das Taubenhaus als festen Versorgungs- und Brutort anzunehmen.
Und es kommt noch dicker: Die unkontrollierte Futterzufuhr kann laut Stadtverwaltung zu einem starken Anstieg der Taubenpopulation führen – und zieht obendrein Ratten an. Kein schöner Gedanke, oder? Die Dimension der festgestellten Fütterungen geht weit über gelegentliche Einzelaktionen hinaus. Die Menge und Häufigkeit sprechen eine klare Sprache: Hier handelt jemand mit System, und das beeinträchtigt die Funktion des Taubenhauses elementar.
Das Prinzip dahinter ist eigentlich clever: Im Taubenhaus werden die Tiere gezielt gefüttert und gleichzeitig durch den Austausch von Eiern gegen Attrappen die Population kontrolliert. Wird aber wild drumherum gefüttert, bricht dieses System zusammen – die Tauben verteilen sich, vermehren sich unkontrolliert, und die ganze Mühe war umsonst.
Die Stadt Frankfurt macht klar: Wer es gut mit den Tauben meint, sollte die Finger vom Futterbeutel lassen und das offizielle Taubenhaus-Management unterstützen – nicht torpedieren. Nach der ersten großen Taubenzählung im September 2026, bei der Bockenheim mit rund 1.070 Tauben bereits als einer der Top-Standorte identifiziert wurde, zeigt sich jetzt: Genau an diesen Brennpunkten braucht es besonders viel Fingerspitzengefühl – und weniger Eigeninitiative der Futter-Fans.






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