
Am Frankfurter Hauptbahnhof starten neue Brutwände für Stadttauben – so wird der Eiertausch einfacher und der Tierschutz verbessert.
Wer regelmäßig durch den Frankfurter Hauptbahnhof läuft, kennt sie: die Stadttauben. Hunderte von ihnen tummeln sich rund um einen der verkehrsreichsten Knotenpunkte Deutschlands. Jetzt gibt es eine neue Maßnahme, die den Umgang mit den Tieren deutlich verbessern soll. Die Stadt Frankfurt am Main, die Deutsche Bahn und das Maintauben Tierschutzprojekt nehmen ab September neu eingerichtete Brutwände am Hauptbahnhof in Betrieb. Das klingt erstmal ungewöhnlich – steckt aber ein richtig durchdachtes Konzept dahinter!
Seit 2020 ist das Team des Vereins Maintauben Tierschutzprojekt rund um den Hauptbahnhof aktiv und tauscht an bekannten Brutplätzen echte Taubeneier gegen Kunststoffattrappen aus. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Seitdem wurden auf diese Weise rund 10.000 Eier ausgetauscht. Der Clou daran: Die Tauben brüten weiter, ohne dass Nachwuchs schlüpft – eine tierschutzgerechte Methode, um die Population langfristig zu regulieren.
Bisher war das allerdings mit ordentlich Aufwand verbunden. Viele Nistplätze befinden sich an schwer erreichbaren Stellen – Leitern waren oft Pflicht, um überhaupt an die Brutplätze heranzukommen. Das kostet Zeit, Personal und Nerven.
Genau hier setzen die neuen Brutwände an. Durch die speziell eingerichteten Strukturen entstehen gut erreichbare Brutplätze für rund 50 Taubenpaare. Das bedeutet: Die regelmäßige Kontrolle der Tiere, die Versorgung mit Futter und Wasser sowie der Eiertausch selbst werden deutlich einfacher. Statt an unzugänglichen Stellen zu klettern, können die Betreuerinnen und Betreuer die Tauben jetzt an einem zentralen Standort optimal versorgen.
Das Projekt ist als Pilotversuch angelegt – in den kommenden Monaten wird genau beobachtet, wie gut die Tauben die neuen Brutplätze annehmen. Die Ergebnisse werden ausgewertet, um das Konzept weiterzuentwickeln.
Das Ziel ist klar: Die Stadttaubenpopulation soll langfristig reguliert und Nutzungskonflikte rund um den Hauptbahnhof reduziert werden. Denn wo viele Tauben sind, gibt es zwangsläufig auch Reibungspunkte – für Reisende, Anwohnerinnen und Anwohner sowie für die Infrastruktur selbst. Gleichzeitig setzt Frankfurt damit ein klares Zeichen für einen humanen Umgang mit Stadttieren.
Hinter dem Projekt stehen mit Nadine Spitz und Alexandra Oberste-Dommes vom Maintauben Tierschutzprojekt, Susanne Heinrichs vom Bahnhofsmanagement sowie Dominik Legrum vom Stadttaubenmanagement gleich mehrere engagierte Akteure – ein echtes Teamwork für Frankfurt!
Was am Frankfurter Hauptbahnhof passiert, könnte Vorbildcharakter für andere Städte haben. Statt auf Verdrängung zu setzen, zeigt Frankfurt: Mit cleveren Lösungen lässt sich Tierschutz und städtisches Miteinander vereinbaren. Der Sound der Weltstadt ist eben nicht nur Musik – manchmal ist es auch das Gurren der Tauben. Und das soll auch in Zukunft so bleiben, nur eben etwas kontrollierter. Bleibt gespannt, wie sich das Pilotprojekt entwickelt – wir halten euch auf dem Laufenden!






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