Tankrabatt Teil zwei: Das ifo-Institut zeigt, wie viel vom Steuerrabatt wirklich an der Zapfsäule ankommt und wo Autofahrer draufzahlen.
Liebe Frankfurter Autofahrer, aufgepasst! Der zweite Tankrabatt läuft seit dem 1. Oktober – und wieder zeigt sich: Der Staat gibt, aber nicht jede Tankstelle gibt eins zu eins weiter. Das ifo-Institut hat jetzt die ersten fünf Tage genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis klingt bekannt, ist aber eine eigenständige neue Momentaufnahme.
Ifo-Experte Florian Neumeier rechnet vor: Beim Diesel wurden von den 17 Cent Steuersenkung je Liter im Schnitt nur 15 Cent an euch weitergegeben. Bei Superbenzin E5 waren es gut 16 Cent, bei E10 wieder 15 Cent. Klingt nach Kleinigkeiten, macht an der Zapfsäule aber den Unterschied.
Besonders spannend: Die Weitergabe schwankt wie ein Fieberkurven-Diagramm. Am 1. Oktober kam der Rabatt noch vollständig an, am Wochenende dann nicht mehr. Vor allem bei der günstigen Sorte E10 ging es rauf und runter – von Donnerstag bis Sonntag sackte die errechnete Weitergabe um rund 7 Cent ab. Am Montag, dem letzten Tag der aktuellen Untersuchung, zeigte sich dann wieder eine Weitergabe von mehr als 15 Cent. Beim Diesel verlief die Kurve ähnlich, nur nicht ganz so wild.
Damit die Forscher nicht einfach Äpfel mit Birnen vergleichen, nehmen sie die deutschen Preise und stellen sie den Preisen im Ausland gegenüber. So sollen normale Schwankungen durch den Ölpreis rausgerechnet werden und am Ende bleibt eine realistische Einschätzung übrig, wie viel vom Rabatt wirklich bei euch ankommt.
Der Tankrabatt gilt seit dem 1. Oktober, der Bund verzichtet dabei auf Energie- und Mehrwertsteuer in Höhe von 16,7 Cent pro Liter. Neumeier sieht die Maßnahme – wie viele Wirtschaftswissenschaftler – kritisch. Sein Argument: Hohe Preise bremsen auch den Verbrauch, und wer sich für einen Benziner entscheidet, macht sich abhängig von der Golfregion. Genau das solle der Preis eigentlich zeigen.
Noch deutlicher wird Ifo-Kollege Christian Gréus: „Der Tankrabatt ist außerdem wenig zielgenau. Haushalte mit geringem Einkommen, kleinen Autos und geringer Kilometerleistung profitieren kaum von diesem Entlastungspaket.“ Klartext aus München.
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie, kurz en2x, sieht die Sache naturgemäß anders. Von dort hieß es: Ohne den Tankrabatt wären die Preise an den eigenen Stationen seit Anfang Oktober durchgehend 17 Cent je Liter höher gewesen. Eine Aussage zum kompletten deutschen Markt mit rund 14.000 Tankstellen will der Verband allerdings nicht treffen – seine Mitglieder decken nur etwa die Hälfte davon ab.
Ganz neu ist das Thema für uns nicht: Schon beim ersten Tankrabatt im Frühjahr und Sommer hatten wir in einem früheren Beitrag berichtet, dass der Rabatt nicht komplett bei den Autofahrern ankam – damals auch mit regionalen Unterschieden und Zahlen von ifo-Institut und Monopolkommission. Das ifo-Institut selbst zieht die Parallele und erinnert daran, dass man im Mai und Juni zu einem ganz ähnlichen Ergebnis kam.
Das ifo-Institut will wie beim ersten Rabatt erneut einen Tracker online stellen, damit die Weitergabe laufend sichtbar bleibt. Für euch heißt das: Augen offen halten und ruhig mal vergleichen, bevor ihr tankt. Nach Angaben von t-online.de kann sogar die Uhrzeit beim Tanken einen Unterschied machen, weil viele Tankstellen ihre Preise nur einmal am Tag erhöhen dürfen und danach tendenziell wieder sinken.
Fazit für alle Pendler und Wochenendausflügler aus der Region: Der Tankrabatt ist da, aber er kommt nicht immer komplett an. Wer clever tankt und ein bisschen vergleicht, holt trotzdem noch das Beste raus. Wir bleiben für euch dran – Jetzt reinhören bei Radio Frankfurt, wenn’s Neues zum Thema gibt.






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