
Ab 1. Oktober gilt der neue Tankrabatt: Bundestag und Bundesrat haben zugestimmt. Wir erklären, wann Tanken wirklich günstiger wird und was ihr beachten…
Nächster Rabatt, gleiche Fragen: Ab Donnerstag, dem 1. Oktober, wird Sprit in ganz Deutschland offiziell billiger – auch bei uns im Rhein-Main-Gebiet. Der Bundestag hat die Maßnahme beschlossen, am selben Tag hat auch der Bundesrat grünes Licht gegeben. Wir sagen euch, was ihr jetzt wissen müsst, bevor ihr zur Zapfsäule fahrt!
Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt um 14,04 Cent pro Liter. Weil dadurch auch weniger Mehrwertsteuer anfällt, kommen Autofahrer am Ende auf einen Nachlass von 16,7 Cent pro Liter – gerundet die viel zitierten 17 Cent. Der Rabatt gilt von Oktober bis Dezember. Wichtig: Er greift nicht direkt an der Zapfsäule, sondern bei der Lieferung des Sprits. Das heißt, nur Kraftstoff, der nach Mitternacht ausgeliefert wird, ist steuerbegünstigt.
Tankstellen sind nicht verpflichtet, den Rabatt eins zu eins weiterzugeben. Trotzdem zeigt die Erfahrung der letzten beiden Tankrabatte: Viele Preise sinken schon um Mitternacht – einfach weil die Kunden das erwarten. Dass dabei überall gleich die vollen 16,7 Cent ankommen, ist aber eher unwahrscheinlich. Bis wirklich überall steuerverbilligter Sprit im Tank liegt, kann es laut ZDFheute sogar ein paar Tage dauern.
Ganz klares Nein! Wegen der 12-Uhr-Regel können die Preise bis Mittag nur sinken, nicht steigen. Wer am späten Vormittag oder Nachmittag tankt, bekommt in der Regel den günstigsten Preis des Tages. Aber Vorsicht: Am Donnerstag dürfte der Andrang an den Tankstellen groß sein. Wer erst nach 12 Uhr an die Säule kommt, zahlt oft kräftig drauf – Daten des Portals Tankerkönig zeigen Preissprünge von bis zu 20 Cent zur Mittagszeit.
Gerade zu Beginn des Rabatts können die Unterschiede zwischen den Tankstellen groß sein. In größeren Städten – auch bei uns in Frankfurt – kann die Differenz zwischen günstigen und teuren Zapfsäulen locker im zweistelligen Centbereich liegen. Ein Preisvergleich vor der Fahrt zahlt sich also aus.
Das ist umstritten. Beim letzten Tankrabatt im Mai und Juni hatten Ifo-Institut, Monopolkommission und Bundeskartellamt nur eine unvollständige Weitergabe festgestellt. Die Mineralölwirtschaft widerspricht dem. Fakt ist: Die tatsächliche Weitergabe ist schwer zu messen, weil der Spritpreis ohnehin ständig schwankt.
Laut ZDFheute wird ein durchschnittliches Auto in Deutschland etwa 900 Kilometer im Monat bewegt. Bei einem Verbrauch von 7 bis 8 Litern auf 100 Kilometer spart ein Verbrenner-Fahrer über die vollen drei Monate gerechnet grob 32 bis 36 Euro. Je nach Fahrleistung und cleverem Timing beim Tanken kann das natürlich variieren.
Weil der Rabatt nur für Sprit gilt, der nach Mitternacht ausgeliefert wird, ist es für Tankstellen attraktiv, mit kleinen Lagerbeständen in den Oktober zu starten. Auch viele Autofahrer werden ihre Tanks vorher nicht komplett füllen. Beim letzten Rabatt gab es dadurch mehr Andrang, aber laut den Quellen keine großen flächendeckenden Probleme.
Die Bundesregierung rechnet mit 2,485 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen. Neu ist diesmal: Die Hälfte davon tragen die Länder mit, der Bund gibt ihnen dafür etwas weniger Umsatzsteuereinnahmen ab als normal. Ein ungewöhnliches Vorgehen, denn sonst finanzieren die Länder Bundesentscheidungen nur ungern mit.
Laut dem aktuellen ZDF-Politbarometer sind die Meinungen gespalten: 50 Prozent begrüßen den befristeten Tankrabatt, 44 Prozent halten ihn für schlecht. Besonders bei Anhängern der Linken und der Grünen kommt die Maßnahme wenig gut an. Insgesamt sagen aber 78 Prozent, die Bundesregierung tue zu wenig gegen die steigenden Energiepreise. Ökonomen kritisieren zudem, der Rabatt sei teuer, wenig zielgenau und dämpfe das eigentlich sinnvolle Preissignal beim Sparen von Sprit.
Eher nicht. Vor Kriegsausbruch Ende Februar kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Schnitt 1,78 Euro, Diesel 1,75 Euro. Der Abstand zu den aktuellen Preisen ist deutlich größer als der Tankrabatt ausgleichen kann. Als Preistreiber gilt vor allem der Iran-Krieg, der den Export von Rohöl und Treibstoffen aus der Golf-Region einschränkt – dazu kommen fehlende Raffinerie-Kapazitäten.
Der Tankrabatt bringt ab Donnerstag spürbare, aber keine riesigen Ersparnisse. Wer clever tankt – nicht zu früh, nicht kurz vor 12 Uhr, mit Preisvergleich – holt das Beste raus. Bleibt dran, wir halten euch auf dem Laufenden – das beste Programm im Main-Gebiet!






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