
Der Tankrabatt wirkte sofort – doch schon am zweiten Tag ziehen die Spritpreise wieder an. ADAC und Tankerkönig zeigen, was das für Autofahrer bedeutet.
Liebe Frankfurter Autofahrer, aufgepasst: Der neue Tankrabatt ist seit dem 1. Oktober da und hat an der Zapfsäule erstmal richtig eingeschlagen. Doch jetzt zeigt sich schon die nächste Wendung – die Preise klettern wieder nach oben. Wir haben für euch zusammengefasst, was gerade an den Tankstellen im Main-Gebiet und bundesweit passiert.
Zur Erinnerung: Der Tankrabatt senkt die Energiesteuer auf Diesel und Benzin um 14 Cent, inklusive Mehrwertsteuer ergibt das eine Entlastung von knapp 17 Cent pro Liter. Laut dem Vergleichsportal Tankerkönig lag der bundesweite Durchschnittspreis für Super E10 am ersten Tag der Regelung, dem 1. Oktober, bei 7 Uhr schon 10,8 Cent günstiger als vor dem Rabatt. Diesel war sogar 11,2 Cent billiger. Bis zum Vormittag näherten sich die Preise laut dem Portal benzin.jetzt immer weiter dem vollen Rabatt von 16,7 Cent an – ein überraschend deutlicher Effekt direkt am ersten Tag.
Und dann kam der Dämpfer: Schon am zweiten Tag zogen die Preise laut Tankerkönig wieder kräftig an. Der bundesweite Durchschnittspreis stieg demnach am Freitag auf Super E5 um 2 Cent auf 2,149 Euro, Super E10 um 3 Cent auf 2,099 Euro und Diesel sogar um 4 Cent auf 2,249 Euro – jeweils im Vergleich zum Vortag. Auch der ADAC bestätigt den Trend: Am Freitagmorgen um 8 Uhr kostete Super E10 im Schnitt 2,098 Euro je Liter, das waren 3,6 Cent mehr als am Donnerstag zur gleichen Zeit. Diesel verteuerte sich um 3,9 Cent auf 2,248 Euro.
Damit fiel die Entlastung gegenüber dem Preisniveau vor dem Rabatt-Start schon spürbar geringer aus: Nur noch 10,9 Cent bei E10 und 11,3 Cent bei Diesel, statt der ursprünglichen Sprünge von 14,5 und 15,2 Cent am ersten Tag. Genau diese Entwicklung hatten Experten schon im Vorfeld befürchtet – auch beim ersten Tankrabatt waren die Preise zunächst stark gesunken und dann schrittweise wieder gestiegen.
Aus Sicht des ADAC ist die Energiesteuersenkung in den aktuellen Preisen weiterhin nicht vollständig abgebildet. Der Automobilclub betont, dass weiterhin Spielräume für niedrigere Kraftstoffpreise bestehen. Der Steuernachlass durch den Tankrabatt beträgt 16,7 Cent je Liter für Kraftstoffe, die seit dem 1. Oktober die Tanklager und Raffinerien verlassen – ob das aber eins zu eins an den Zapfsäulen ankommt, bleibt die große Frage.
Spannend: Am Ölmarkt gab es zuletzt keinen neuen deutlichen Preisschub. Laut ADAC lag der Preis für ein Barrel Brent am Freitagvormittag bei rund 99,34 US-Dollar, nachdem er am Donnerstag zwischenzeitlich bis auf 96,55 Dollar gefallen war. Der Anstieg an den Tankstellen lässt sich also nicht einfach mit teurerem Rohöl erklären.
Der ADAC fordert zudem die Abschaffung der sogenannten 12-Uhr-Regel, nach der Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen dürfen. Zwar sei dadurch die Zahl der täglichen Preisänderungen gesunken, aber die Preisdifferenz innerhalb eines Tages habe sich deutlich ausgeweitet. ADAC Verkehrspräsident Peter König sagt dazu klar: Die Regel habe ihr Ziel aus Verbrauchersicht nicht erreicht und sollte abgeschafft werden.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie viel ein Durchschnittsauto durch den Rabatt sparen kann: Bei rund 900 gefahrenen Kilometern im Monat und einem Verbrauch von 7 bis 8 Litern auf 100 Kilometern kommen über die vollen drei Monate gerechnet grob 32 bis 36 Euro zusammen – je nach Fahrweise und Tankverhalten kann der Betrag aber deutlich abweichen.
Unser Tipp fürs Main-Gebiet: Vergleichen lohnt sich immer noch, die Preisunterschiede zwischen Tankstellen betragen bis zu 7 Cent je Liter. Und wer kann, tankt kurz vor 12 Uhr – da ist der Sprit meist am günstigsten.






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