
Tankrabatt eine Woche später: Diesel-Rabatt verpufft fast komplett, Benzinpreise steigen wieder. Alle Fakten und Hintergründe im Überblick.
Seit dem 1. Juni 2022 gilt die Spritpreisbremse – eigentlich sollte sie euren Geldbeutel beim Tanken spürbar entlasten. Doch wie n-tv.de berichtet, zeigt die Bilanz nach der ersten kompletten Woche ein durchwachsenes Bild. Klar, am ersten Tag ging’s runter: Super E5 und E10 wurden rund 27 Cent günstiger, Diesel immerhin um etwa 11 Cent. Seitdem aber klettern die Preise wieder Tag für Tag nach oben, obwohl die Steuerentlastung da ist. Nach Angaben von n-tv.de lag der durchschnittliche Dieselpreis bis Mittwoch bereits wieder bei 2 Euro pro Liter.
Besonders bitter: Bei Diesel funktioniert der Rabatt laut n-tv.de am schlechtesten. Am 1. Juni kamen dort noch über 70 Prozent des theoretisch möglichen Rabatts an – eine Woche später, am 8. Juni, war dieser Wert auf unter 25 Prozent eingebrochen. Zur Einordnung: Theoretisch müsste der Literpreis bei Benzin um 35,1465 Cent sinken, bei Diesel um 16,7076 Cent – wenn die komplette Steuersenkung eins zu eins weitergegeben würde. Davon ist laut der Auswertung aktuell keine Rede.
Die Zahlen von n-tv.de basieren auf den offiziell validierten Durchschnittspreisen der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe sowie auf vorläufigen Näherungswerten, die auf Daten des Portals Tankerkönig beruhen. Diese Datenbasis gilt als offizieller Verbraucherinformationsdienst des Bundeskartellamts.
Ein Grund für die Diskrepanz: Der von den Ölkonzernen festgelegte Produktpreis ist seit dem 1. Juni selbst gestiegen. Nach Angaben von n-tv.de kletterte der Produktpreis bei Superbenzin E5 von rund 1,13 Euro auf zeitweise mehr als 1,24 Euro – ein Plus von 10 Prozent. Bei Super E10 waren es 11 Prozent mehr, bei Diesel immerhin noch 7 Prozent. Der Anteil, der am Ende bei den Konzernen hängen bleibt, stieg dadurch auf über 62 Prozent bei Super E5 und sogar mehr als 63 Prozent bei Diesel.
Die Entwicklung sorgt für Kritik aus der Politik. Wie n-tv.de berichtet, forderte SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken im „ntv Frühstart“ ein schnelles Eingreifen: Die Steuersenkung lande am Ende in den Taschen der Mineralölwirtschaft, das sei nicht in Ordnung – man habe keine Subventionen für Mineralölkonzerne einführen wollen. Noch deutlicher wird laut n-tv.de der Ökonom Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung: Für ihn ist der Tankrabatt bereits gescheitert, er fordert die Notbremse zugunsten wirksamerer Maßnahmen.
Was bleibt also vom großen Tankrabatt-Versprechen? Nach der ersten Woche zeigt sich: Der Rabatt kommt nur teilweise an – und bei Diesel kaum noch. Wer in Frankfurt und Umgebung regelmäßig tankt, sollte die Preisentwicklung weiter im Blick behalten, denn die Spritpreisbremse ist bis Ende August 2022 befristet. Ob sich daran noch etwas ändert, bleibt nach aktuellem Stand offen.






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