
Ab 1. Oktober 2026 senkt die Bundesregierung die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent – bis zu 17 Cent Ersparnis pro Liter.
Autofahrerinnen und Autofahrer in Frankfurt und ganz Deutschland können aufatmen: Die Bundesregierung hat beschlossen, die Energiesteuer auf Benzin und Diesel befristet zu senken. Ab dem 1. Oktober 2026 gilt der neue Tankrabatt – und das bis zum 31. Dezember 2026. Damit reagiert die Regierung auf die deutlich gestiegenen Spritpreise, die laut der Bundesregierung auf die Unsicherheiten an den Märkten infolge des Iran-Kriegs und der erneuten Eskalation im Nahost-Konflikt zurückzuführen sind.
Die Energiesteuer wird um rund 14 Cent pro Liter gesenkt. Weil dadurch auch weniger Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich laut dem Bundesfinanzministerium an der Zapfsäule eine Entlastung von bis zu 17 Cent pro Liter. Bund und Länder entlasten Bürgerinnen, Bürger und die Wirtschaft damit insgesamt um rund 2,5 Milliarden Euro. Die Länder beteiligen sich mit 1,25 Milliarden Euro über einen Umsatzsteuerfestbetrag.
Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte dazu laut Pressemitteilung der Bundesregierung: „Wer jeden Tag auf das Auto angewiesen ist, kommt an seine Belastungsgrenze. Wir handeln schnell und haben einen klaren Fahrplan für 2027.“
Bereits im Mai und Juni 2026 hatte die Bundesregierung einen identischen Rabatt gewährt. Den Staat kostete das für die zwei Monate rund 1,6 Milliarden Euro. Die Preise wurden damals nach Angaben der Bundesregierung tatsächlich gedämpft – allerdings gaben die Mineralölkonzerne die Steuersenkung nicht vollständig an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter. Das Bundeskartellamt und die unabhängige Monopolkommission kamen jedoch zu dem Schluss, dass die Energiesteuersenkung im Mai und Juni 2026 „weitgehend bei Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen ist“, wie die Bundesregierung auf ihrer Website festhält.
Die Steuersenkung ist nur der erste Schritt. Wie MDR AKTUELL berichtet, plant die Bundesregierung zusätzlich eine Preisobergrenze für Benzin und Diesel – einen sogenannten Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens. Dieser soll spätestens ab dem 1. Januar 2027 gelten. Zunächst soll es dazu noch Gespräche mit der Mineralölwirtschaft geben. Der Preisdeckel orientiert sich laut MDR AKTUELL an der Ölpreis-Entwicklung sowie an Kosten für Transport, Vertrieb und Händlermarge. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagte laut Pressemitteilung der Bundesregierung: „Spritpreise runterkriegen, die Menschen entlasten, die Abzocke an den Zapfsäulen beenden – genau das war mir wichtig und das erreichen wir.“
Die Maßnahme stößt auf gemischtes Echo. Der Deutsche Bauernverband begrüßte laut MDR AKTUELL die Neuauflage des Tankrabatts: Bauernpräsident Joachim Rukwied erklärte, die kurzfristige Senkung der Energiesteuer sei richtig.
Deutlich kritischer äußerten sich Ökonominnen und Ökonomen sowie Verbraucherverbände. Wie MDR AKTUELL berichtet, bezeichnete die Wirtschaftsweise Veronika Grimm die Pläne als „zynisch“ und kritisierte die Maßnahme als „opportunistische Politik“. Ökonom Clemens Fuest hielt den Tankrabatt laut MDR AKTUELL für einen Fehler: Der Staat gebe viel Geld aus und erreiche „zu einem großen Teil Autofahrer, die sich die Benzinpreise leisten können.“ Ramona Pop vom Verbraucherzentrale-Bundesverband kritisierte die Maßnahmen als „teuer, kurzsichtig und wenig zielgenau“. Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch mahnte, das Geld müsse „im Geldbeutel der Menschen ankommen, nicht in den Taschen der Ölkonzerne.“
Neben dem Tankrabatt und dem geplanten Preisdeckel hat die Bundesregierung laut ihrer eigenen Website weitere flankierende Maßnahmen auf den Weg gebracht: Die Pendlerpauschale wurde dauerhaft erhöht, das Kartellrecht soll geschärft werden, um die Preissetzung beim Tanken besser überwachen zu können. Familien und Menschen mit geringen und mittleren Einkommen sollen zudem ab 2027 durch eine Einkommensteuerreform entlastet werden. Außerdem schafft der Bund laut Bundesregierung die Voraussetzungen für einen einkommensbezogenen Direktauszahlmechanismus, falls besonders betroffene Gruppen gezielt unterstützt werden müssen.
Ab wann gilt der neue Tankrabatt?
Der neue Tankrabatt gilt vom 1. Oktober 2026 bis zum 31. Dezember 2026. Ab diesem Datum wird die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um rund 14 Cent pro Liter gesenkt, was inklusive Mehrwertsteuer eine Ersparnis von bis zu 17 Cent pro Liter bedeutet.
Wie viel spare ich konkret beim Tanken?
Durch die Senkung der Energiesteuer und den damit verbundenen Rückgang der Mehrwertsteuer kannst du an der Zapfsäule bis zu 17 Cent pro Liter sparen – sowohl bei Benzin als auch bei Diesel.
Wer trägt die Kosten des Tankrabatts?
Bund und Länder teilen sich die Kosten. Insgesamt beläuft sich das Entlastungsvolumen auf rund 2,5 Milliarden Euro. Die Länder tragen davon 1,25 Milliarden Euro über einen Umsatzsteuerfestbetrag.
Kommt nach dem Tankrabatt auch ein Spritpreisdeckel?
Ja, die Bundesregierung plant eine Preisobergrenze für Benzin und Diesel nach dem Vorbild Luxemburgs und Belgiens. Dieser Spritpreisdeckel soll spätestens ab dem 1. Januar 2027 gelten. Vorab sind noch Gespräche mit der Mineralölwirtschaft geplant.
Haben Mineralölkonzerne den letzten Tankrabatt vollständig weitergegeben?
Nicht vollständig. Beim ersten Tankrabatt im Mai und Juni 2026 gaben die Konzerne die Steuersenkung laut Bundeskartellamt und Monopolkommission „weitgehend“, aber nicht komplett an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter.






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