
Hessische Imker ernteten 2023 im Schnitt 38,8 Kilo Honig pro Bienenvolk – mehr als der Bundesdurchschnitt.
Gute Nachrichten aus den Bienenstöcken! Die hessischen Imkerinnen und Imker haben 2023 eine starke Honigernte eingefahren. Wie das deutschlandweite Fachzentrum Bienen und Imkerei im rheinland-pfälzischen Mayen auf Basis von 1.111 Erntemeldungen mitteilte, wurden in Hessen landesweit im Schnitt 38,8 Kilo Honig pro Bienenvolk geerntet. Damit liegt Hessen klar über dem Bundesdurchschnitt von 36,7 Kilo pro Volk.
Im Vergleich zum Vorjahr 2022 stieg die hessische Ernte um 0,4 Kilo – und im Vergleich zum verregneten Jahr 2021 sogar um satte 20 Kilo. In der seit 2012 geführten Statistik des Fachzentrums war der hessische Jahreswert nur zweimal höher: in den Jahren 2018 und 2015.
Auch deutschlandweit zeigt die Honigkurve nach oben. Aus der Sommertracht allein konnten die Imkereien 2023 pro Bienenvolk im bundesweiten Schnitt 19,2 Kilogramm ernten – nach 16,3 Kilogramm im Jahr 2022 und lediglich 12,9 Kilogramm im Jahr 2021. Das berichtet das Alltagsmagazin unter Berufung auf Daten des Fachzentrums Bienen und Imkerei.
Spitzenreiter bei der Sommertracht war demnach Sachsen-Anhalt mit 25 Kilogramm pro Bienenvolk, gefolgt von Sachsen mit 24,1 Kilogramm. Schlusslicht war Stuttgart mit 12,6 Kilogramm, knapp vor der bayerischen Region Mittelfranken mit 14,3 Kilogramm.
Wer jetzt hofft, dass die gute Ernte die Preise drückt, wird enttäuscht: Laut Fachzentrum Bienen und Imkerei verlangten Imkerinnen und Imker für ein 500-Gramm-Glas Honig im bundesweiten Schnitt 6,50 Euro – rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Fachzentrums-Leiter Christoph Otten erklärte dazu, dass sich die betriebswirtschaftlichen Kosten deutlich erhöht hätten und Preiserhöhungen daher überfällig gewesen seien, aber trotzdem oft nicht kostendeckend ausfielen.
Ein besonders drastisches Beispiel: Der Preis für Winterfutter für Bienen habe sich binnen eines Jahres etwa verdoppelt, so das Fachzentrum. Hinzu kommen laut Alltagsmagazin hohe Energie- und Kraftstoffkosten sowie bei größeren Betrieben gestiegene Personalkosten. Große Sorgen bereiten den einheimischen Imkern außerdem Billigimporte aus dem Ausland.
Neben den wirtschaftlichen Herausforderungen haben Imkereien in Deutschland seit einigen Jahren mit einem weiteren Problem zu kämpfen: der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina). Wie das Alltagsmagazin unter Berufung auf das Fachzentrum Bienen und Imkerei sowie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW berichtet, postiert sich diese Hornissenart an den Fluglöchern der Bienenkästen und lauert den Bienen auf.
Erstmals 2005 in Frankreich nachgewiesen, breitete sich die Asiatische Hornisse seitdem auf weite Teile Europas aus. In Deutschland wurden Nestfunde ab 2014 bestätigt. Ein einziges Nest kann bis zu 10.000 Brutzellen enthalten – und die Tiere bauen ihre Nester bevorzugt in bewohnten und landwirtschaftlich genutzten Gebieten.
Unterm Strich war 2023 ein gutes Jahr für die Imkereien in Hessen und Deutschland – mit einer Ernte, die in der langjährigen Statistik weit oben steht. Gleichzeitig stehen die Betriebe vor echten wirtschaftlichen Herausforderungen: steigende Kosten, Billigimporte und neue tierische Konkurrenz. Der regionale Honig vom heimischen Imker bleibt damit nicht nur ein Genuss, sondern auch ein Zeichen der Unterstützung für eine wichtige lokale Branche. Jetzt reinhören – und vielleicht mal beim nächsten Wochenmarkt im Main-Gebiet zum Honigglas greifen!






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