
Neue Online-Karte zeigt straßengenau, wo in Hessen bei Starkregen Gefahr droht. So checkt ihr, ob euer Zuhause gefährdet ist und wie ihr vorsorgen könnt.
Ihr kennt das: Ein heftiger Regenguss, und plötzlich steht die Straße unter Wasser, der Keller läuft voll und die Feuerwehr ist im Dauereinsatz. Starkregen und Überschwemmungen haben in den letzten Jahren spürbar zugenommen – und treffen längst nicht nur Häuser am Fluss. Wie Hit Radio FFH berichtet, hat das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie zusammen mit dem Land Hessen jetzt eine neue Online-Karte veröffentlicht, mit der ihr straßengenau checken könnt, wie gefährdet euer Zuhause ist.
Das Besondere: Die Karte zeigt euch flächendeckend für ganz Hessen, wo sich bei besonders heftigem Regen das Wasser sammeln wird – egal ob vorm eigenen Haus, auf dem Weg zur Arbeit oder in der Nachbarschaft. Angezeigt werden sowohl die mögliche Wassertiefe als auch die maximale Fließgeschwindigkeit. Berechnet wurden laut FFH zwei Szenarien: ein „außergewöhnliches“ Starkregenereignis mit 40 bis 50 Millimeter Regen pro Stunde sowie ein „extremes“ Ereignis mit satten 100 Millimetern Niederschlag innerhalb einer Stunde.
Umweltstaatssekretär Michael Ruhl erklärt dazu, mit der Karte stehe ein weiteres Instrument zur Verfügung, um sich über die persönliche Gefährdung durch Starkregenereignisse zu informieren und entsprechende Anpassungsmaßnahmen vorzunehmen. Sprich: Wer wissen will, ob Keller, Garage oder der Arbeitsweg im Ernstfall absaufen könnten, bekommt hier eine kostenlose Orientierung – als Basis für eigene Vorsorge, etwa eine Rückstausicherung oder angepasste Möbel im Keller.
Allein im vergangenen Jahr wurden in Hessen 28 Starkregenereignisse registriert. Nach Angaben des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie trifft es besonders Städte und Gemeinden mit viel versiegelter Fläche – dort kann das Wasser nicht versickern und sammelt sich schnell in Unterführungen und Kellern. Wenn ihr also in einem tieferliegenden Stadtteil, in einer Senke oder nahe einer Unterführung wohnt, lohnt sich ein genauer Blick auf die Karte.
Wichtig zu wissen: Starkregen ist eine ganz eigene Gefahr, unabhängig von Flüssen. Wie das Umweltportal flurcheck.de erklärt, fließt das Wasser bei heftigem Regen oberirdisch ab und sammelt sich in Senken, Unterführungen und am Hangfuß – auch weit weg von jedem Gewässer. Die Hinweiskarte Starkregengefahren des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie deckt dabei nicht nur Hessen ab, sondern insgesamt 14 Bundesländer, für Baden-Württemberg und Bayern gibt es eigene Landeskarten. Zum Vergleich: Flusshochwasser entsteht, wenn Flüsse und Bäche über die Ufer treten, und wird über ein anderes Modell berechnet. Laut flurcheck.de rechnet das Starkregen-Modell übrigens ohne Kanalnetz und Versickerung – zeigt also eher den ungünstigen Fall, was für eure Vorsorge-Planung durchaus sinnvoll ist.
Die Karte ist kostenlos nutzbar und für jeden zugänglich. Schaut euch euer eigenes Grundstück an, aber auch die Wege, die ihr täglich nutzt – zur Arbeit, zur Kita, zum Einkaufen. Wer in einem Risikogebiet wohnt, kann mit einfachen Maßnahmen vorsorgen: Rückstausicherungen einbauen, wichtige Dinge im Keller höher lagern oder bei Bauvorhaben direkt mitdenken. Starkregen lässt sich nicht verhindern, aber mit der richtigen Vorbereitung lassen sich die Schäden oft spürbar begrenzen.






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