
Der Römer leuchtet zu Rosch ha-Shana und die Bibliothek im Jüdischen Museum zeigt Frankfurts jüdische Geschichte. Eine Spurensuche durch die Stadt am Main.
Frankfurt zeigt Flagge – und zwar bunt beleuchtet! Zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Shana hat die Stadt Frankfurt ihr Wahrzeichen, den Römer, mit dem Schriftzug „Shana Tova“ beleuchtet. Die Eröffnung fand am Donnerstag, 10. September, um 19.30 Uhr an der Seufzerbrücke statt. Ein starkes Zeichen, das zeigt: Jüdisches Leben gehört zu unserer Stadt – und zwar ganz selbstverständlich!
Wie die Stadt Frankfurt mitteilt, begann das Neujahrsfest am Abend des 11. September. Nach dem jüdischen Kalender startet damit das Jahr 5787. Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt, Stadtsauberkeit, Frauen, Diversität und Migration, erklärte dazu: Rosch ha-Shana stehe für Neuanfang, Umkehr und Hoffnung. Gerade jetzt sei es wichtig, jüdisches Leben in der Stadt zu stärken und sichtbar zu machen.
Frankfurt blickt auf eine lange und vielfältige jüdische Geschichte und Gegenwart zurück. Heute leben Jüdinnen und Juden mit ganz unterschiedlichen religiösen Ausrichtungen und Hintergründen in der Mainmetropole. Zu Rosch ha-Shana kommen viele Gläubige in den Synagogen und Gemeinden zusammen, um das Fest zu feiern und zu beten.
Besonders eindrucksvoll: Die Westend-Synagoge, die größte der Stadt, hat die Pogromnacht und die folgenden Jahre im Nationalsozialismus überdauert – wenn auch stark beschädigt. Von 1988 bis 1994 wurde sie originalgetreu renoviert und ist heute ein lebendiges Zentrum jüdischen Lebens in Frankfurt. Das Neujahrsfest läutet übrigens die zehn Tage der Reue und Umkehr ein, die an Jom Kippur enden – dem höchsten jüdischen Feier- und Fastentag.
Wer tiefer in die jüdische Geschichte und Kultur Frankfurts eintauchen will, wird in der Bibliothek im Jüdischen Museum fündig. Wie das Jüdische Museum Frankfurt mitteilt, handelt es sich um eine Fachbibliothek zur Geschichte, Religion und Kultur des Judentums. Im Bestand: Publikationen zur Religions- und Geistesgeschichte seit der Antike, zu Kultur- und Wirtschaftsgeschichte, Antisemitismus und Zionismus sowie Fachbücher zum Staat Israel. Eine echte Besonderheit der Frankfurter Bibliothekslandschaft ist die facettenreiche Regionalliteratur zu deutschsprachigen jüdischen Gemeinden.
Die Bibliothek hat ihr Zuhause im Lichtbau des Museums gefunden – mit ruhigen Arbeitsplätzen für Forschende und einer gemütlichen Leseecke für alle, die sich einfach für die Bestände interessieren. Auch Kinder und Jugendliche sind herzlich willkommen: Für sie gibt es Bilderbücher, Romane, Comics und Graphic Novels rund ums Thema Judentum. Der Eintritt zur Museumsbibliothek ist kostenfrei, geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Am 12. September, dem Tag nach Rosch ha-Shana, bleibt das Museum allerdings geschlossen.
Ob leuchtender Römer oder stille Lesestunde in der Museumsbibliothek – Frankfurt zeigt an vielen Ecken, wie eng jüdisches Leben mit der Stadt verwoben ist. Genau das macht unsere Stadt aus: Vielfalt, Geschichte und ein echtes Miteinander. Shana Tova u-Metuka – ein gutes, friedliches und süßes neues Jahr!






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